Sie verwenden eine veraltete Browserversion. Bitte verwenden Sie eine unterstütze Versiondamit Sie MSN optimal nutzen können.

So erkennt man einen Nagelpilz – und vertreibt ihn effektiv

GQ-Logo GQ vor 6 Tagen Maria Berentzen

Nagelpilze sind hinterhältig: Häufig nisten sie sich unbemerkt ein und man wird sie nur schwer wieder los. Es gibt aber einige Möglichkeiten, ihnen zu Leibe zu rücken. Dafür muss man sie aber erst einmal erkennen. Oft machen die Pilze zunächst nur durch Verfärbungen auf sich aufmerksam.

Was ist denn da am Fuß los? Plötzlich sieht ein Nagel am Zeh ganz anders aus als sonst: Er ist gelblich oder weißlich verfärbt. Dafür könnte ein Nagelpilz die Ursache sein – und der ist lästig, weil er sehr hartnäckig ist und die Behandlung Zeit braucht. Je früher man einen Nagelpilz behandelt, desto größter ist die Chance, dass die anderen Zehennägel gesund bleiben.

„Oft fängt ein Pilz zunächst an einer Stelle am Nagel an“, sagt der Hautarzt Dr. Heiko Grimme vom Hautzentrum am Kurpark Stuttgart. „Mit der Zeit werden dann immer mehr Nägel befallen.“ Häufig sind am Ende nicht nur die benachbarten Nägel vom Pilz betroffen, sondern auch die Zehennägel am anderen Fuß. Nicht immer bemerkt man einen Nagelpilz sofort, da er sich anfangs vor allem durch Verfärbungen zeigt. Später kann sich auch das Nagelbett entzünden, was zu Schmerzen führt.

Was bringt eigentlich ein Fußpeeling?

Oft nistet sich ein Pilz nach einer kleinen Verletzung am Nagel ein

Nicht selten geht einem Nagelpilz zunächst ein Fußpilz voraus, der sich mit der Zeit ausweitet. Fußpilz kommt deutlich häufiger vor als ein Nagelpilz. „Allerdings lässt er sich auch deutlich schneller und besser behandeln“, sagt Grimme. Deshalb sollte man auch einen Fußpilz bekämpfen, sobald man ihn bemerkt hat. Häufig helfen dabei schon Salben und Tinkturen aus der Apotheke effektiv. Ein Nagelpilz kann aber auch auftreten, ohne dass man zuvor überhaupt einen Fußpilz hatte. In Schuhen herrscht ein Klima, in dem Pilze gut gedeihen: Es ist warm und feucht – und das lässt sich an den Füßen kaum verhindern. Das ist auch der Grund, aus dem ein Nagelpilz nur sehr selten an den Fingern auftritt, sondern fast immer an den Zehennägeln.

Oft nistet sich ein Pilz dort ein, wenn ein Nagel bereits eine kleine Verletzung hat. „Ein solcher Nagel ist viel anfälliger“, sagt Grimme. Dafür reicht schon eine kleine Wunde, zum Beispiel weil man sich den Nagel gequetscht hat oder einen winzigen Kratzer hat, den man häufig selbst nicht einmal spürt. „Oft berichten Patienten zum Beispiel, dass sie sich einen Nagel gequetscht hätten, der nie normal nachgewachsen sei“, sagt der Dermatologe. Auch Druckstellen können Eintrittspforten für die Sporen bilden.

Ein besonderes Risiko besteht dort, wo viele Menschen barfuß laufen

Ein besonderes Risiko für eine Ansteckung haben Menschen, die dort unterwegs sind, wo viele Personen barfuß laufen – zum Beispiel nach dem Sport in der Umkleide, in der Dusche im Schwimmbad oder in der Sauna. Auch starkes Schwitzen am Fuß begünstigt eine Infektion. Das gilt beispielsweise für Personen, die viel Sport treiben: Die Haut ist nicht nur warm und feucht, sondern weicht durch das Schwitzen darüber hinaus auf, sodass Sporen sich leichter einnisten können. „Es scheint zudem eine familiäre Anfälligkeit für Pilzinfektionen zu geben“, sagt Grimme. In dem Fall kann es schwierig sein, einen Pilz dauerhaft fernzuhalten.

Auch bei einer Immunschwäche haben Pilze ein leichtes Spiel. Das gilt besonders für Diabetiker, die meist zusätzlich noch unter Durchblutungsstörungen in den Füßen leiden. Menschen, die Medikamente einnehmen, die die körpereigene Abwehr unterdrücken, bekommen ebenfalls schneller einmal eine Pilzinfektion und sollten diese möglichst früh behandeln, damit sie sich nicht auf andere Stellen am Körper ausweiten kann.

Es gibt verschiedene Optionen, um einen Nagelpilz zu behandeln

Wie aber wird man den lästigen Pilz nun wieder los? Dafür gibt es verschiedene Möglichkeiten. „Eine Option sind Lacke und Tinkturen aus der Apotheke“, sagt Grimme. Sie wirken vor allem dann gut, wenn der Nagelpilz sich noch nicht weiter ausgebreitet hat. Diese Medikamente sind rezeptfrei erhältlich. Wenn man sie ausreichend lange anwendet, schätzt Grimme, dass sie rund die Hälfte der Betroffenen von einem Nagelpilz befreien. Manche der Betroffenen versuchen auch, einem Pilz mit Hausmitteln wie Essig, Teebaumöl, Zahnpasta oder Backpulver zu Leibe zu rücken. Die Wirkung dieser Mittel ist aber medizinisch nicht erwiesen.

Möglich ist es inzwischen darüber hinaus, betroffene Nägel zu lasern. „Das hat sich allerdings als nicht ganz so effektiv wie erhofft erwiesen“, sagt Grimme. Er geht davon aus, dass diese Methode ebenfalls rund der Hälfte der Betroffenen hilft. Effektiver gegen den Pilz wirken verschreibungspflichtige Medikamente, die Patienten in Tablettenform einnehmen. Der Wirkstoff lagert sich dabei im Horn des Nagels ab und dieser wächst gesund nach. Es ist dafür allerdings notwendig, die Tabletten so lange einzunehmen, bis der infizierte Nagel ganz ausgewachsen ist – und das kann unter Umständen bis zu einem Jahr dauern.

Um gegen den Nagelpilz zu kämpfen, muss man ihn erst erkennen können - und das ist oftmals gar nicht so leicht. Diese Anzeichen weisen auf die Fußkrankheit hin. © Getty Images Um gegen den Nagelpilz zu kämpfen, muss man ihn erst erkennen können - und das ist oftmals gar nicht so leicht. Diese Anzeichen weisen auf die Fußkrankheit hin.

Das hilft wirklich gegen Schweißfüße

Die Pilze können in Hautschuppen sehr lange überdauern

Wer den Verdacht hat, unter einem Nagelpilz zu leiden, sollte im Idealfall einen Arzt um Rat fragen, bevor er sich selbst behandelt. Manche Störungen am Nagel sehen zunächst ähnlich wie ein Pilz aus, sind aber gar keiner. „Es kann sich dabei zum Beispiel auch um eine Schuppenflechte oder um eine Wachstumsstörung handeln“, sagt Grimme.

Noch besser, als einen vorhandenen Nagelpilz zu behandeln, ist es natürlich, einer Infektion vorzubeugen. Oft ist das gar nicht so einfach, da die Pilze in Hautschuppen sehr lange überleben können – teils sogar über Wochen hinweg. Wer sich vor einer Ansteckung schützen möchte, sollte deshalb im Schwimmbad, in der Sauna und in Umkleiden nicht barfuß laufen, seine Socken regelmäßig wechseln und sie bei einer Temperatur von 60 Grad Celsius waschen. Es hilft auch, passende Schuhe zu tragen, die keine Druckstellen hinterlassen und die atmungsaktiv sind. Günstig ist es zudem, die Schuhe regelmäßig zu wechseln und täglich abwechselnd ein anderes Paar zu tragen.

Wer sich bereits angesteckt hat, kann Familie oder Mitbewohner schützen, indem er selbst nicht barfuß läuft und ein eigenes Handtuch für die Füße benutzt, das er täglich wechselt. Außerdem sollte man für die Nagelpflege eine eigene Feile oder Schere benutzen und die Hände gründlich waschen, nachdem man die Nägel berührt hat. Um auch fremde Menschen zu schützen, sollte man mit einem Nagelpilz im Schwimmbad und in der Sauna ebenfalls besser nicht barfuß laufen.

| Anzeige
| Anzeige

Mehr von GQ

image beaconimage beaconimage beacon