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Siemens-Allianz für Alstom lässt Frankreich kalt

شعار Reuters Reuters 12/06/2014 Reuters
Siemens-Allianz für Alstom lässt Frankreich kalt © Stephane Mahe, Reuters Siemens-Allianz für Alstom lässt Frankreich kalt

Präsident Francois Hollande beriet mit Vertretern seines Kabinetts am Donnerstag die jüngsten Ereignisse im Alstom-Poker zwischen dem US-Konzern GE und Siemens. Zwar äußerte sich die Regierung nicht zum Ergebnis des Treffens. Von einem Insider aus dem Elysee-Palast erfuhr die Nachrichtenagentur Reuters, dass sich an den Bedingungen der Regierung für einen Verkauf von Alstom nichts geändert habe. "Es ist unser Ziel, die Energieunabhängigkeit des Landes zu verteidigen, Geschäfte und Entscheidungen in Frankreich zu halten und das Beste für die Arbeitsplätze herauszuholen." Einen Favoriten gebe es dabei nicht. "Wir werden die Vorschläge auf die genannten Kriterien überprüfen. Insofern haben wir keine Vorlieben, wir haben Anforderungen", sagte der Insider. Nächste Woche folge ein weiteres Regierungstreffen zu dem Thema.

Siemens hatte auf Wunsch der Pariser Regierung einen Bieterkampf um Alstom entfesselt, um das gut zwölf Milliarden Euro schwere Angebot des US-Rivalen GE, das noch bis zum 23. Juni läuft, abzuwehren. Dabei tun sich die Münchener mit Mitsubishi Heavy Industries (MHI) zusammen, um ein Gebot für die Energietechnik von Alstom auszuloten. Frankreich fürchtet bei einem Verkauf Arbeitsplatzverluste. GE hat mittlerweile versprochen, 1000 neue Jobs im Land zu schaffen. Siemens will lediglich eine dreijährige Stellengarantie für die aktuelle Alstom-Belegschaft abgeben.

Inzwischen zeichnet sich ab, dass Siemens und Mitsubishi im Erfolgsfall die Alstom-Geschäftsfelder nicht wie in Frankreich befürchtet untereinander aufteilen wollen. "Wenn sie eine Aufspaltung vorhaben, sind die chancenlos", hieß es in französischen Regierungskreisen. Ein gemeinsames Gebot müsse nicht die Filetierung von Alstom bedeuten, sagte ein Siemens-Insider. Denkbar sei etwa eine gemeinsame Holding oder ein Gemeinschaftsunternehmen mit unterschiedlichen Eigentumsanteilen. "Der Plan von Mitsubishi mit Siemens ist, soviel wie möglich in der Hand von Alstom zu lassen. Alstoms Marktstellung in der Energietechnik soll gestärkt und eine Partnerschaft mit einem oder mehreren Joint Ventures etabliert werden, insbesondere im Turbinenbereich", sagte ein Insider aus dem Kabinettsumfeld.

Siemens-Anleger sehen Alstom-Deal kritisch

Am Sonntagabend berät der Siemens-Aufsichtsrat über die Alstom-Pläne von Vorstandschef Joe Kaeser. Am Montag solle dann eine etwaige Offerte auf den Tisch gelegt werden. Experten erwarten ein komplexes Gebot mit vielen eingebauten Notbremsen. Unter Ihnen herrscht weiterhin Zweifel, ob Kaeser den Bieterkampf um Alstom mit letzter Konsequenz zum Erfolg führen will. Der Zeitrahmen für die gemeinsame Schlussetappe mit den Asiaten ist knapp bemessen. In der Münchener Konzernzentrale gibt es viele Bedenken. Dort herrscht die Angst, eine Alstom-Übernahme könne das Management überlasten, eine Integration würde das Unternehmen über Jahre beschäftigen. Auch Kaeser selbst hatte sich zurückhaltend geäußert. Investoren sprechen sich zudem gegen eine Offerte aus. "Siemens hat großes Verbesserungspotenzial und wir wollen, dass es sich darauf konzentriert und nicht auf einen großen, defensiven Zukauf", verlangte Analyst Andreas Willi von J.P. Morgan Cazenove.

Für Aufregung sorgte zwischenzeitlich auch, dass sich Hitachi als weiterer Partner für Siemens zu Wort meldete. Die Japaner kündigten an, Gespräche über einen Beitritt zum gemeinsamen Gebot von Siemens und Mitsubishi zu führen. Hitachi und Mitsubishi betreiben seit Februar eine gemeinsame Tochter für Energietechnik in konventionellen Kraftwerken. Dort würden aller Wahrscheinlichkeit nach auch die Alstom-Anteile gehalten.

Mitsubishi drängt in letzter Zeit stärker nach Europa. Der Mischkonzern verbündete sich mit dem dänischen Windradbauer Vestas. Mit Siemens machte das japanische Traditionsunternehmen erst vor wenigen Wochen Geschäfte. Die Münchner überließen Mitsubishi mehrheitlich ihre Sparte für Stahlwerksausrüstung.

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