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Bald wieder richtige Abgasuntersuchungen

AutoNEWS-Logo AutoNEWS 13.02.2017

Bonn, 13. Februar 2017 - Wichtig ist, was hinten rauskommt: Das vielzitierte Diktum von Altkanzler Kohl galt bisher beim Auto nicht unbedingt. Denn statt die Emissionen am Auspuffende zu messen, wurden meist die Daten der On-Bord-Diagnose (OBD) verwendet. Das ändert sich nun: Ab 1. Juli 2017 gehört neben der OBD-Prüfung auch wieder eine Messung am Endrohr zur Hauptuntersuchung. Wie der Zentralverband Deutsches Kraftfahrzeuggewerbe (ZDK) meldet, sieht das ein Entwurf aus dem Bundesverkehrsministerium vor.

Derzeit Messung nur bei 15 Prozent der Autos
1985 als Abgas-Sonderuntersuchung (ASU) nur für Benziner eingeführt, wurde die Untersuchung 1993 in AU umbenannt und bald auch auf Dieselmotoren ausgedehnt. Seit Ende 2008 wurde auf die Abgasmessung verzichtet, wenn die Erstzulassung nach dem 1. Januar 2006 lag und wenn im Speicher der elektronischen On-Bord-Diagnose keine Fehlercodes standen. So wurde nach Zahlen des ZDK nur mehr an etwa 15 Prozent der Fahrzeuge wirklich eine Messung durchgeführt. Während die Autoindustrie die vereinfachten OBD-Tests für ausreichend hielt, dringen die Kfz-Werkstätten seit Jahren auf Wiedereinführung richtiger Messungen. Mit dem neuen Richtlinienentwurf folgt Verkehrsminister Alexander Dobrindt nun der Kritik von ZDK, TÜV und anderen Verbänden. Für den Autofahrer heißt das allerdings auch, dass die HU wohl teurer werden wird.

Laut einem Entwurf aus dem Verkehrsministerium sollen Abgasmessungen am Auspuff wieder Pflicht werden Bald wieder richtige Abgasuntersuchungen

Auch die echte Messung ist eigentlich keine
Auch die "echte Messung" bringt jedoch noch keine wirkliche Sicherheit. Denn dabei wird neben dem CO2-Gehalt nur ein so genannter "Trübungswert" ermittelt, indem die Lichtdurchlässigkeit des Abgases gemessen wird. Eine direkte Messung der Stickoxidkonzentration oder des Feinstaubgehalts erfolgt nicht. Nach dem Richtlinienentwurf soll jedoch ab 2019 zumindest auch die Partikelzahl bei Dieseln am Endrohr gemessen werden.

WLTP-Zyklus und RDE-Messungen
Auch die Vorschriften für die Typprüfung - nötig zur Zulassung eines neuen Modells durch den Hersteller - werden im Jahr 2017 verschärft: Ab September wird die Norm "Euro 6d TEMP" eingeführt. Dann erfolgt die Abgasmessung auf dem Rollenprüfstand nach dem neuen, verschärften WLTP-Zyklus. Daneben wird auch am Auspuff im Alltagsverkehr gemessen. Dabei darf der Stickoxidgrenzwert der Euro-6-Norm (80 Milligramm pro Kilometer bei Dieselfahrzeugen, 60 Milligramm bei Benzinern) nur mehr um 110 Prozent überschritten werden.

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