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Mit der Bodenmarkierung auf Du und Du

Die Presse-Logo Die Presse 26.04.2019
© Bereitgestellt von Styria Digital One GmbH

Mit einem SUV oder Crossover kann man derzeit nichts falsch machen, und wem man das kaum erzählen muss, ist BMW: Alles, was bei der Marke ein X trägt, gilt quasi als Selbstläufer, und deshalb reicht das Angebot mittlerweile schon durchgehend von eins bis sieben.

Der Kleinste der Truppe ist aber nicht etwa der X1, sondern der 2017 vorgestellte X2. Ein gewagtes Format – gäbe es nicht den historischen Überraschungserfolg des X6 als knapper zugeschnittene, weniger geschäftsmäßige Version des X5.

Flanken mit Schmuck

Der X2 wiederum ist die tiefer gelegte, bei gleichem Radstand um acht Zentimeter verkürzte, gechoppte und engere Variante des X1. Und natürlich die teurere. Da sollte es nichts unter 19-Zoll-Rädern sein, um die geschärften Proportionen nicht zu verwässern, und das entsprechende Adelsprädikat findet sich als Propeller-Emblem an den C-Säulen, derlei Flankenschmuck war vor ewigen Zeiten den feinen Coupés von BMW vorbehalten.

Während der X2 damit eine der kostspieligsten Arten ist, ein Auto unter 4,4 Metern Länge anzuschaffen, besetzt der M35i wiederum die Spitzenposition unter den Varianten, bei Motorleistung und erwartbar auch im Preis: 61.250 Euro stehen in der Liste, und ohne gröbere Schwierigkeiten durchbricht man mit ein paar Extras die 70.000-Euro-Grenze.

Auf einen Sechszylinder unter der Motorhaube, wie es die Modellbezeichnung suggeriert, hofft man dennoch vergebens. Hier verrichtet ein Zwei-Liter-Vierzylinder mit 306PS seinen Dienst. Beim Kaltstart könnte man sich fast noch einmal foppen lassen. Das Röhren bei der programmierten Drehzahlanhebung ist fast perfekte akustische Mimikry des M-Reihensechsers. Ein netter Effekt, ganz anders als die Unkultur eines Soundgenerators, der das naturgemäß dezente Betriebsgeräusch des Motors mit Brummen unterlegt, das wohl sportlich oder schlicht nach mehr klingen soll, tatsächlich aber nervt. Wir fanden keine Möglichkeit, es abzuschalten.

An der Grenze der M-Neigungsgruppe

Davon abgesehen ist das ein schöner, wenn im Fach auch nicht herausragender Antrieb. Zwei-Liter-Turbo mit um die 300 PS tummeln sich schon einige auf dem Markt, die Vorteile des solcherart aufgerüsteten X2 sind die bombenfeste Allradtraktion und die Achtgangautomatik, die schnell und geschmeidig zur gleichen Zeit ist. Wenn ein Auto von der Statur des X2 besonders sportlich sein soll, dann heißt das für den Komfort an Bord meist nicht Gutes. Die typische M-Neigungsgruppe wird das vermutlich freudig hinnehmen, für alle anderen ist es zumindest irritierend, wenn die aufgetragene Farbe eines Zebrastreifens bis zu den Passagieren durchgereicht wird.

Die optionalen 20-Zoll-Räder haben zweifellos ihren Anteil daran. Das Fahrwerk will den geringsten Eindruck von einem trägen, weil höheren Aufbau (auch angesichts des nicht unbeträchtlichen EU-Leergewichts von 1685 kg) vermeiden, und geht deshalb äußerst straff ins Gericht. Bei forcierter Gangart kommt das System dennoch bald mit Neigungen zum Schaukeln an seine Grenzen, jedenfalls gemessen an Maßstäben, für die der Buchstabe M steht. Sonst: erstklassige Ausrüstung rundum, spürbar hohe Bauqualität und allerlei Kurzweil im schönen Cockpit oder bei Zwischensprints – die guten Sitze helfen, die Schläge von unten wegzustecken. (tiv)

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