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Buch-Tipp: Was wir vom „Trennungsroman“ von Anna Brüggemann über Beziehungen lernen können

ELLE-Logo ELLE 07.04.2021 Julia Loibl
Buch-Tipp „Trennungsroman“ Anna Brüggemann Getty Images © Getty Images Buch-Tipp „Trennungsroman“ Anna Brüggemann Getty Images

Wenn wir uns verlieben, scheint die Liebe unendlich. Wir können uns nicht vorstellen, dass sich dieses Gefühl zu unserer Lieblingsperson jemals ändern könnte. Doch wenig ist für immer und auch die Liebe und auch die Beziehung kann vergehen. Es ist ein schleichender Prozess. Man entfernt sich voneinander, manchmal laut und manchmal auch ganz leise. Diesen Prozess, der einem schier die Luft zum Atmen rauben kann, erleben auch Thomas und Eva in dem Debütroman „Trennungsroman“ von Anna Brüggemann. Was letztlich nicht nur den beiden den Atem raubt, sondern auch den Leser:innen ... unser Buch-Tipp!

Buch-Tipp: „Trennungsroman“ von Anna Brüggemann über Liebe, Beziehung und Trennung

Wir haben Anna Brüggemann gefragt, für wen sie ihren Roman geschrieben hat und wer sich darin wiederfinden wird. Ihre Antwort: „Alle, die sich schon mal getrennt haben, getrennt wurden oder mal überlegt haben, sich zu trennen“ – also für alle! Die Geschichte über das Ende einer Beziehung holt einen sofort ab. Sie beginnt 31 Tage vor dem Schlussstrich. Man weiß ab Seite eins, dass es hier kein Happy End geben wird, ist aber trotzdem bis zum Ende gespannt, welche „Turning-Points“ die Geschichte nehmen wird.

Auf den ersten Blick scheint diese Beziehung zwischen Thomas und Eva stabil, nahezu perfekt. Jeder Baustein passt, zumindest nach außen: Beide Anfang 30, seit acht Jahren ein Paar, jetzt könnte die Familiengründung kommen. Doch wenn man näher hineinspürt, merkt man, dass der Zement fehlt. Das, was die Bausteine zusammenhalten sollte, ist nicht vorhanden. Die Geborgenheit braucht auch die Leidenschaft, und die ist hier verflogen. Was Brüggemann unglaublich gut gelingt, ist dieses „Absterben der Beziehung“ spürbar zu machen. Beim Umblättern der Seiten kann man schon mal einen Knoten in der Magengegend oder eine innere Leere verspüren – man leidet mit, vielleicht weil sie das echte Leben so sehr einfängt.

Man merkt, dass die Autorin sich sehr für kleinteilige, feine, zwischenmenschliche Dinge interessiert und diese aus dem echten Leben filtern und auf Papier bringen kann. „Ich habe nie so eine Beziehung geführt, wie ich sie in meinem Buch erzähle, aber ich kannte diese Situationen aus meinem Freundeskreis. Diese stabil wirkenden Beziehungen, die mit Ende 20 in die Brüche gehen – und habe vermehrt bei meinen männlichen Freunden bestimmte Verhaltensmuster erkannt“, erzählt die Autorin.

Die Beziehung retten? Was wir aus diesem Buch lernen können

Denken und Tun liegen oft meilenweit auseinander. Oft können wir Gefühle nicht gleich für uns deuten und haben auch in unserer Beziehung einen „blinden Fleck“, den wir nicht sofort reflektieren können. Wir sollten nicht immer den Fehler gleich bei dem anderen suchen, sondern einfach mal einen Schritt zur Seite treten und versuchen von außen auf die Situation zu blicken. Thomas und Eva machen beide Fehler, aber richtig böse kann man keinem sein ...  

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