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Babys und Kinder vor der Sommersonne richtig schützen!

Life Goes On-Logo Life Goes On 13.08.2019 Stiftung Kindergesundheit, bearbeitet von LGO

In den letzten 30 Jahren hat sich das Risiko, an Hautkrebs zu erkranken, verdreifacht. Als Hauptrisiko gelten die kurzwelligen, aggressiven UVB-Strahlen des Sonnenlichts. Besonders gefährlich ist die Sonne für Kinder, da ihre Haut dünner, durchlässiger und empfindlicher ist als die von Erwachsenen. Wie schütz man die Kleinen am besten?

Kind mit Sonnencreme © iStock-Nadezhda1906 Kind mit Sonnencreme

Die Eigenschutzzeit von Kindern beträgt bei intensiver Sonnenbestrahlung nicht mehr als bis zu zehn Minuten. Schon nach dieser kurzen Zeit droht Kleinkindern bereits ein Sonnenbrand. Nicht nur die damit einhergehenden Schmerzen sind ein Problem, sondern vor allem auch die Tatsache, dass wiederholte Sonnenbrände in der Kindheit das Risiko steigern, im späteren Alter an Hautkrebs zu erkranken. 

„Je jünger Kinder sind, umso angreifbarer ist ihre Haut durch die ultravioletten Strahlen der Sonne“, betont Professor Dr. Berthold Koletzko, Vorsitzender der Stiftung Kindergesundheit. „Sie kann noch nicht schnell genug Pigmente herstellen, die sie vor den UV-Strahlen schützen. Deshalb sollten sich Babys im ersten Lebensjahr nur im Schatten aufhalten und selbst dort durch Hemdchen mit langen Ärmeln und einen Hut mit breiter Krempe geschützt werden.“

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Die richtige Creme

Sonnencreme für Babys sollte einen Lichtschutzfaktor 50 haben und für die empfindliche Babyhaut geeignet sein. Wichtig ist dabei, dass das Mittel die Haut sowohl vor den langwelligen UV-A-Strahlen als auch vor den kurzwelligen UV-B-Strahlen schützt. Je kleiner das Kind, desto wichtiger ist der Lichtschutz auf der Basis von Mikropigmenten wie z.B. Zinkoxid oder Titandioxid, betont die Stiftung Kindergesundheit. Chemische Lichtschutzfilter sind dagegen weniger empfehlenswert, weil sie in die empfindliche Haut kleiner Kinder eindringen und unerwünschte Wirkungen entfalten können. 
Dabei gibt es allerdings ein Problem: Ein konsequenter Sonnenschutz verhindert nicht nur Sonnenbrände, sondern auch die Bildung des lebenswichtigen Vitamins D in der Haut. Babys sollten deshalb ab der ersten Lebenswoche bis zum zweiten Frühsommer Tabletten oder Tropfen mit täglich 400 bis 500 Einheiten Vitamin-D-3 erhalten.

Mittagssonne meiden

Kommt ein Kleinkind in die Sonne, muss Kinder-Sonnencreme die unbedeckten Körperstellen schützen: das Gesicht, den Nacken, die Hände und Füße. Besonders sonnenbrandgefährdete Stellen wie Nase, Lippen und Ohren nicht vergessen! Auch größere Kinder sollten erst allmählich länger in der Sonne bleiben und bei intensiver Sonnenbestrahlung über mehr als zehn Minuten mit einem Sonnenschutzmittel vor den Strahlen geschützt sein. In der Zeit zwischen 11 und 15 Uhr gehören alle Kinder in den Schatten. Swimmingpool, Sandkasten und Schaukel im eigenen Garten sollten so angelegt sein, dass sie zu der Zeit, in der sich Kinder dort besonders häufig aufhalten, im Schatten liegen. 

Mutter und Kind am Strand © iStock-haveseen Mutter und Kind am Strand

UV-Strahlen dringen durch Wolken 

Umfragen zufolge glauben viele Eltern, dass bei bedecktem Himmel keine Gefahr besteht. Doch die Stiftung Kindergesundheit warnt: Selbst bei Wolken können noch 50 bis 80 Prozent der UV-Strahlung auf die Erde gelangen. Auch Sonnenschirme können die Strahlen nicht ganz abhalten. In unseren Breiten strahlt die Sonne am stärksten zwischen Ende Mai und Ende Juli.

Bitte nicht geizen mit Creme oder Spray

Für Sonnenschutzmittel gilt der Grundsatz: „Klotzen statt Kleckern“. Sie sollten großzügig aufgetragen und leicht eingerieben werden. Dazu müssen bei einem fünfjährigen Kind etwa zehn Gramm Creme pro Anwendung für den ganzen Körper aufgetragen werden. Ein 1,80 Meter großer Erwachsener braucht laut Berechnungen der Stiftung Warentest sogar 40 Milliliter für seinen Körper – das ist eine Menge von drei Esslöffeln!
Wichtig zu wissen: Einmal auftragen reicht leider nicht. Auch als „wasserfest“ bezeichnete Sonnenprodukte verlieren durch den Wasserkontakt bis zu 50 Prozent ihrer Schutzwirkung. Beim anschließenden Abtrocknen, beim Liegen auf Handtüchern oder Decken und auch durch Schwitzen kann sich der Schutz weiter abschwächen. Es ist deshalb notwendig, sich immer wieder einzucremen.
Wer gleichzeitig Sonnenschutz und Mückenabwehr benötigt, der sollte stets das Sonnenschutzmittel zuerst auftragen und erst 15 bis 30 Minuten später das Anti-Mücken-Mittel, um die Wirkung des Sonnenschutzes nicht zu gefährden.

Richtig anziehen – gerade wenn es heiß ist!

Wichtig ist auch, den Kindern und sich selbst stets einen Sonnenhut mit Gesicht- und Nackenschutz aufzusetzen. Auch weite Kleidung, Hüte mit breiter Krempe und Schatten sind immer noch der beste Sonnenschutz. Allerdings lassen auch Textilien meist immer noch eine Restmenge der UV-Strahlung durch, gibt die Stiftung Kindergesundheit zu bedenken. Da hilft es, folgende Faustregeln zu beachten:
  • Je engmaschiger der Stoff, umso besser schützt er vor UV-Strahlung. Ein gewöhnliches, dicht gewobenes Baumwollshirt hat etwa Lichtschutzfaktor 20, bei leichter Baumwollkleidung beträgt der Lichtschutzfaktor nur etwa 2 bis 10. 
  • Locker geschnittene Kleidung schützt besser als eng anliegende.
  • Dunkle Stoffe schützen besser als helle.

Die Stiftung Kindergesundheit warnt jedoch davor, die Kinder aus übertriebener Angst vor Sonnenschäden in ihrem Bewegungsdrang unverhältnismäßig einzuschränken: „Für die Entwicklung eines Kindes ist regelmäßige Bewegung im Freien von fundamentaler Bedeutung“, unterstreicht Professor Berthold Koletzko. „Eltern sollten ihre Kinder nach draußen schicken, wann immer es ihnen Zeit und äußere Umstände erlauben. Um von den gesundheitlichen Vorteilen von Frischluft und Sonne zu profitieren, sollten sich alle Kinder mindestens eine halbe Stunde am Tag regelmäßig unter freiem Himmel aufhalten und bewegen können.“

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