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Äußerst gefährlich: Low-Carb-Ernährung

NetDoktor.de-Logo NetDoktor.de 15.10.2018 Christiane Fux

Figur auf Maßband © dpa Figur auf Maßband

„Menschen mit einer Low Carb-Ernährung haben ein erhöhtes Risiko für einen vorzeitigen Tod“, warnte Prof. Maciej Banach von der Universität Lodz auf einer jüngst stattgefunden Pressekonferenz des Europäischen Kardiologiekongresses in München.

Der Forscher und seine Kollegen hatten die Daten von rund 25.000 Teilnehmern der US National Health and Nutrition Examination Survey (NHANES) analysiert, die zwischen den Jahren 1999 und 2010 erhoben worden waren.

Die Wissenschaftler verglichen das Sterberisiko von Teilnehmern, die sich besonders kohlenhydratreich ernährten, mit dem von Personen, die nur sehr wenige Kohlenhydrate konsumierten.

Höheres Sterberisiko für Kohlenhydratsparer

Die Wahrscheinlichkeit in dem durchschnittlichen Beobachtungszeitraum von 6,4 Jahren zu sterben, war für die Kohlenhydratsparer um fast ein Drittel (32 Prozent) höher. Sie starben zu 51 Prozent häufiger an einer Herzkrankheit und um 50 Prozent häufiger an einem Schlaganfall. Auch ihr Risiko, an einer Krebserkrankung zu sterben, war um 35 Prozent erhöht.

Allerdings wirkte sich die kohlenhydratarme Ernährung auf Fettleibige (BMI über 30) nicht so schlimm aus wie auf Normal- oder nur leicht Übergewichtige. Tatsächlich lässt sich mit einer kohlenhydratreduzierten Ernährung der Insulinspiegel niedrig halten. Das kurbelt die Fettverbrennung an und kann den Zuckerstoffwechsel von Diabetikern stabilisieren.

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Möglicherweise wogen diese positiven Effekte die negativen Folgen der Ernährung für diese Gruppe Teilnehmer etwas auf. „Eine Ernährung mit wenig Kohlenhydraten kann kurzfristig sinnvoll sein, um Gewicht zu verlieren, den Blutdruck zu senken und die Glukosekontrolle zu verbessern“, bestätigt auch Banach. Für eine langfristige Ernährung eignet sich Low-Carb aber wegen der negativen Auswirkungen wohl nicht.

Zu wenig Ballaststoffe und Vitamine?

Zwar liegen keine detaillierten Ernährungsprotokolle vor, die Aufschluss über den genauen Speiseplan der Probanden geben könnten. Dennoch, haben die Forscher verschiedene Theorien, warum eine kohlenhydratarme Kost der Gesundheit schaden könnte: „Eventuell spielt die niedrigere Einnahme von Ballaststoffen und Früchten eine Rolle“, sagt Banach. Zudem könne die unterschiedliche Aufnahme von Mineralien, Vitaminen und sekundären Phytochemikalien bedeutsam sein. Viele davon fungieren als sogenannte Antioxidantien: Sie machen aggressive Stoffwechselprodukte im Körper unschädlich und schützen so vor Herz-Kreislauf-Erkrankungen oder Krebs.

Ein weiterer Grund könnte ein höherer Konsum von tierischen Proteinen, Cholesterin und gesättigten Fetten sein, die wichtige Bestandteile einer kohlenhydratarmen Ernährung sind. Es gibt Hinweise darauf, dass ihr Verzehr die Entstehung von Krebs und Arteriosklerose begünstigt.

© Yulia Furman - Fotolia.com

Gute und schlechte Kohlenhydrate?

Einen Freibrief, bedenkenlos Kohlenhydrate zu futtern, liefert die Studie allerdings nicht. Ob gesund oder ungesund hängt sehr von der Art der Kohlenhydrate ab. Handelt es sich um Weißmehlprodukte oder Nahrungsmittel mit zugesetzten, schnellverwertbaren Zuckern wie Süßigkeiten oder Zuckerlimonaden, kann sich ein höherer Kohlenhydratanteil auch negativ auswirken.

Wer stattdessen komplexere Kohlenhydrate, also mehr Obst, Gemüse und Vollkornprodukte verzehrt, dürfte profitieren. Sie enthalten Vitamine, Mineralien, pflanzliches Eiweiß und Ballaststoffe, die nachweislich die Gesundheit fördern.

Zumindest eine Ernährung mit sehr wenigen Kohlenhydraten sei jedoch gefährlich und sollte gemieden werden, so das Fazit der Forscher.

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