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Neue Erkenntnisse im Untreue-Skandal - Erwin Hymer Group North America

Promobil-Logo Promobil 24.01.2019 Martin Ehrenfeuchter
© picture alliance/Rolf Vennenbernd/dpa

Es war eine der Nachrichten des Reisemobiljahres 2018: Thor Industries kauft das Familienunternehmen Erwin Hymer Group (EHG) aus Bad Waldsee. Von rund 2,3 Milliarden Euro war die Rede. „Diese Transaktion stellt für Thor die einmalige Chance dar, sich mit dem europäischen Marktführer für Freizeitfahrzeuge zusammenzuschließen und gemeinsam mit ihm zu wachsen,“ sagte damals Bob Martin, Präsident und Vorstandsvorsitzender von Thor (promobil berichtete).

Unregelmäßigkeiten bei EHG NA

Doch nun möchte Thor noch einmal nachbessern: Hymers Nordamerika-Geschäft soll aus dem vereinbarten Deal herausgenommen werden. Der Grund: Unregelmäßigkeiten im Berichtswesen der Erwin Hymer Group North America (EHG NA). Von gefälschten Absatz- und Mitarbeiterzahlen war zunächst die Rede. Mehrere Manager sollen laut EHG bereits suspendiert worden sein. Externe Wirtschaftsprüfer untersuchen derzeit den Fall. Die Erwin Hymer Group teilt mit: „Aufgrund der laufenden Untersuchungen verhandeln Thor Industries und die Gesellschafter der Erwin Hymer Group über den Abschluss des Kaufs der Erwin Hymer Group ohne das Nordamerika-Geschäft.“

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Die Vermutungen scheinen sich zu bestätigen. Wie das amerikanische Wohnmobil-Fachmagazin RV Today berichtet, seien mindestens 1700 Rechnungen im Wert von 90 Millionen Euro manipuliert worden – mit der Zustimmung von ganz oben. Top-Manger der Tochtergesellschaft wie Vorstandschef Jim Hammill oder Finanzvorstand Mark Weigl mussten bereits gehen. Die EHG wollte sich zu den Vorfällen bislang noch nicht äußern. Die an den Standorten Cambridge und Kitchener kurze Zeit zuvor entlassenen 90 Mitarbeiter hätten mit den Betrugsfällen jedoch nichts zu tun, äußerte ein Sprecher der Hymer-Gruppe gegenüber der Süddeutschen Zeitung.

Deal in Gefahr?

Der Übernahmevertrag sei laut Hymer und Thor Industries derweil nicht in Gefahr. „Thor und EHG verhandeln derzeit über entsprechende Anpassungen der Bedingungen des Aktienkaufvertrags, einschließlich Anpassungen des Kaufpreises.“ teilte das Unternehmen in einer entsprechenden Pressemitteilung mit und führte weiter aus: „Es wird erwartet, dass die überarbeiteten Bedingungen unter anderem sowohl eine Herabsetzung des Kaufpreises als auch eine Verringerung der Verpflichtungen enthalten, die die Gesellschaft im Rahmen des ursprünglichen Aktienkaufvertrags ansonsten übernommen hätte.“

Die Eigenkapital-Komponente soll sich nicht ändern. Der Konzern will den Deal dennoch im dritten Quartal des Geschäftsjahres abschließen. Und auch EHG-Vorstandschef Martin Brandt äußerte sich in der Schwäbischen Zeitung optimistisch: „Beide Seiten wollen den Deal machen.“ Dann aber wohl ohne die Erwin Hymer Group North America.

Verkauf mit Ansage

Am 18. September 2018 hatte Thor Industries die Übernahme des schwäbischen Freizeitfahrzeug-Herstellers für rund 2,3 Milliarden Euro bekannt gegeben. Der Kaufpreis sollte durch Barmittel und mit Eigenkapital finanziert werden. Der Verkauf kam nicht überraschend, schließlich hatte die EHG schon länger nach einem passenden Investor gesucht. Durch den Kauf der Erwin Hymer Group würde Thor Industries zum größten globalen Hersteller für Freizeitfahrzeuge.

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