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Lexus' Neuer – kein Rennwagen, aber ein Spritsparer

WELT-Logo WELT 14.09.2018
Lexus UX © Lexus Lexus UX

Mit dem UX wagt sich der japanische Hersteller ins umkämpfte Segment der kompakten SUV. Lexus-Käufer dürfen sich auf edle Anmutung und geringen Verbrauch freuen, sollten aber keine Tempofreaks sein.

Kleines Auto, große Ziele: Kompakte SUV verkaufen sich gut. Also drängt auch Lexus mit einem passenden Modell in den Markt. Der UX ist so etwas wie der feine Verwandte des Toyota C-HR, er soll Angeboten wie Mercedes GLA, Infiniti QX30 oder Audi Q2 Käufer abjagen – ab März 2019 und zu Preisen ab 33.000 Euro.

Für das Geld gibt es einen knapp 4,50 Meter langen Geländewagen, den Lexus vor allem mit Blick auf Europa entwickelt hat. Hier liegen kleinere Autos im Trend, der UX soll Lexus dabei helfen, die Zulassungszahlen bis zum Ende des Jahrzehnts endlich über die 100.000er-Marke zu hieven.

Basis des kompakten SUV ist Toyotas NGA-Plattform, auf der unter anderem auch der Prius aufbaut – für den Hersteller ist sie das, was für VW der modulare Querbaukasten ist.

Optisch setzen die Japaner auf ein markantes Design mit riesigem Grill, scharfen Kanten und schräger Heckklappe. Immer noch zerklüftet, allerdings deutlich weniger provokant als das des Toyota C-HR. Und übersichtlicher: Während man im Toyota beinahe im Blindflug rangieren muss, kann man im Lexus auch nach hinten noch etwas sehen.

Nobler, wenn auch kleiner Innenraum

Dazu gibt es innen einerseits Hightech – zum Beispiel digitale Instrumente und Touchpad auf der Mittelkonsole – und andererseits Materialien, die mehr Noblesse haben als die in manchem europäischen Nobelmodell.

Nur Platz bietet der UX vergleichsweise wenig – kein Wunder, bei gerade mal 2,64 Meter Radstand: Während man vorne noch bequem und luftig sitzt, muss man im Fond den Kopf unter dem flachen Dach ein wenig einziehen und die Knie anlegen. Und der Kofferraum gehört auch nicht zu den größten.

Zumindest in einer Variante wird es den kommenden Lexus auch mit elektrisch angetriebener Hinterachse geben, woraus sich gemeinsam mit dem Frontantrieb der Basis ein Allradantrieb ergibt.

Doch wie ein Geländewagen fühlt sich der UX trotzdem ganz sicher nicht an: Man sitzt recht nah am Boden, das Auto wirkt leicht und handlich – am ehesten fühlt sich der Fahrer wie in einem Sportwagen, so sehr nimmt ihn das Cockpit gefangen. Erst recht, wenn man die F-Sport-Version mit ihren stark konturierten Sitzen bestellt.

Praxisverbrauch statt Plug-in

Dummerweise weckt das Erwartungen, die der UX nur schwer erfüllen kann. Denn so sportlich, wie er suggeriert, ist er leider nicht. Erst recht nicht als UX250h, der von Lexus präferierten Hybridversion. Schon der UX 200, der über einen 171 PS starken Vierzylinder-Benziner ohne zusätzlichen Elektroantrieb verfügt, schafft keine 200 Kilometer pro Stunde.

In der Hybridvariante leistet der Verbrenner nur 146 PS – das drückt im Zusammenspiel mit dem E-Antrieb den Verbrauch noch weiter. Aber leider auch das Temperament. Obwohl der Elektromotor 109 PS beisteuert und die gesamte Systemleistung bei 178 PS liegt, geht dem Hybrid-UX bei Tempo 177 die Puste aus.

Die stufenlose Automatik ist allerdings deutlich weiterentwickelt, beim Kick-down hält sie auch nicht mehr ganz so jaulend die Übersetzung. Trotzdem ist sie immer noch weit weg von einem komfortablen Getriebe – und von einem dynamischen auch.

Als Plug-in gibt es das neue Modell bis auf Weiteres übrigens nicht. Bei Lexus begründet man das damit, dass solche Technik vor allem dem Katalogverbrauch nutze, dem auf der Straße weniger. Immerhin: Laut Prüfzyklus liegt der UX als Hybrid auch ohne die Technik bei 4,1 Litern – und diesmal sieht es danach aus, als wenn es auch in der Praxis nicht viel mehr wären.

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