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Audi ruft E-tron zurück – und bestätigt größte Sorge der Skeptiker

WELT-Logo WELT 12.06.2019 Philipp Vetter
Der Autohersteller Audi ruft seine e-tron-Modelle zurück. Grund: es bestehe die Gefahr, dass es zu einem Kurzschluss kommt und die Batterie Feuer fängt. Quelle: WELT/ Sebastian Struwe © WELT/ Sebastian Struwe Der Autohersteller Audi ruft seine e-tron-Modelle zurück. Grund: es bestehe die Gefahr, dass es zu einem Kurzschluss kommt und die Batterie Feuer fängt. Quelle: WELT/ Sebastian Struwe

Nur wenige Wochen nach dem Start der Auslieferungen der ersten elektrischen E-trons muss Audi einen Großteil der Elektroautos schon wieder zurückrufen. Es besteht „unter wirklich ungünstigen Bedingungen“ die Gefahr, dass es zu einem Kurzschluss kommt und die Batterie des Fahrzeugs Feuer fängt, bestätigte ein Sprecher WELT.

Das Unternehmen werde einen verpflichtenden Rückruf bei den zuständigen Aufsichtsbehörden beantragen. Betroffen sind fast alle bereits 7000 weltweit ausgelieferten Exemplare. 2300 der E-trons, die nun in die Werkstätten müssen, sind in Deutschland zugelassen.

Audi hatte erst im März mit den Auslieferungen des ersten reinelektrischen Modells begonnen, das eigentlich als Kampfansage an die Konkurrenz von Tesla gedacht war. Doch nun gab es schon nach wenigen Wochen erste Fälle, in denen die Batteriewarnleuchte anzeigte, dass Feuchtigkeit am Steuergerät des Akkus festgestellt wurde. Brände aufgrund des Fehlers seien bislang nicht bekannt, sagte der Audi-Sprecher,

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Die Feuchtigkeit konnte offenbar über ein Niedervolt-Kabel eindringen, wenn der E-tron bei Regen an eine Ladestation angeschlossen werde. Es müsse schon „ein Sturzregen“ heruntergehen, damit das Problem überhaupt auftrete, sagte der Sprecher. Grundsätzlich könne nichts passieren, wenn der Fahrer alle Warnleuchten des Fahrzeugs beachte.

Trotzdem nehme man die Sache sehr ernst. Auch deshalb habe man sich dazu entschieden, einen verpflichtenden Rückruf bei den Behörden in Europa zu beantragen, so dass die Halter offiziell angeschrieben und in die Werkstätten bestellt werden.

Betroffen sind derzeit ausschließlich Nordamerika und Europa, wo die Auslieferungen der mehr als 20.000 bestellten E-trons schon begonnen hat. In China, dem derzeit wichtigsten Elektroautomarkt, ist der Start des Stromers erst für das zweite Halbjahr geplant.

Dass die Probleme nun überhaupt bekannt wurden, liegt daran, dass in Nordamerika bereits mit den Rückrufen begonnen werden musste, weil die Auslieferungen in Kanada beginnen sollten. Die Verhandlungen mit den europäischen Behörden würden derzeit noch laufen, noch ist kein Rückruf offiziell angeordnet.

Unter der Haube der bereits ausgelieferten Exemplare des Audi E-Tron gibt es ein kleines Problem mit der Batterie © Florian Gehm Unter der Haube der bereits ausgelieferten Exemplare des Audi E-Tron gibt es ein kleines Problem mit der Batterie

Größere Lieferverzögerungen soll es durch die technischen Probleme nicht geben, sagte der Audi-Sprecher. Lediglich Käufer, deren Autos bereits produziert und auf dem Weg zur Auslieferung waren, müssten nun womöglich etwas länger warten, weil der Defekt erst repariert werden soll, bevor die Fahrzeuge dann tatsächlich dem Kunden übergeben werden könnten. Alle derzeit produzierten E-trons würden jedoch schon mit einem verbesserten Kabelbaum ausgestattet, bei dem diese Probleme nicht mehr auftauchen könnten, so der Sprecher.

Es handelt sich um das erste große Problem mit dem Vorzeige-Elektroauto der Ingolstädter. Es gehe dabei aber um eine Schwierigkeit, wie sie beim Hochlauf der Produktion eines neuen Modells häufig vorkäme, betont man beim Hersteller. Für Audi ist das Signal, das nun von dem Rückruf ausgeht, dennoch fatal.

Schließlich hatten die deutschen Hersteller stets behauptet, dass sie zwar deutlich später mit ihren Stromern auf den Markt kämen als Tesla, dafür aber auch eine ganz andere Qualität bieten würden. Dass nun gleich zu Beginn Tausende Fahrzeuge wegen eines Sicherheitsrisikos in die Werkstätten müssen, ist für den Ruf der deutschen Hersteller wenig hilfreich.

Hinzu kommt, dass ausgerechnet die Brandgefahr bei Batterien ohnehin zur Sorge vieler Autofahrer vor dem Kauf eines Elektrofahrzeugs gehört. Nun scheint der Audi-Rückruf zumindest die abstrakte Gefahr zu bestätigen.

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