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Potential bei Gründerinnen bei Weitem nicht ausgeschöpft

Dass sie Unternehmerin werden würde, war ihr eigentlich immer klar. "Ich bin in einem Betrieb aufgewachsen. Verantwortung zu übernehmen, war immer Teil meines Lebens", erzählt Bärbel Grünberger. Und doch verlief ihre berufliche Laufbahn wenig geradlinig. Als junge Frau träumte sie von einer Karriere als Ballerina, wurde Requisiteurin, später machte sie eine Ausbildung zur Immobilienkauffrau. Vor zehn Jahren übernahm sie sehr kurzfristig den väterlichen Betrieb. Der belieferte den Großhandel mit Kleinmöbeln aus Teak. "Der Großhandel hat eine sehr maskuline Struktur. Das war nicht einfach, mich da zu behaupten", erzählt die Bayerin und lacht, wenn sie an Ihre Anfangsjahre als Unternehmerin denkt. Heute, mit 37 Jahren, macht ihr niemand mehr etwas vor. Abenteuer E-Commerce Vor einigen Monaten wagte sich Bärbel Grünberger in ein neues unternehmerisches Abenteurer. "E-Commerce", heißt es, der elektronische Handel im Internet. Seitdem befasst sie sich mit der Suchbegriffanalyse, der idealen Produktpräsentation im Internet und mit ihrem Instagram-Kanal. "Wenn man, so wie ich, bisher nur das Offline-Geschäft kannte, dann ist das Neuland. Jetzt erscheint mir der Großhandel manchmal regelrecht antik", stellt sie erstaunt fest. Das digitale Geschäft macht ihr unglaublich viel Spaß. "Man kann so viel ausprobieren und beim E-Commerce ist es völlig egal wie Du ausschaust, ob du alt oder jung, eine Frau oder ein Mann bist." Das Wachstum stimmt Grünberger bietet dekorative Eisen- und Glasprodukte unter der Marke "Varia Living" im Internet über Plattformen wie Amazon an. Es ist ihr zweites unternehmerisches Standbein neben dem Großhandel. Wachstum sieht sie vor allem im digitalen Bereich. Allein im Februar dieses Jahres konnte sie den Umsatz um 500 Prozent steigern. 50 Produkte bietet sie bisher im Internet an, Gewinne macht sie noch nicht, aber die Aussichten sind gut, davon ist Grünberger überzeugt. Unterstützung für Gründerinnen "Mehr Frauen, die Unternehmen gründen, bedeuten auch: Mehr Ideen, mehr Arbeitsplätze und stärkeres Wachstum für Deutschland. Eine hohe Diversität von Geschäftsmodellen und Unternehmenskulturen kann zudem entscheidende Wettbewerbsvorteile bringen", heißt es hoffnungsvoll beim Bundeswirtschaftsministerium. Das Ministerium hat zahlreiche Initiativen gestartet, um gründungswillige Frauen zu unterstützen. Es gibt ein "Existenzgründerinnen-Portal" oder "Women in digital" mit dem Fokus auf Gründerinnen im digitalen Bereich. Das Ministerium ist mit seinen Initiativen nicht allein. "Unternehmerinnen der Zukunft" heißt zum Beispiel ein Programm, an dem sich neben anderen der Verband deutscher Unternehmerinnen, VdU, und der Digital-Riese Amazon beteiligt. Das Förderprogramm bietet digitales Coaching für Unternehmerinnen, die ihre Produkte im Internet verkaufen wollen. Entscheidend für den Erfolg der Unternehmerinnen ist aber auch die Vernetzung untereinander. Etwas bewegen Die Australierin Kathy Wong ist eine begnadete Netzwerkerin und leidenschaftliche Unternehmerin. Gerade ist sie in Europa unterwegs, trifft Gründerinnen und Produzenten, um sie von ihrer Idee zu überzeugen. "Geh raus und bewege etwas" ist ihr Motto. Wong, die sich nach einem erfolgreichen Firmenverkauf eigentlich zur Ruhe hätte setzen können, will nun soziales Unternehmertum promoten. Wie das geht, zeigt sie mit ihrem Unternehmen 'Moeloco'. Die trendigen Flip-Flops hinterlassen einen ganz besonderen Fußabdruck im Sand. 'I am free' oder 'Be crazy' steht dann beispielsweise im Sand. 8000 Flip-Flops wurden bereits weltweit verkauft, für jedes verkaufte Paar spendet Moeloco ein Paar feste Schuhe für Kinder in Kalkutta, die dann zur Schule gehen können. "Wir sind ein ganz normales Unternehmen, doch unser Wirken hat positive soziale Folgen, aber wir sind keine Wohltätigkeitsorganisation", betont Wong. Unternehmerinnen seien sozialen Themen gegenüber generell aufgeschlossener und könnten in diesem Bereich viele kreative Ideen einbringen, gibt sich Wong überzeugt. "Frauen haben unglaubliche Möglichkeiten." Gleichberechtigung auf dem Spielfeld Ohne das Internet wäre dies aber wohl deutlich schwerer. Dank der digitalen Plattformen ist das Gründen für Unternehmerinnen heute viel leichter als noch vor einigen Jahren. Die Bayerin Bärbel Grünberger gründete ihr zweites unternehmerisches Standbein in nur drei Monaten. "Das Schöne am Unternehmerinnensein ist, dass ich immer wieder eigene Ideen umsetzen kann", erzählt sie voller Leidenschaft. Kathy Wong sieht Frauen endlich gleichberechtig auf dem unternehmerischen Spielfeld. Sie baut gerade ihre Social Media-Kanäle aus und startet eine Interviewreihe auf Youtube. Autor: Manuela Kasper-Claridge
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