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Ein 1.000 Jahre altes Rezept könnte eines der größten Probleme der Menschheit lösen — sagt eine Forscherin

Business Insider Deutschland-Logo Business Insider Deutschland vor 6 Tagen Business Insider Deutschland

a hand holding a toothbrush: Medizin Antibiotikum Pillen © perfectlab/Shutterstock Medizin Antibiotikum Pillen

Meistens geht es mit einem kratzenden Hals los, oft ist dann auch die Nase verstopft und schon sind die Mandeln zu ihrer doppelten Größe angeschwollen.

Wenn das Urteil vom Arzt lautet, dass Ruhe, Bonbons und Tee reichen müssen, ärgert man sich — schließlich hilft doch nur ein Antibiotikum, um so etwas wie Mandelentzündung schnell loszuwerden!

Doch genau diese Einstellung ist es, die dazu führt, dass wir immer resistenter werden. In den vergangenen Jahren ist die Zahl resistenter Keime drastisch gestiegen, was die Menschheit vor ein großes Problem stellt: Geschätzt sterben rund 700.000 Menschen jährlich, weil die Keime resistent gegen Antibiotika sind — findet man keine Lösung, könnten bis 2050 10 Millionen Menschen daran sterben. 

Die britische Wissenschaftlerin Erin Connelly befasst sich mit Mediävistik, der Wissenschaft von Literatur und Kultur des Mittelalters. Bei ihren Untersuchungen ist sie auf eine mögliche Lösung gestoßen, nach der Wissenschaftler schon lange suchen: Neue Antibiotika. Wir haben ihre Erkenntnisse zusammengefasst, die sie in einem Artikel für „The Conversation“ festgehalten hat.

Rezepte aus dem Mittelalter könnten das Problem lösen

Connelleys Arbeit besteht daraus, mit ihrem Team eine Datenbank voller mittelalterlicher Rezepte zu erstellen. „Indem wir gewisse Muster in der mittelalterlichen Medizin finden, könnte unsere Datenbank anhand der Zutaten, die schon in der Vergangenheit genutzt wurden, zukünftige Laborforschungen bei der Bekämpfung bakterieller Infektionen unterstützen.“

Im Jahr 2015 veröffentlichte sie mit ihrem Team eine Pilotstudie zu einem 1.000 Jahre alten Rezept: Eine Salbe aus Zwiebeln, Wein, Knoblauch und Oxengalle, die gegen Augeninfektionen eingesetzt wurde. Man musste die Zutaten vermischen und sie vor Gebrauch neun Nächte lang in einem Messinggefäß stehen lassen. 

a group of trees in the background: Bakterien © Kateryna Kon/Shutterstock Bakterien Und es funktionierte: Die Mixtur tötete erfolgreich das Bakterium Staphylococcus aureus ab, das ein häufiger Grund für Gerstenkörner und heutzutage gegen die meisten Antibiotika resistent ist. 

Das Wichtigste dabei: „Die Schritte genau so zu gehen, wie sie im Rezept genannt werden — inklusive der neun Tage Wartezeit, bevor man die Salbe benutzen darf — war eine Voraussetzung für ihre Effizienz.

Mittelalterliche Methoden werden immer noch unterschätzt

„Heutzutage wird das Wort ‚mittelalterlich‘ als abwertende Bezeichnung benutzt und deutet auf grausame Methoden, Ignoranz und rückschrittliches Denken hin“, schreibt Connely. Ihre Forschungsergebnisse zeigen aber, dass das nicht stimmt. Zwar basieren viele Methoden auf Aberglaube, doch teilweise enthalten sie wertvolle Informationen, die auch heute noch nützlich sein können.

„Während wir unsere Studie über die Augensalbe durchführten, wurde die Chemikerin Tu Youyou mit einem Nobelpreis ausgezeichnet, weil sie eine neue Malaria-Behandlung fand, nachdem sie über 2.000 Rezepte aus der antiken Chinesischen Literatur über Pflanzheilkunde durchforstet hatte.“ 

Könnte es also nicht möglich sein, dass in mittelalterlichen Rezepten ein bislang unentdecktes Heilmittel steckt?

Connelly ist sich sicher: „Unsere Forschungen befinden sich noch am Anfang, doch sie haben ein aufregendes Potential für die Zukunft.“

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