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IWF - Starkes Wachstum in Schwellenländern vorerst vorbei

شعار Reuters Reuters 12/06/2014 - von Gernot Heller

- von Gernot Heller

Berlin/Washington (Reuters) - Aufstrebende Länder wie Südafrika und Brasilien werden nach IWF-Analysen in absehbarer Zeit nicht mehr an den Wirtschafts-Boom früherer Jahre anknüpfen können.

"Die Schwellenländer sind nun in eine Phase verlangsamten Wachstums eingetreten", heißt es in einem am Donnerstag veröffentlichen Diskussionspapier von IWF-Experten. Zur außerordentlich starke Expansion der letzten Dekade dürften sie in den nächsten Jahren kaum zurückkehren. Gründe dafür seien, dass die günstigen äußeren Rahmenbedingen wie ein florierender Welthandel, gute Finanzierungsbedingungen und relativ hohe Rohstoffpreise für die nächste Zeit nicht mehr zu erwarten seien. Hinzu kämen hausgemachte Probleme in einigen Ländern und die bereits angelaufene Normalisierung der Politik des billigen Geldes in einigen großen Industrieländern.

Immerhin hätten sich nach der konjunkturellen Abkühlung in jüngster Zeit inzwischen einige Faktoren wieder verbessert, etwa die Nachfrage aus Industrieländern. Insgesamt aber dürften die potenziellen Wachstumsraten der Länder im Durchschnitt der Jahre 2013 bis 2017 bei grob geschätzt dreieinhalb Prozent im Jahr liegen - eineinviertel Prozentpunkte weniger als im Zeitraum 2002 bis 2013. Diese Entwicklung müsse aber nicht unbedingt negativ sein, solange die Zuwächse nachhaltiger und ausgewogener ausfielen.

Weiterhin relativ stark ist nach Einschätzung des IWF die Abhängigkeit der meisten Schwellenländer von der Wirtschaftsentwicklung in den Industrieländern. Für das durchschnittliche Schwellenland mit einer Exportquote von reichlich einem Drittel der Wirtschaftsleistung führe ein Prozentpunkt mehr Wachstum bei seinen reichen Handelspartnern zu einem Wachstumsimpuls für die eigene Wirtschaft von 0,9 Prozent. Sackt dagegen die Wirtschaftskraft der Handelspartner in der industrialisierten Welt um einen Prozentpunkt ab, reißt das auch die Wirtschaft der Schwellenländer um 0,6 Prozent mit nach unten.

Die Weltbank hatte gerade erst ihre Wachstumsprognose für die Entwicklungs- und Schwellenländer für 2014 um einen halben Punkt auf 4,8 Prozent gesenkt. In den kommenden zwei Jahren rechnet sie aber mit einer wieder stärkeren Expansion von jährlich rund fünfeinhalb Prozent.

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