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Alibaba-Gründer: „Die 72-Stunden-Woche ist ein Segen“

t3n Magazin-Logot3n Magazin 15.04.2019 Jörn Brien
Alibaba-Gründer und Chef Jack Ma. © dpa Alibaba-Gründer und Chef Jack Ma.

Alibaba-Gründer Jack Ma hat die zuletzt in Chinas Tech-Gemeinde kritisierte 72-Stunden-Woche als „Segen“ bezeichnet. Andere Konzernlenker pflichteten Ma bei.

Seit Wochen regt sich unter Chinas IT-Spezialisten Widerstand gegen zu lange Arbeitszeiten und zu viele Überstunden. Tausende Entwickler machten ihrem Unmut auf der Plattform GitHub Luft – auf einem eigens eingerichteten Repository namens 996.ICU. 996 bedeutet eine Arbeitszeit zwischen 9 Uhr morgens und 9 Uhr abends, sechs Tage die Woche. Der E-Commerce-Riese Alibaba wurde dabei als Negativbeispiel gebrandmarkt. Dessen Gründer Jack Ma hat sich jetzt zu Wort gemeldet.

Alibaba-Gründer lobt 996

In einem Beitrag auf der Social-Media-Plattform Weibo schrieb Ma, dass es ein großer Segen sei, 996 – also 72 Stunden in der Woche – arbeiten zu können. Menschen, die für sein Unternehmen arbeiten wollten, müssten dazu bereit sein, so Ma laut Handelsblatt. Und weiter: „Wenn Menschen nicht einmal 996 arbeiten, wenn sie jung sind, wann können sie es dann?“. Daraufhin wurde Ma in den chinesischen sozialen Medien angegriffen und scharf kritisiert.

Am Sonntag bekräftigte Ma seine Aussagen noch einmal öffentlich, wie Bloomberg berichtet. Trotz der Kritik halte er an seinen Worten fest. Denn was fehle, seien wahre Worte, die die Leute zum Nachdenken anregen, so Ma. In das gleiche Horn wie Ma stieß auch Alibabas Erzrivale, der Onlinehändler JD.com. Dessen CEO Richard Liu erklärte via Wechat, dass er niemanden zwinge, 996 zu arbeiten. Wer sich bei der Arbeit aber hängen lasse, sei nicht sein „Bruder“.

Besonders übel aufstoßen dürfte den Programmierern und Entwicklern in China angesichts der von ihnen kritisierten extrem langen Arbeitszeiten und der daraus folgenden gesundheitlichen Schäden eine weitere Aussage Mas. Wer 996 arbeite, habe seine Leidenschaft gefunden und das bloße Geldverdienen hinter sich gelassen. Allerdings meinte Ma, er würde die eigenen Mitarbeiter nicht zu überlanger Arbeit zwingen.

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