Durch Nutzung dieses Dienstes und der damit zusammenhängenden Inhalte stimmen Sie der Verwendung von Cookies für Analysezwecke, personalisierte Inhalte und Werbung zu.
Sie verwenden eine veraltete Browserversion. Bitte verwenden Sie eine unterstütze Versiondamit Sie MSN optimal nutzen können.

Die 10 eisernen Gebote des italienischen Essens

watson.ch-Logo watson.ch 10.08.2017 Oliver Baroni

Italienisches Essen wird weltweit gegessen und geliebt. Fast nirgends aber ist es so gut wie im Ursprungsland selbst. Fast nirgends, ausser in Italien, ist es richtig.

Wie bei etlichen leckeren Cuisines aus aller Welt hat die italienische einen Siegeszug durch die Restaurant- und Heim-Küchen des Globus angetreten. Und freilich hat jedes Land dabei seine eigenen kulinarischen Vorlieben und Gewohnheiten eingebracht. Bloss stellen diese länderspezifischen Adaptionen ziemlich genau nie eine Verbesserung des Originals dar.

Tja, es gibt wenig Eindeutigkeiten in unserer modernen Welt, doch eine ist nun mal #italiansdoitbetter. Deshalb: Willst du es richtig machen, befolge diese 10 Gebote!

Du sollst keinen Cappuccino nach 10 Uhr morgens trinken.

Okay, von mir aus bis 11 Uhr, wenn du ein Spätaufsteher bist. Aber danach gibt's nur noch caffè espresso! Latte macchiato? Das ist Kaffee für Leute, die keinen Kaffee mögen. Trink' lieber eine Ovi.

Du sollst kein Olivenöl ins Pastawasser tun.

Braucht's nicht, da es sich um die einzelnen Nudeln einen glatten Film bildet, was dazu führt, dass die Sauce weniger gut haftet. Angst vor dem Verkleben? Benutze erstens genügend Wasser und dann – haha wow – einen Kochlöffel, um ab und zu zu verrühren!

Du sollst Pasta nicht als Beilage servieren. Risotto auch nicht, imfall.

Pasta o riso sind als primi zu essen. Dementsprechend ist es auch keine Riesenportion (was, n.b., erklärt, weshalb Italien in den untersten Rängen der Übergewichtigkeit in Europa rangiert). Und danach, beim zweiten Gang – secondo –, gibt's das Stück Fleisch oder Fisch. Beim Risotto gibt es eine Ausnahme: Die risotto alla milanese wird als Beilage zu ossobuco serviert.

Du sollst deine Pasta nicht in der Sauce ertränken.

Die Sauce soll die Pasta komplementieren, nicht überwältigen. Teigwaren haben einen Eigengeschmack. Dieser soll erkennbar bleiben.

Du sollst neben mir keine anderen Götter haben.

Liebe Schweizer, euer «Pasta Cinque Pi» ist ungefähr so italienisch wie das Apfelmus auf die Hörnli. Liebe Amerikaner, euer «Spaghetti with Meatballs» ist ungefähr so authentisch wie ein Pumpkin Spice Latte. Und weshalb zum Geier knallt ihr eine Pouletbrust auf die Pasta? Und «chicken parmigiano»? Was ist das überhaupt? Kurzum: Liebe Welt, hört auf, italienisches Essen zu verschlimmbessern! Das Original übertrefft ihr ohnehin nie. Stattdessen:

Du sollst regionale Spezialitäten ehren und kosten.

Eigentlich existiert «die italienische Küche» per se gar nicht. Stattdessen gibt es eine schier unglaubliche Vielfalt an regionalen Gerichten und Spezialitäten. Deshalb: Iss' im Piemont die tajarin, und in Sizilien tust du statt Parmesan ricotta salata auf deine Pasta, okay?

Du sollst keinen Thousand Island Dressing oder ähnlichen Quatsch auf den Salat tun.

Gutes Olivenöl, etwas Essig, Salz – mehr braucht es nicht bei frischem Salatgemüse. Und, übrigens: Der Salat kommt nachher – nach dem Hauptgang. Das ist besser für die Verdauung.

Du sollst Käse und Meeresfrüchte nicht mischen.

Auf spaghetti allo scoglio, alle vongole, alle cozzecon tonno etc. kommt keinen Parmesan. Ist doch logisch, Mann!

Du sollst die Worte «Thick Crust Pizza» nicht aussprechen.

https://www.netmums.com/recipes/category/starters focaccia in taglio brot italien italienisches streetfood street food essen rosmarin https://www.netmums.com/recipes/category/starters © Bild: netmums.com https://www.netmums.com/recipes/category/starters focaccia in taglio brot italien italienisches streetfood street food essen rosmarin https://www.netmums.com/recipes/category/starters

Das Ding mit dem dicken Boden gibt's schon auch: Focaccia al taglio und Ähnliches heisst das dann (siehe Foto). Das ist Streetfood. Aber im Restaurant gibt es nur eine Sorte Pizzaboden: Die richtige.

Nonna hat immer Recht.

Vergesst Food-Historiker und Wikipedia-Einträge! Wenn es darum geht, die einzig richtige, authentisch und korrekte Zubereitung eines Gerichts zu eruieren, hat Nonna immer recht. Wenn sie von rotini spricht, dann sind das rotini. Auch wenn auf der Packung fusilli steht. 

Ach ja, die Nummer 11, «Du sollst die Pasta al dente kochen», das weiss nun wirklich jeder, oder?

Amen.


| Anzeige
| Anzeige

Mehr von watson.ch

image beaconimage beaconimage beacon