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Ennstal-Classic 2019: Sport mit dem letzten Kulturgut

motor.at-Logo motor.at 10.07.2019 Redaktion motor.at

Was die Zuseher bei Österreichs renommiertester Oldtimer-Rallye heuer erwartet.

© Ennstal-Classic/Martin Huber

Christian Clerici bringt es auf den Punkt: "Die Mobilität ist im Umbruch, Elektroauto, Wasserstoffauto  -  was immer es wird – die Ennstal-Classic zeigt uns, was am Beginn stand. Diese Autos sind das letzte Kulturgut, das wir aus der Pionierzeit noch haben".

Österreichs renommierteste Oldtimer-Rallye steigt zwischen dem 25.und 27.Juli mit einem Monster-Startfeld von 234 Autos bis Baujahr 1972. Die Ennstal-Classic wurde 1993 zum ersten Mal ausgetragen: eine Oldtimer-Rallye die mit 35 Startern begann. Walter Röhrl war der erste Sieger. Inzwischen etablierte sich die Ennstal zur bedeutendsten Oldtimer-Rallye ÖsterreichsAuch im Zeitalter der E-Autos lebt das Interesse und die Leidenschaft für das Blech der frühen Jahre so heftig wie nie zuvor.

Nicht weniger als 49 Marken – darunter viele die es längst nicht mehr gibt -  werden unter 18 Nationen aufgeteilt, unter anderen mit Piloten aus Finnland, der USA, Australien, Italien, Mexico, Russland, Griechenland, Slowenien, der Schweiz und Deutschland.

Die Hotspots der 850 km Strecke

Die Strecke ist für die alten Autos, aber auch für die Piloten eine Herausforderung. Gespickt mit geheimen Sonderprüfungen auf denen es gilt den 40 bzw. 50 km/h Schnitt zu halten, sind am 1.Fahrtag  (Donnerstag 25.Juli) 403 km, am 2.Tag (Freitag 26.Juli) 451 km zu absolvieren. Höhepunkt am Donnerstag ist die Fahrt über die Postalm und die SP auf dem Red Bull Ring. Hotspots am Freitag sind die Etappenorte Lunz, Steyr und der Alpenflugplatz Niederöblarn und die Fahrt durchs Gesäuse.

Die Oldtimer bei der Einfahrt in Steyr © Ennstal-Classic/Ondrej Kroutil Die Oldtimer bei der Einfahrt in Steyr

Startnummer 1

Das älteste Auto, das die Startnummer #1 trägt, ist ein Ballot Rennwagen, der 1920 in Indianapolis siebenter wurde, 1921 gewann Jules Goux mit diesem herrlichen Fossil aus der heroischen Zeit der Automobil-Geschichte, den Grand Prix von Italien. Heute sitzt Alexander Schaufler im Cockpit des 107 PS starken Boliden.

Porsche bringt  Mark Webber und «Striezel» Stuck

Das Porsche-Museum Stuttgart schickt fünf Teams in die Ennstal-Classic, die eine Mischung von Lenkrad-Legenden und Männern aus der Vorstandsetage darstellen. Aufsichtsratvorsitzender Dr.Wolfgang Porsche wird mit Günther Horvath einen 356 Carrera 2 chauffieren. Lenkradlegende Hans-Joachim "Striezel" Stuck bekommt den berühmten «Dreikantschaber» aus dem Jahr 1963. Mark Webber, der australische Ex-Formel 1 Pilot und Langstrecken-Weltmeister wird einen Porsche 356 Speedster 1600 S zünden. Er wird der Top-Star der Ennsal-Classic 2019. Mark gilt als großer Sympathieträger, er absolvierte 215 Formel 1 Grand Prix und holte 9 Siege und 13 Polepositionen. Er fuhr in der Formel 1 für Minardi, Jaguar, Williams und Red Bull und schaffte insgesamt 42 Podestplätze. Für Porsche gewann er 2015 den Titel eins Fahrerweltmeister in der Langstrecken-WM.

Mark Webber © Porsche Mark Webber

Lutz Meschke, Vorstand für Finanzen und IT fährt einen 356 1600S, und Roland Heiler, CEO von Porsche Design, steigt mit einem Journalisten von der Welt in einen 356 1600S.

Ennstal-Premiere: Rudi Lins im Porsche  908/2

Der 1944 in Bludenz geborene Rudi Lins war in den 60er Jahren einer der besten Autorennfahrer in Österreich. Ab 1966 wurde er dreimal in Folge österreichischer Bergmeister. Als er 1967 auf einem Porsche Carrera 6 die Europa-Bergmeisterschaft für Sportwagen gewann, war er längst Werksfahrer bei Porsche. 1968 wurde er gemeinsam mit Vic Elford auf Porsche 910 Zweiter beim 1000 km Rennen von Paris. Seinen größten Erfolg feierte der Vorarlberger 1970 im 24 Stunden Rennen von Le Mans, wo er mit Helmut Marko Dritter auf einem Porsche 908/02 wurde. Rudi Lins ist zum ersten Mal bei der Ennstal-Classic, in Gröbming wird er einen Porsche 908/2 demonstrieren.

Rudi Lins © Porsche Rudi Lins

Stars und Promis...

Derek Bell, Arturo Merzario, Dieter Quester, Jochen Mass, Daniele Audetto, Rauno Aaltonen und Rudi Stohl blicken auf eine erfolgreiche Vergangenheit hinterm Lenkrad zurück. Auch heuer ist die Dichte der Promis und Manager groß, am Start stehen: Peter Kraus, Christian Clerici, Rudi Roubinek, Wolfgang Brandstetter, Dieter Böhmdorfer, Siegfried Wolf, Michael Tojner, Hans-Peter Schützinger, Michael Krammer und Jo Ramirez.

Die Ennstal-Sieger

Auch frühere Ennstal-Sieger werden in Gröbming von der Startrampe rollen, wie Alexander Deopito – der 2017 als Erster mit einem Vorkriegsauto Gesamtsieger wurde, und heute als Top-Star der heimischen Oldtimer-Bewerbe gilt. Weiters sind dabei die 1x-Sieger Rauno Aaltonen (1998), Alois Heidenbauer (2011), Sebastian Klackl (2010), Richard Kaan (1996), und Gerry Brandstetter (2002). Die Zweifach-Sieger heißen: Fritz Radinger/Thomas Wagner (2015 und 2016), sowie Alexander und Florian Deopito (2017, 2018). Modemacher Helmut Schramke und Peter Umfahrer stehen als Dreifach-Sieger  (2003, 2006, 2012) auf der Rampe.

Abarth-Festival bei Speed-Show

Freitag steigt auf dem Fluglatz Niederöblarn die Speed-Show für GT und Rennsportwagen. Namhafte Abarth-Enhusiasten sorgen mit ihren Autos für eine Hommage an den legendären Österreicher. Die Scuderia Velsecco setzt zwei Wagen ein: Rudi Roubinek fährt einen Fiat-Abarth 2000, den ihm Franz Steinbacher zur Verfügung stellt. Bei diesem 170 PS starken Formula 2000 Monoposto handelt es sich um den allerletzten Rennwagen an dem Carlo Abarth im Frühjahr 1979, mittlerweile als Konsulent für seine ehemalige Firma, bei der Gesamtkonzeption noch wesentlich mitgearbeitet hat.

Arturo Merzario auf Abarth © Ennstal-Classic/Peter Meierhofer Arturo Merzario auf Abarth

Franz Steinbacher sitzt im Cockpit eines Abarth 1600 SP  mit 170 PS aus dem Jahre 1967. Aus der Collection Möll kommt der 365 PS starke Abarth 3000 V-8 Sport Spider Prototyp, das Auto wird von Jürgen Bode gelenkt.Star des Abarth Festival ist Arturo Merzario . Er fuhr 57 Formel 1-Rennen auf Ferrari, Williams, March, Wolf und seinem Grand  Prix-Eigenbau, er gilt als Lebensretter von Niki Lauda, als dieser am 1. August 1976 am Nürburgring seinen Feuerunfall hatte.

Egon Hofer bringt einen Ferrari 212E/206S S Spyder, Baujahr 1966, mit großer Vergangenheit an den Start.  Zwei echte Boliden kommen von Peter Schleifer, ein  hochkarätiger Hobby-Racer, der seinen 500 PS starken March Formel 5000 in die Auslage stellt. Rudi Raml aus Altenberg bei Linz bringt eine Attraktion zur Speed-Show: jenen Wolf-Cosworth WR8 Formel 1-Renwagen wie er 1979 von Keke Rosberg gefahren wurde.

Link: Ennstal-Classic

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