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Marktstart, Preis, Vorstellung des Kleinwagens - Neuer Kia Picanto (2017)

auto motor und sport-Logo auto motor und sport 16.02.2017 Gregor Hebermehl
Kia Picanto: Nur in der Höhe hat der neue Kia Picanto um fünf Millimeter zugelegt, ansonsten bleiben die Außenmaße unverändert. Marktstart, Preis, Vorstellung des Kleinwagens - Neuer Kia Picanto (2017)

Die dritte Generation des Kia Picanto kommt 2017 auf den Markt. Er ist nur innen größer und zudem deutlich schicker geworden. Wir haben schon drin gesessen.

Der neue Kia Picanto wird dynamischer und größer. Der Radstand des Kleinwagens legt um 15 mm auf nun 2,40 Meter zu. Zugleich wird der vordere Überhang kürzer, der hintere dafür länger. Die Gesamtlänge bleibt mit 3.595 mm unverändert. Die neuen Proportionen sollen den Kia Picanto dynamischer wirken lassen. Der verlängerte Radstand soll mehr Platz im Innenraum schaffen.

Bei der ersten Präsentation des neuen Picanto fährt Kia natürlich die am besten ausgestattete Variante namens „GT-Line“ vor. Eine GT-Line gab es bei der Vorgängergeneration noch nicht. Und diese höchste Ausstattungslinie bringt mit 16-Zoll-Rädern (die Einstiegsvariante trägt 14-Zöller) auch die größten Picanto-Räder mit, die es bisher gab. GT-Linie bedeutet bei der jetzt dritten Generation des Picanto auch ein eigenständiger Wabenoptik-Frontgrill mit roten Farbakzenten in den Waben, eigenständige Nebellichter mit einem Reflektor in Sonnenstrahlen-Optik, eine sich über den kompletten Seitenschweller entlangziehende Farbapplikation und ein flottes rechts aus dem großen Heckdiffusor schauendes Doppelendrohr. An der Front fällt noch eine flache schwarze Fläche auf: Dahinter sitzt das Radar für das jetzt erstmalig beim Picanto verfügbare autonome Notbremssystem.

Beim Radstand hat der Picanto um 15 Millimeter zugelegt. Dieser Raumgewinn kommt der Kniefreiheit im Fond zugute. Aber Du steigst erstmal vorne ein. Der mit perforiertem Lederimitat überzogene Sitz gefällt Dir mit seinen festen Seitenwangen für den Rücken und den etwas weicheren Wangen für die Oberschenkel. Das Gestühl fühlt sich weder zu hart noch zu weich an. Trotzdem das ausgestellte Modell mit einem Schiebedach ausgerüstet ist, hast Du mit einer Körpergröße von 1,88 Metern noch genügend Luft über dem Kopf und Deine Schultern fühlen sich auch nicht eingeengt. Richtig angenehm ist ein neues und in der GT-Linie serienmäßiges Extra: eine in Längsrichtung um 5,5 Zentimeter verschiebbare Mittelarmlehne. Zum einen suchst Du eine Mittelarmlehne im Kleinwagensegment oft vergebens, zum anderen arretiert die Picanto-Lehne in allen ihren Einstellungen sehr fest – das können oft nicht mal die Armlehnen viel größerer Modelle so gut. Und: Die kleine Lehne lässt sich hochklappen und gibt ein Staufach frei, das größer ist als vermutet.

Klavierlack macht Innenraum schick

Die Sitzposition passt auch für große Leute und der runde Schaltknauf lässt sich gut greifen und liegt süchtig machend in der Hand. Hier schaltest Du gerne und ein bisschen nostalgisches Sportgefühl beschleicht Dich, wenn Du den großen Griff der mechanischen Handbremse siehst.

Vor dem Schalthebel sitzen nicht nur die Knöpfe für die Sitzheizung in der Mittelkonsole, sondern auch der Knopf für die Lenkradheizung – dabei hätte der auch auf das gut greifbare Multifunktionslenkrad gepasst. Der Navi-Bildschirm sitzt jetzt ganz oben, ragt über das Armaturenbrett hinaus. Ergonomisch ist dies perfekt und dank seiner schnittig eckigen Form und der Klavierlack-Applikationen sieht der Bildschirm gar nicht mal schlecht aus. Zudem beherrscht das Infotainment-System grundsätzlich Android Auto und Apple Carplay. Natürlich findet sich das in dieser Wagenklasse unvermeidliche Hartplastik großflächig in den Türinnen-Verkleidungen und auf dem Armaturenbrett – aber eine clevere Maserung lässt dieses optisch eher ungeliebte Material mehr als nur erträglich aussehen. Und an den inneren Türgriffen sitzen wiederum richtig modern schicke Lackapplikationen.

Theater-Spiegel

Neu sind auch sehr große Spiegel an den Innenseiten der Sonnenblenden. Auf der Beifahrerseite muss der Spiegel ohne eine eigene Beleuchtung auskommen, dafür gibt es auf der Fahrerseite den kompletten Theater-Glamour: Sowohl von rechts und links als auch von seiner kompletten Unterseite wird der Spiegel erhellt. Wandert Dein Blick weiter nach unten, entdeckst Du tief in der Mittelkonsole das Ladefach fürs induktive Laden Deines Handys – vorausgesetzt, Dein Handy beherrscht diese Ladetechnik. Noch weiter unten blitzt die Edelstahl-Pedalerie aus der Finsternis des Fußraums – die ist bei der GT-Linie ebenfalls mit dabei und macht den Kleinwagen-Fußraum richtig schmuck.

Die Rundumsicht geht nach vorne und zu den Seiten in Ordnung, nach hinten ist sie wegen der breiten C-Säulen und des kleinen Heckfensters ein wenig eingeschnürt. Da hilft die Rückfahrkamera, die sich sowohl einzeln bestellen lässt, die aber auch immer mit an Bord ist, wenn der Picanto ein Navigationsgerät mit an Bord hat. Ab dem dritten Quartal 2017 sorgt das Navi auch dafür, dass der Picanto erstmals eine stattliche Haifischflossen-Antenne auf seinem Dach trägt. Die Varianten ohne Navi fahren weiterhin mit einer klassischen Stabantenne vor.

Auch als Fünfsitzer

Die zweite Reihe kann jetzt von drei Personen besetzt werden, wobei der optionale Mittelsitz wohl eher eine Notlösung für spontane Fahrten sein wird. Aber auch der Mittelplatz im Fond ist, wie alle Picanto-Sitze, mit einer verstellbaren Kopfstütze ausgerüstet. Der Kopf des 1,88-Meter-Mannes hat auch im Fond noch Luft nach oben und von hinten schützt ihn die weit nach oben ausziehbare Kopfstütze. Nur für die Beine wird es eng, da ist dann Kompromisse aushandeln mit dem Vordermann angesagt. Vom Sitzkomfort her ordnet sich die Picanto-Rückbank bei sehr bequem und eher weich ein.

Stolz ist Kia auf den deutlich vergrößerten Kofferraum des Picanto – zu Recht: Das Heckabteil wuchs von 200 auf jetzt 255 Liter und damit zum größten Kofferraum in der Klasse der Kleinwagen. Der Trick: Jetzt gibt es einen doppelten Kofferraumboden. Der obere Boden lässt sich über eine Schlaufe einfach ein Stück nach hinten ziehen, dann gleitet er um 14,5 Zentimeter nach unten und gibt zusätzlichen Stauraum frei. Ein stufenloser Kofferraumboden entsteht mithilfe der im Verhältnis 60 zu 40 geteilten Rücklehne nur, wenn der Kofferraumboden in seiner oberen Position ist. 1.010 Liter Gepäck kann der Picanto bei umgelegter Rücklehne schlucken.

Für Lenkung und Fahrwerk verspricht Kia eine Überarbeitung Richtung mehr Präzision und Straffheit – unser erster Fahrbericht wird zeigen, wie ernst es Kia mit der Dynamik ist.

Drei Motorisierungen

Der neue Picanto ist in drei Motorisierungen verfügbar, wobei der für den Picanto neue 1,0-Liter-Dreizylinder-Turbo mit 100 PS erst ab dem vierten Quartal 2017 zu haben ist. Das Aggregat verrichtete zuerst im Cee’d seinen Dienst, dann bekamen es auch der Rio und jetzt eben der Picanto. Der T-GDI-Benziner generiert sein maximales Drehmoment in Höhe von 172 Newtonmetern zwischen 1.500 und 4.000/min. Verbrauchsdaten liegen zur neuen Turbo-Motorisierung, die sowohl für den Vier- als auch für den Fünfsitzer zur Verfügung steht, noch nicht vor.

Als zweitkräftigstes Aggregat kommt ein 1,25-Liter-Sauger mit 84 PS zum Einsatz. Dieser legt sein Drehmoment-Maximum von 122 Newtonmetern bei 4.000/min an die Kurbelwelle. Das 1,25-Liter-Triebwerk ist auch das einzige, das an eine Vierstufen-Automatik gekoppelt werden kann – die beiden anderen Aggregate werden ausschließlich in Kombination mit einer manuellen Fünfgang-Schaltung ausgeliefert. Als Fünfsitzer werden hier auf dem Prüfstand bei Ausstattung mit der Handschaltung im Schnitt 4,6 Liter pro 100 Kilometer fällig, bei Ausrüstung mit der Automatik steigt der Verbrauch auf 5,4 Liter. In viersitziger Konfiguration ist der 1.2 MPI nicht zu haben.

Die Einstiegs-Motorisierung bildet ein 1,0-Liter-Sauger mit 67 PS. 96 Newtonmeter stehen hier bei 4.000/min bereit. Den Durchschnittsverbrauch gibt Kia hier mit 4,4 Liter für den Fünfsitzer und 4,0 Liter für den Viersitzer an.

Live zu sehen ist der neue Kia Picanto erstmals auf dem Genfer Autosalon vom 9. bis 19. März 2017. Der Verkauf startet im zweiten Quartal 2017, Preise hat Kia noch nicht bekannt gegeben; sie dürften sich aber weitgehend am Vorgänger orientieren. Dessen Basispreis lag bei knapp 9.000 Euro für den 1,0-Liter-Dreizylinder mit 66 PS.

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