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Einzelstück zu Ehren der Queen - 1965 Jaguar E-Type Series I Werks-Restomod

auto motor und sport-Logo auto motor und sport 15.06.2022 Thomas Harloff

Jaguar Classic hat einen Scheunenfund, der sich in einem armseligen Zustand befand, in einen perfekten E-Type verwandelt. Der Roadster debütierte auf der größtmöglichen Bühne.

© Jaguar Land Rover

In Großbritannien war gut was los am langen Pfingstwochenende. Und zwar so viel, dass das Misstrauensvotum gegen Premierminister Boris Johnson medial fast unterging. Natürlich hat mal wieder die königliche Familie alle Aufmerksamkeit auf sich gezogen. Genauer: Queen Elizabeth II., die sich aus gleich zwei Gründen hochleben ließ. Einmal im Rahmen ihrer traditionellen Geburtstagsparade "Trooping the Colour" und zudem mit den großen Feierlichkeiten, die aus Anlass ihrer inzwischen 70-jährigen Regentschaft abgehalten wurden. Bis zu diesem "Platin-Jubiläum" hat es – aus verschiedensten Gründen – vor ihr keine Monarchin und kein Monarch auf dem britischen Thron ausgehalten.

Jaguar hat kräftig mitgefeiert und für die offizielle Parade am 5. Juni gleich 16 Fahrzeuge bereitgestellt. Darunter einen E-Type Roadster Series I von 1965 im Bestzustand, der dem Anlass angemessen in den britischen Farben Blau und Rot vorfuhr. Doch das Auto stammte nicht etwa aus dem königlichen Fuhrpark, sondern wurde zuvor von Jaguar Classic nach allen Regeln der Restomod-Kunst auf Vordermann gebracht. Das Ergebnis ist ein Einzelstück, das nun in den Besitz eines mutmaßlich sehr solventen Sammlers übergeht.

Aus dem Geburtsjahr des neuen Besitzers

Dass das Auto aus dem Jahr 1965 stammt, ist übrigens kein Zufall: Der neue Besitzer wünschte sich einen E-Type aus seinem Geburtsjahr. Jaguar fand sogar ein Exemplar, das zwei Tage nach seinem Geburtstag gebaut wurde. Der Haken an der Sache: Der Roadster befand sich in einem erbärmlichen Zustand. Die Originalfarbe war kaum noch zu erkennen, der Innenraum komplett zerfleddert, und auch technisch war kaum etwas zu retten. Also machte Jaguar Classic aus der Not eine Tugend und verwandelte den offenen Zweisitzer in ein Anschauungsobjekt, mit dem die Briten ihre Restomod-Kompetenz demonstrieren.

Die zwölfmonatigen Umbauarbeiten begannen mit der Neulackierung der Karosserie, die das eigens angemischte Blau des Union Jack erhalten hat. Dazu passt perfekt das komplett von Hand gefertigte rote Interieur, das nicht nur eine weitere Farbe aus der britischen Flagge aufgreift. Es handelt sich um exakt jenen Farbton, den die ikonischen Telefonzellen auf der Insel tragen. Eine Verbindung aus klassischer Optik und neuer Technik schafft das Infotainment-System, das über eine Touchscreen-Bedienung, Satellitennavigation und Bluetooth-Bedienung verfügt. Eine im Innenraum angebrachte Plakette weist auf den Sonderstatus dieses E-Types hin.

Antrieb, Fahrwerk, Bremsen – alles neu

Der ursprünglich 4,2 Liter große Reihensechszylinder wich einem Pendant mit 4,7 Litern Hubraum, der an ein speziell entwickeltes und als offizielles Ersatzteil verfügbares Fünfgang-Schaltgetriebe gekoppelt ist. Die Antriebs-Kombination soll dem E-Type ein ruhigeres, leiseres und kultivierteres Fahrerlebnis bescheren. Fahrwerk und Bremsen hat Jaguar Classic verbessert und in die Radhäuser zogen breitere Räder mit haftstarken modernen Reifen. Auch den gesamten Abgasstrang ab Krümmer sowie die LED-Beleuchtung haben die Briten neu installiert. Zudem haben sie den Klassiker von Links- auf Rechtslenkung umgebaut, was Jaguar Classic zufolge eine recht gewöhnliche Maßnahme ist.

Hinzu kommen einige Teile, die Jaguar bei den Exemplaren der "E-Type 60 Collection" verbaut hat, mit denen der Hersteller im vergangenen Jahr das runde Jubiläum seiner Sportwagen-Legende zelebrierte. Auch wegen solcher Details wie dem speziellen Kennzeichen ("Jag 4") freut sich der nicht namentlich genannte Besitzer auf sein neues altes Auto: "Ich wollte einen klassischen E-Type, auf den man sich im Alltag verlassen kann und der sich auf langen Touren wohlfühlt, während er gleichzeitig dem Original treu bleibt – und das Ergebnis hat mich umgehauen", wird er in einer offiziellen Mitteilung zitiert.

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