أنت تستخدم إصدار مستعرض قديمًا. الرجاء استخدام إصدار معتمد للحصول على أفضل تجربة MSN.

Weltbank kappt wegen Ukraine-Krise Wachstumsprognose

شعار Reuters Reuters 11/06/2014 Reuters
A woman sits on an armoured personnel vehicle during a rally demanding official information from the Ukrainian government on their work in the 100 days since they took power, at Independence Square in Kiev June 8, 2014.: A woman sits on an armoured personnel vehicle during a rally at Independence Square in Kiev © REUTERS-Valentyn Ogirenko -UKRAINE - Tags: POLITICS ... A woman sits on an armoured personnel vehicle during a rally at Independence Square in Kiev

Washington - Die Ukraine-Krise trübt die Aussichten für die Weltwirtschaft. Die Weltbank senkte wegen der Auswirkungen des Konflikts ihre Prognose für das globale Wachstum in diesem Jahr um fast einen halben Prozentpunkt auf 2,8 Prozent.

Ausschlaggebend für die Revision sind aber auch deutliche Eintrübungen in den USA infolge des strengen Winters und vor allem Konjunkturabkühlungen in China und anderen Schwellenländern. Bei letzteren rechnet die Bank nur noch mit 4,8 Prozent Wachstum von bisher erwarteten 5,3 Prozent. "Das ist viel zu wenig, um die Art von Arbeitsplätzen zu schaffen, die wir brauchen, um das Leben der ärmsten 40 Prozent zu verbessern", sagte Weltbank-Präsident Jim Yong Kim. Der Euro-Zone sagte das Institut in den nächsten zwei Jahren dagegen eine stärkere Erholung als bislang angenommen voraus.

Die Weltbank listete neben der Ukraine-Krise eine ganze Reihe von belastenden Faktoren auf, die das globale Wachstumstempo bremsen: der harte Winter in den USA, die wirtschaftliche Neuausrichtung in China, politische Schwierigkeiten in Ländern der mittleren Einkommenszone, geringe Fortschritte bei Strukturreformen und einiges mehr. Eine Folge davon sei, dass die Schwellen- und Entwicklungsländer im dritten Jahr in Folge mit dem Wirtschaftswachstum unterhalb der kritischen Marke von fünf Prozent liegen dürften. Auch die Abwärtskorrektur des US-Wachstums in diesem Jahr auf 2,1 Prozent nach 2,8 Prozent, die noch im Januar vorausgesagt wurden, hat damit zu tun. Für die Euro-Länder erwarten die Experten unverändert ein Plus von 1,1 Prozent.

MITTELFRISTIGE AUSSICHTEN SIND BESSER - AUCH FÜR EURO-ZONE

Allerdings lägen die Gründe für die Prognose-Korrektur größtenteils in der Vergangenheit, sagte der Hauptautor des Berichts, Andrew Burns. Die längerfristigen Aussichten seien deutlich besser. Für ihren neuen Ausblick nahm die Weltbank unter anderem an, dass der Konflikt zwischen der Ukraine und Russland zwar andauert, sich aber nicht weiter zuspitzt. Eine Eskalation könne dagegen weiter Vertrauen kosten. Im schlimmsten Falle könne wegen der Krise das Wachstum in Entwicklungsländern um 1,4 Punkte gedrückt werden. "Märkte und Investoren mögen Unsicherheit nicht", sagte Burns.

Insgesamt rechnet die Weltbank für die kommenden Jahre in der Weltwirtschaft mit einer stärkeren Expansion. Zu der würden die Industrieländer wieder mehr beitragen. Die Experten rechnen vor, dass von den reichen Ländern die weltweite Nachfrage in den kommenden drei Jahren einen Impuls im Umfang von 6,3 Billionen Dollar erhalten wird. Für 2015 und 2016 geht die Weltbank unverändert von einem globalen Wachstum von 3,4 beziehungsweise 3,5 Prozent aus. Die Euro-Länder sollten mit 1,8 Prozent und 1,9 Prozent deutlich stärker zulegen, als es das Institut noch zu Jahresbeginn mit 1,4 Prozent und 1,5 Prozent erwartet hatte. Für die Schwellen- und Entwicklungsländer rechnen die Experten insgesamt mit Raten deutlich oberhalb von fünf Prozent - 5,4 Prozent und 5,5 Prozent - während die USA kaum verändert bei etwa drei Prozent im Jahr expandieren dürfte.

HOFFNUNG AUF EIN ERFOLGREICHES UMSTEUERN IN CHINA

Was die weltweite Wachstumslokomotive China angeht, so erwartet die Weltbank ein leichtes Abflachen der Wachstumsraten von 7,6 Prozent in diesem auf 7,5 Prozent im nächsten und 7,4 Prozent 2016 - minimal schwächer als bislang erwartet. Allerdings hängt nach ihrer Einschätzung viel davon ab, ob das Umsteuern der Wirtschaft hin zu einer Stärkung der inländischen Binnennachfrage gelingt. "Wenn es zu einer harten Landung käme, wären die Auswirkungen in ganz Asien spürbar."

image beaconimage beaconimage beacon