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Wie lieben wir in der Zukunft? Die neue Amazon Prime Serie „Soulmates“ zeichnet eine Post-Tinder-Ära

ELLE-Logo ELLE 18.02.2021 Britta Wintgens
Soulmates PR © PR Soulmates PR

Was bedeutet Liebe? Und wonach sehnen sich die Menschen im Tinder-Zeitalter am allermeisten? Die neue Serie „Soulmates“ auf Amazon Prime wagt einen faszinierenden Blick in die Zukunft. Denn: Was das digitale Überangebot vor allem bewirkt, ist eine kollektive Unsicherheit. Mit dem Ergebnis, dass sich keiner mehr festlegen kann – oder will. Schließlich könnte es ja noch einen besseren Partner geben… Die Lösung liegt quasi auf der Hand: Schluss mit der Qual der Wahl! Liebe wird vorhersehbar und kontrollierbar gemacht. Indem dir ein wissenschaftlicher Test ab sofort sagt, wer für dich bestimmt ist… eine todsichere 1:1-Rechnung. Doch was macht das wiederum mit den Menschen? Und ihren Gefühlen?

Prime-Serie „Soulmates“: Happyend oder dystopischer Alptraum?

„Niemals sind wir so verletzlich, als wenn wir lieben.“ Das wusste schon Sigmund Freud. Doch wie lässt sich das mit unserem Drang nach Selbstinszenierung, Autonomie und Kontrolle vereinen? Wie kann sich eine emotionale Tiefe entwickeln, wenn wir uns gegenseitig austauschbar machen – und konsumieren? Genau an diesem Punkt kommt die Amazon Prime Serie „Soulmates“ ins Spiel, indem sie subtil die Frage stellt: Wie genial wäre es, wenn wir ein bisschen nachhelfen und uns per Suggestion zur Liebe manipulieren lassen? Fast so wie eine Art arrangierte Ehe 2.0 oder Parship mit garantierter Trefferquote…

„Soulmates“: Wenn dir Liebe einfach suggeriert wird

Die Serie fragt sich also, wie es wäre, wenn ich mein Schicksal, mein Herz einer übergeordneten Instanz anvertraue. Einem wissenschaftlich fundierten Test, der mir sagt, wen ich zu lieben habe. Der meine Unsicherheit ausräumt, weil dieser Kandidat nur für mich bestimmt ist. Und ich dank dieser Suggestion automatisch glaube, diesen Menschen wirklich zu lieben. So geschehen in Folge 1 bei dem 50-jährigen Peter, der nach nur sechs Wochen seine Seelenverwandte heiratet. Selbst wenn sie Streit haben, hat er nun die Gewissheit, dass alles wieder ins Lot kommt, weil sie ja füreinander bestimmt sind. Bestehende Beziehungen kommen dadurch natürlich ins Wanken. So auch die bis dato glückliche Ehe von Nikki und Franklin. Oder das nach außen perfekte Paar Sarah und David. Zu groß ist die Verlockung, dass das Leben mit dieser fremden, aber vorbestimmten Person noch rosiger sein könnte.

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Seelenverwandte: Mythos oder vollkommene Liebe?

Dass Liebe auf Bestellung in der Komplexität des 21. Jahrhunderts verheißungsvoll klingt, ist irgendwie nachvollziehbar. Und wird in Folge 1-4 auch noch mehr oder minder glimpflich dargestellt, wenn der College-Professor blind vor Liebe auf sein „falsches“ Soulmate hereinfällt. Oder der Familienvater seine Ex-Frau vermisst, weil Liebe eben ganz viel auf Erinnerungen basiert. Verstörend wirken allerdings die letzten beiden Folgen, in denen zwei Seelenverwandte ihr gleiches blutiges Hobby teilen oder im kollektiven Suizid ihren verstorbenen Soulmate treffen wollen. Das kennt man von der Netflix-Serie „Black Mirror“ nur allzu gut.

Letztlich ist es tröstlich und hoffnungsvoll zugleich zu wissen, dass die Liebe zwischen zwei Menschen immer ein Mysterium bleiben wird. Und möglicherweise weder durch einen Tinder-Algorithmus noch durch einen futuristischen Soulmate-Test kalkulierbarer oder erfolgsversprechender wird. Und diesen Zauber sollten wir uns unbedingt bewahren…

Die Serie „Soulmates“ kannst du dir auf Amazon Prime ansehen!

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