Durch Nutzung dieses Dienstes und der damit zusammenhängenden Inhalte stimmen Sie der Verwendung von Cookies für Analysezwecke, personalisierte Inhalte und Werbung zu.
Sie verwenden eine veraltete Browserversion. Bitte verwenden Sie eine unterstütze Versiondamit Sie MSN optimal nutzen können.

CO2-Emissionen: Peugeot top, Porsche flop

AutoNEWS-Logo AutoNEWS 14.02.2017
Die Auspuffe rauchen noch, aber die CO2-Emissionen sinken - das ist die gute Nachricht CO2-Emissionen: Peugeot top, Porsche flop

Bergisch Gladbach, 14. Februar 2017 - Die CO2-Emissionen der Pkw in Deutschland sinken, aber langsam. So langsam, dass unklar ist, ob alle Autohersteller noch das angestrebte Ziel von 95 Gramm pro gefahrenem Kilometer im Jahr 2021 erreichen können. Das zeigt eine neue Studie des "Auto-Professors" Stefan Bratzel vom Center of Automotive Management (CAM).

SUVs verbrauchen mehr als vergleichbare Autos
Laut Untersuchung sanken die CO2-Emissionen der deutschen Autos von 2011 bis 2016 deutlich: von rund 146 Gramm auf etwa 127 Gramm. Doch während die Werte in den Vorjahren noch um rund drei Pozent jährlich zurückgingen, waren es im Jahr 2016 nur noch 1,1 Prozent. Als Grund für die Verlangsamung gibt Bratzel die steigende Zahl der SUVs und die sinkende Dieselquote an. Der Marktanteil der SUVs stieg laut Studie seit 2007 von sieben auf 21 Prozent, und SUVs haben höhere CO2-Emissionen als vergleichbare Autos. Da hat Bratzel recht: Ein VW Tiguan 2.0 TDI mit 150 PS und Allradantrieb emittiert laut Datenblatt 146 Gramm pro Kilometer, ein gleich motorisierter Passat Variant nur 123 Gramm. Außerdem fiel die Dieselquote in Deutschland im Jahr 2016 von 48 auf 45,9 Prozent. Sogar im Dieselland Frankreich sank die Quote stark - von 57 auf 51 Prozent.

Peugeot top, Porsche flop
Die einzelnen Hersteller schneiden bei der CO2-Bilanz sehr verschieden ab. Bei den Volumenherstellern liegen Renault/Dacia, Toyota/Lexus und besonders Peugeot am besten, auch VW ist noch überdurchschnittlich. Schlechte Noten bekommen dagegen Fiat, Kia, Hyundai sowie Ford und Opel. Die hohen CO2-Werte von Fiat (138 Gramm pro Kilometer) kommen unter anderem durch den Ducato zustande. Da auch Jeep (177 Gramm) schlecht abschneidet, befürchtet Bratzel, dass der FCA-Konzern den Grenzwert von 95 Gramm verfehlt - wenn die Anstrengungen nicht verstärkt werden. Bei den Premiumherstellern erreicht Volvo mit 127 Gramm den besten Wert. BMW/Mini erzielt gerundet den gleichen Wert, gefolgt von Mercedes/Smart (132 Gramm) und Audi (133 Gramm). Jaguar senkte seine Emissionen zwar deutlich, liegt aber mit 149 Gramm immer noch weit über den Zahlen der Konkurrenz. Letzteres gilt auch für Land Rover. Porsche ist mit 194 Gramm noch schlechter dran, doch da die Werte mit den anderen Marken des VW-Konzerns verrechnet werden, ist das für den Sportwagenbauer nicht so schlimm.

Hat der Diesel seinen Zenit schon überschritten?
Die insgesamt ernüchternde CO2-Bilanz ist laut Bratzel auch auf die "mangelnde Akzeptanz und technologische Reife der Elektromobilität" zurückzuführen. Und durch den Dieselskandal ist der Selbstzünder besonders bei Privatleuten in Verruf geraten. Da Benziner um 15 bis 20 Prozent mehr CO2 ausstoßen, führt das zu höheren Emissionen. Auch die Behörden beäugen den Selbstzünder nun mit Misstrauen. Mit entsprechender Abgasreinigung kann der Diesel aber auch strenge NOx-Grenzwerte einhalten, so der Auto-Professor. Doch steigen dadurch die Anschaffungskosten laut Bratzel um rund 500 bis 800 Euro, was den Diesel insbesondere bei Kleinwagen unattraktiver macht. Auch die neuen Abgastests (gemeint sind wohl die RDE-Messungen im normalen Straßenverkehr) sowie wahrscheinlich weiter verschärfte NOx-Grenzwerte werden es dem Diesel künftig schwer machen. So glaubt Bratzel: "Der Höhepunkt des Dieselmotors als Antriebstechnik scheint im globalen Maßstab bereits überschritten."

| Anzeige
| Anzeige

Mehr von AutoNEWS

image beaconimage beaconimage beacon