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"Die äußere Hautschicht ähnelt einem Badezimmerboden"

Schaufenster-Logo Schaufenster 14.09.2022 Nicole Spilker
Wer hört schon gern, dass seine Haut einem Fliesenboden ähnelt? / Bild: (c) IMAGO/Cavan Images © Wer hört schon gern, dass seine Haut einem Fliesenboden ähnelt? / Bild: (c) IMAGO/Cavan Images Wer hört schon gern, dass seine Haut einem Fliesenboden ähnelt? / Bild: (c) IMAGO/Cavan Images

Mit Vergleichen ist es ja so eine Sache. Wer hört schon gern, dass seine Haut einem Fliesenboden ähnelt? Doch wer die Komplexität unseres größten (und mit durchschnittlich 14  Kilogramm auch schwersten) Organs verstehen will, ist doch auch froh, wenn es ein Dermatologe wie Markus Dawid anschaulich auf den Punkt bringen: „Die äußere Hautschicht ähnelt einem Badezimmerboden. Wenn es dort Probleme gibt, muss man schauen, ob es an den Fliesen oder den Fugen liegt.“

Bei den Fliesen handelt es sich um Hornzellen, der Fugenmörtel ist eine komplexe Zusammensetzung aus Lipiden und Eiweißen. Dieser biologische „Kleber“ hält die Hornzellen zusammen und dichtet die natürliche Barriere unserer Haut ab.

Wird er rissig oder gar bröselig, kann Feuchtigkeit verloren gehen. Wenn der Wasserverlust höher ist als die Feuchtigkeitsmenge, die aus tieferen Hautschichten aufgenommen wird, trocknet die Haut aus. Ein Spannungsgefühl und Rötungen sind die ersten Anzeichen, später bilden sich Schüppchen, und die Hornhaut reißt ein. Diese kleinsten Einrisse sind ideale Eintrittspforten für allergieauslösende Stoffe oder Bakterien, was wiederum zu Ekzemen führen kann.

Insgesamt muss die Hautbarriere also die durchaus komplexe Funktion übernehmen, den Körper einerseits vor äußeren Einflüssen wie UV-Licht oder Luftverschmutzung zu schützen, gleichzeitig aber auch dafür zu sorgen, dass der Haut keine Feuchtigkeit entweicht. So weit, so viel verstanden. Aber was hilft, wenn nicht mehr alles fit im Kitt ist?

Nebel mit Schutzfunktion

Biotherm hat sich zur Beantwortung dieser Frage mit der Stanford University sogenannte Ceramide genauer angeschaut. Diese Fette sind ein Hauptbestandteil der Hornschicht (Stratum corneum) und gehen dem Schutzwall durch die Einwirkung von schädlichen äußeren Einflüssen verloren. Um die gestresste Haut zu beruhigen, entwickelte man die „Cera Repair Barrier Cream“ mit probiotischem „Life Plankton“, das die Selbsterhaltung der Barrierefunktion unterstützen soll.

Aus Weizen gewonnene Bioceramide sollen dabei das Verhalten der hauteigenen abwehrstärkenden Ceramide imitieren und deren Fehlen ausgleichen, was den Stress der Haut reduziert und sie elastischer macht.

Auch die „Comfort on Call Allergy tested relief Cream“ von Clinique eilt besonders sensibler und zu Allergien neigender Haut zu Hilfe. Die Tages- und Nachtpflege beruhigt mit einem natürlichen Antihistamin, das aus der japanischen Pflanze Jabara gewonnen wird, die dank ihres hohen Anteils an Isoflavonoiden antiallergen und entzündungshemmend wirken soll.

Wie ein seidiges Schutzschild schirmt sie gereizte Haut vor Schmutz, Pollen, Wind und Wetter, Duftstoffen oder falschen Pflegeprodukten ab. Hyaluronsäure soll Feuchtigkeit spenden, ein Komplex aus Extrakten von Sonnenblumenkernen, Gerste und Gurke die Haut mit essenziellen Fettsäuren versorgen und so die erste Abwehrlinie des Immunsystems verstärken.

Blütenblätter, Samen und Hefen – bei Chanel weiß man die Kostbarkeit der roten Kamelie zu schätzen und verwendet gleich mehrere Bestandteile dieser Pflanze. Vor allem das Öl, das durch Pressen der Samen gewonnen wird, soll im „Red Camellia Revitalizing Serum-In-Mist“ aus der „N° 1“-Linie der Haut helfen, ihre Feuchtigkeit zu bewahren.

Ein Extrakt von Pichia-Hefe soll zudem die Barrierefunktion der Haut stärken. Der feine Nebel wird einfach auf das Gesicht gesprüht und schützt so vor schädlichen Umwelteinflüssen. Für Nachhaltigkeitsorientierte relevant: Die Stärke aus den Samenschalen wird bei der Produktion der Verpackung verwendet.

Auch das Maison Dior setzt auf eine Blüte, allerdings jene der Seerose: Das Beauty-Labor war fasziniert davon, wie die Pflanze in ihrem natürlichen Ökosystem Schwermetalle aufnehmen und damit das umliegende Wasser reinigen kann. Diese Beobachtung hat Dior zur Entwicklung der Reinigung „La Mousse Off/On“ inspiriert – in Verbindung mit einer Studie, die besagt, dass in die Haut eindringende Metalle sich in höheren Konzentrationen in der Dermis ablagern und dort wichtige Marker für die Zellerneuerung reduzieren können.

Der Extrakt der Seerose soll die Eliminierung von Schmutzpartikeln (einschließlich Schwermetallen) aus der Haut ermöglichen, indem er deren natürlichen Entgiftungsprozess stimuliert und somit ihre Barriere stärkt.

Bei Clarins kämpft man mit dem Mehrfachschutz „UV Plus Anti-Pollution Translucent“ vor allem gegen unliebsames Licht, also UV-Strahlen und die blauen Anteile von Bildschirm- oder LED-Licht. Biologisches Mangoblatt-Extrakt soll das hauteigene Abwehrsystem aber auch fit gegen Luftverschmutzung und Pollenbelastung machen und die Haut mit Feuchtigkeit versorgen.

Apropos Feuchtigkeit

Was ist, wenn der normalerweise verwendete Moisturizer auf eimal nicht mehr ausreicht? „Es ist wie mit dem Pool im Garten“, zieht Markus Dawid noch eine anschaulichen Vergleich: „Fehlt dort plötzlich Wasser, fülle ich es auf. Fehlt am nächsten Tag wieder etwas, dann schaue ich mir das Fundament doch einmal genauer an. Sind Risse vorhanden, dann müssen diese repariert werden.“ Sprich: Für besonders bedürftige Haut darf es ein wenig Extrapflege sein. Das Fundament und sein Darunter hat sich der japanische BeautyExperte Sensai angeschaut.

In Zusammenarbeit mit der Universität Kyoto hat das Forschungsteam der Marke die Hautbarriere genauer unter die Lupe genommen und herausgefunden: Nicht nur die erste Barriereschicht der Haut, also das Stratum corneum, ist wichtig für ihre Gesundheit. Erst wenn auch die zweite Schicht, das Stratum granulosum, gut vernetzt und stabil ist, hat die erste Schicht eine Basis, um intakt zu funktionieren.

Für die „Comforting Barrier Mask“ (hier ist übrigens keine Pflegemaske gemeint, sondern eine schützende Maske, die man nicht abnimmt) hat man sich deshalb auf die sogenannten Tight Junctions in der zweiten Schicht konzentriert. Wenn diese in einer perfekten Anordnung eng miteinander verbunden sind, können sie ein Netzwerk aus Proteinen bilden, die die Zellen in Formation halten und somit ein starkes Fundament bilden.

Dies wiederum begünstigt die darüberliegende Barriereschicht, die dann als Schutz gegen Feuchtigkeitsverlust, Rötungen und Irritationen wirken kann. Ein innovativer Wirkstoffkomplex sorgt in der Pflegecreme dafür, dass beide Schichten gestärkt werden. Das feine Koishimaru-Seiden-Aroma macht, so liest es sich im Begleittext, „jede Anwendung zu einer Reise in die Ruhe.“ Und das ist doch wirklich ein Vergleich, den wir sehr gern hören.

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