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Finanzen aktuell

Deutsche „Bremssignale“ auch in Österreich spürbar

KURIER-Logo KURIER 14.03.2019 Redaktion kurier.at

Das heimische Wachstum fällt auf 1,2 Prozent (2019) bzw. 1,3 Prozent (2020), prognostiziert IfW-Chef Gabriel Felbermayr.

© AP

Eine Krise oder gar Rezession sei zwar nicht in Sicht. Die deutsche Konjunktur kühle sich aber ab, stellt das Institut für Weltwirtschaft (IfW) in Kiel fest. Diese Bremssignale wirken sich wegen der engen Verflechtungen auch auf Österreich aus.

Als „Daumenregel“ gilt: Ein Rückgang von einem Prozentpunkt in Deutschland kostet einen Viertel-Prozentpunkt in Österreich, sagte der frisch gebackene IfW-Chef Gabriel Felbermayr bei einem Pressegespräch der Deutschen Handelskammer (DHK) in Wien.

Gabriel Felbermayr © DHK/Günther Peroutka/Guenther Peroutka Gabriel Felbermayr

In Zahlen gegossen: Das IfW rechnet für Deutschland 2019 und 2020 mit einem Zuwachs der Wirtschaftsleistung (BIP) von nur noch 1,0 Prozent und 1,8 Prozent. Das ist verglichen mit OECD-Erwartungen noch eher optimistisch.

Die Prognose für 2020 ist dadurch (positiv) verzerrt, dass in Deutschland ungewöhnlich viele Arbeitstage anfallen. Zudem glaubt das IfW, dass zwei Sondereffekte teilweise nachgeholt werden, die die Wirtschaft Ende 2018 um ein Haar in die Rezession gestürzt hätten.

Der eine Faktor waren die neuen Abgastests nach WLTP-Standard, die zu Engpässen der Produktion geführt hatten.

Der andere Faktor war der niedrige Wasserstand des Rheins: Der Fluss spiele eine wichtige Rolle für Rohstoff-Transporte, pflichtete BASF-Manager Harald Pflanzl bei: Die Anlieferung in Ludwigshafen sei 2018 phasenweise zum erliegen gekommen. Allein den Chemiekonzern BASF habe das mit einem negativen Ergebnisbeitrag von 250 Mio. Euro getroffen.

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China eine „black box“

Für Österreich rechnet Felbermayr heuer und nächstes Jahr nur mit 1,2 Prozent bzw. 1,3 Prozent BIP-Plus.

Sollte Großbritannien die EU nach einem „harten“ Brexit wie Drittstaaten bezollen, könnte das dem deutschen Wachstum langfristig bis zu 0,8 Prozent kosten. Für Österreich wäre der BIP-Effekt mit bis zu 0,3 Prozent weniger stark. Die Briten könnten eine große Rezession wohl vermeiden, sofern sie den Brexit gut managen. Selbst im No-deal-Fall.

Eher ratlos lassen den Ökonomen Chinas Zahlen zurück: „Wir wissen nicht, was die Daten taugen.“ Offizielle Angaben seien von der Kommunistischen Partei geglättet, andere Indikatoren zeigten viel mehre Schwankungen: „Wir hatten 2016 in China fast eine Rezession; in den Statistiken findet sich das nicht.“

Thomas Gindele (Deutsche Handelskammer in Österreich), Gabriel Felbermayr (IfW Kiel), Harald Pflanzl (Senior Vice President BASF) © DHK/Günther Peroutka/Guenther Peroutka Thomas Gindele (Deutsche Handelskammer in Österreich), Gabriel Felbermayr (IfW Kiel), Harald Pflanzl (Senior Vice President BASF)
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