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Wie Anleger vom Geschäft mit dem flüssigen Gas profitieren

Die Presse-Logo Die Presse 13.05.2022 Von Raja Korinek
LNG-Terminals im Fokus: Griechenlands Premier Kyriakos Mitsotakis besichtigte die Anlage auf Revithoussa. / Bild: (c) via REUTERS (GREEK PRIME MINISTER´S OFFICE) © LNG-Terminals im Fokus: Griechenlands Premier Kyriakos Mitsotakis besichtigte die Anlage auf Revitho... LNG-Terminals im Fokus: Griechenlands Premier Kyriakos Mitsotakis besichtigte die Anlage auf Revithoussa. / Bild: (c) via REUTERS (GREEK PRIME MINISTER´S OFFICE)

Wien. Der Ukraine-Konflikt hat längst Europas Energiemarkt erfasst. Die Europäische Union (EU) drängt auf ein Embargo gegen russisches Öl. Auch die Gaslieferungen aus dem Osten werden von einigen Mitgliedstaaten mittlerweile hinterfragt. Und vor Kurzem gab die Ukraine einen Transitstopp russischen Gases durch die Region Luhansk bekannt.

Im Vorjahr importierte die EU laut Zahlen der Internationalen Energieagentur immerhin gut 155 Milliarden Kubikmeter Erdgas aus Russland und deckte damit 40 Prozent des Gesamtbedarfs ab. In Österreich ist ebendiese Quote mit 80 Prozent doppelt so hoch, die Abhängigkeit damit besonders groß.

Überhaupt wird Gas in den nächsten Jahren noch eine wichtige Rolle spielen: Der Energieträger soll unter anderem Kohle in der Verstromung weltweit ablösen, zumindest bis ausreichend Kapazitäten aus erneuerbaren Energien vorhanden sind. Einige EU-Länder haben sich dabei schon jetzt auf die Suche nach neuen Quellen gemacht, um die Abhängigkeit von Russland zu verringern.

Baustart für neue Terminals

In Griechenland etwa wurde mit dem Bau eines schwimmenden Import-Terminals beim Hafen Alexandroupoli begonnen, der künftig mit verflüssigtem Erdgas (Liquified Natural Gas, kurz LNG) beliefert werden soll, etwa aus Algerien, Katar oder auch den USA. Ab 2023 sollen auf diesem Weg jährlich 5,5 Milliarden Kubikmeter Erdgas nach Südosteuropa fließen.

Auch im deutschen Wilhelmshaven startete der deutsche Versorger Uniper mit der Errichtung eines schwimmenden LNG-Terminals um rund 65 Millionen Euro. Hierbei soll die jährliche Kapazität sogar 7,5 Milliarden Kubikmeter umfassen. Gas soll auch hier unter anderem aus den USA kommen.

Und wer könnten die Profiteure solch einer Entwicklung jenseits des Atlantiks sein? Dazu zählt etwa Cheniere Energy. Das Unternehmen ist größter Produzent und Exporteur von Flüssigerdgas in der Region. Insgesamt verfügt Cheniere über jährliche Produktionskapazitäten von 45 Millionen Tonnen LNG, die Kapazität könnte im Sommer 2022 um weitere zehn Millionen erweitert werden. Allein im ersten Quartal 2022 vermeldete Cheniere ein neues Rekordhoch beim Export von flüssigem Gas, wovon schon jetzt rund 75 Prozent nach Europa geliefert wurden.

Die Aktie ist dabei auch Teil aller drei Portfolios in der Tabelle. Jenes von Goldman Sachs investiert zudem in die US-Energieriesen Exxon und Chevron. Ersterer Konzern mischt mit seiner Tochter Exxon Mobil LNG in ebendiesen Geschäft mit. Seit einem Jahr exportiert die Firma zum Beispiel Flüssiggas nach Singapur. Vor Kurzem sicherte sie sich einen Liefervertrag mit der griechischen Hafenstadt Volos. Am australischen Gorgon-Projekt, das jährlich rund 16 Millionen Tonnen LNG produziert, ist Exxon außerdem zu 25 Prozent und Chevron zu 47,3 Prozent beteiligt.

Im HAN ETF liegt hingegen der Schwerpunkt auf Energie-Infrastruktur-Firmen aus den USA und Kanada, die in der Verarbeitung, dem Transport und der Lagerung von Öl, Erdgas und LNG tätig sind, wozu nebst Cheniere etwa Enbridge und Energy Transfer zählen. Letzterer Konzern baut gerade einen LNG-Exportterminal im US-Bundesstaat Louisiana.

Meist hohe Dividenden

Energy Transfer nimmt im L&G-ETF sogar die größte Gewichtung ein. Auch Titel wie Crestwood Equity Partners und Holly Energy Partners sind Teil des ETF. Letztere Firma ist vor allem im Transport und der Lagerung von Öl und Petroleumprodukten tätig.

Obendrein haben solche Energie-Infrastruktur-Firmen eine Gemeinsamkeit: Sie lukrieren fixe Tarife, die meist regelmäßig an die Inflation angepasst werden. Und sie schütten in der Regel einen hohen Anteil ihrer Gewinne an Aktionäre aus, wobei die aktuellen Dividendenrenditen im Schnitt bei knapp sieben Prozent liegen.

Kursrisken gibt es dennoch auch bei diesen Produkten – sowie ein Währungsrisiko zum Dollar.

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