Sie verwenden eine veraltete Browserversion. Bitte verwenden Sie eine unterstütze Versiondamit Sie MSN optimal nutzen können.

Superfood Noni-Saft: Wie gesund ist er wirklich?

FIT FOR FUN-Logo FIT FOR FUN 02.04.2019 Cornelia Bertram
© iStockphoto

Der bittere Saft aus der exotischen Noni-Frucht soll viele Vorteile für den Körper mit sich bringen – Krankheiten vorbeugen, Wohlbefinden und Leistungsfähigkeit steigern, sind nur einige Punkte auf der Liste. Doch was ist dran an den Versprechen?

Die exotische Noni, die in ihrer Heimat auch Sauapfel oder Mäuseananas genannt wird, ist eine klumpige, grüne Frucht, die in Polynesien oder der Küste Mittelamerikas zu finden ist. 

Die Frucht ist sehr bitter und hat einen ausgeprägten Geruch, der oft mit stinkendem Käse verglichen wird – nicht sonderlich appetitlich. Im rohen Zustand ist sie für Menschen außerdem nahezu ungenießbar. 

Dennoch setzen die polynesischen Völker die Noni seit über 2000 Jahren in der traditionellen Volksmedizin ein. Beispielsweise zur Behandlung von Verstopfung, Infektionen, Schmerzen und Arthritis.

Nonis werden dazu meist ausgepresst und als Saft getrunken. Da dieser zum Überdecken des bitteren Geschmacks oft mit anderen Fruchtsäften oder Süßstoffen gemischt wird, variieren die Nährwertangaben von Produkt zu Produkt recht stark.

Das interessiert andere MSN-Leser:

Ernährung: Hilft Schokolade beim Denken?

Studie: So bekommen Sie 16.500 Euro fürs Rumliegen

Alltagsfrage:Warum klebt der Duschvorhang immer am Bein?

Was ist drin im Noni-Saft?

Wie die meisten Fruchtsäfte enthält auch Noni-Saft hauptsächlich Kohlenhydrate. Er eignet sich zudem hervorragend als Quelle für Biotin und Folat-B-Vitamine. Diese spielen bei vielen Funktionen in deinem Körper eine wichtige Rolle – so auch bei der Verdauung.

Insgesamt soll Noni-Saft rund 60 Inhaltsstoffe enthalten, die allgemein für ihre positive Wirkung auf den Körper bekannt sind. Neben Magnesium, Kalzium, Eisen und Kalium sind das unter anderem Aminosäuren, Enzyme, Fettsäuren und auch reichlich Antioxidantien

Diese verhindern Zellschäden, die durch sogenannte freie Radikale verursacht werden. Zu den Hauptantioxidantien im Noni-Saft gehören die Beta-Carotin, Iridoide und die Vitamine C und E.

 

Positive Wirkungen auf den Körper

Dem Saft der Noni werden viele gesundheitsfördernde Wirkungen nachgesagt. So soll er nicht nur bei Entzündungen und Magengeschwüren helfen, sondern den Körper auch bei Herz-Kreislaufkrankheiten und Depressionen unterstützen. 

Auch werden ihm Anti-Aging-Effekte zugeschrieben, er soll Falten reduzieren und sogar Krebs vorbeugen können. Verantwortlich dafür soll der Inhaltsstoff Xeronin sein, welcher von dem Forscher Ralph Heinicke 1985 entdeckt wurde und mit dem seither viele Safthersteller werben. 

Die tatsächliche Existenz von Xeronin konnte seit der Entdeckung allerdings durch keinen Lebensmittelchemiker oder Botaniker bestätigt werden. 

Generell gibt es für diese positiven Wirkungen des Noni-Safts so gut wie keine wissenschaftlichen Studien, sondern nur persönliche Erfahrungsberichte von Konsumenten – ob diese positiven Eigenschaften wirklich zutreffen, ist also ungewiss. 

 

Noni-Saft: Es gibt auch kritische Stimmen

Wenn es um die Noni geht, gibt es zudem einige negative Ansichten hinsichtlich der Gesundheit. So erlitten einige Konsumenten nach eigenen Angaben schwere Leberschäden oder eine Leberentzündung.

Die Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA) konnte einen Zusammenhang zwischen dem Verzehr des Saftes und dem Auftreten eines Leberschadens nach gezielten Untersuchungen allerdings nicht bestätigen. In Bezug auf mögliche Leberschäden gilt der Noni-Saft daher offiziell als gesundheitlich unbedenklich. 

Da der Saft nur als Nahrungsmittel und nicht als Arzneimittel zugelassen ist, werden die positiven Eigenschaften zu großen Teilen hinterfragt und vermutet, dass andere Fruchtsäfte dem Körper genauso gut tun, wie der teure Noni-Saft.

Ein weiterer Minuspunkt: Weil dieser aufgrund seines Eigengeschmacks mit sehr süßen Säften gemischt wird, ist der Zuckergehalt oftmals recht hoch.

 

Noni Saft – ja oder nein?

Das sagt unsere Ernährungswissenschaftlerin und Food-Redakteurin Andra Schmidt zum Noni-Saft: "Im Gegensatz zu anderen Säften ist der Noni-Saft mit seinen 30 bis 50 Euro selbstverständlich verhältnismäßig teuer. Der Geschmack ist zudem etwas gewöhnungsbedürftig. Allerdings muss man betonen: Noni-Saft ist auch kein herkömmliches Getränk, sondern zählt zu den funktionalen Lebensmitteln.

Das bedeutet: Du solltest den Saft nur trinken, wenn beispielsweise Beschwerden, Entzündungen etc. gelindert werden sollen oder wenn du gezielt eine Leistungssteigerung erzielen möchtest.

Immer mehr Sportler entdecken den Noni-Saft für sich. Denn dieser verleiht Engerie, verbessert die Ausdauer und die Regeneration – dies haben mittlerweile auch Studien erwiesen.

Aber solltest du einfach darauf Wert legen, dich gesund und vitaminreich zu ernähren, dann sind diese Obst und Gemüsesorten mit einem hohen mit Vitamin C-, E- und Beta-Carotin-Gehalt sehr zu empfehlen: Vitamin C liefern dir schwarze Johannesbeere, Apfel, Rucola, Spinat, Brokkoli und Paprika. Vitamin E steckt vor allem in hoher Menge in Himbeeren, Nüssen (Mandeln und Erdnüsse) und Ölen (z.B. Weizenkeim-, Sonnenblumen- und Diestelöl). Rucola, Feldsalat, Spinat, Fenchel, Möhren und Süßkartoffeln stotzen vor Beta-Carotin.

Abschließend lässt sich festhalten: Ein moderater Konsum an Noni-Saft schadet dem Körper nicht. Allerdings solltest du keine großen Wunder erwarten. Ich bin ein absoluter Fan von ausgewogener, saisonaler und regionaler Ernährung."

Mehr auf MSN

Video wiedergeben

| Anzeige
| Anzeige

Mehr von FIT FOR FUN

image beaconimage beaconimage beacon