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Pixelbook ade: Google stellt seine Laptop-Entwicklung ein

derStandard-Logo derStandard 13.09.2022
© Foto: STEPHEN LAM / REUTERS

Im Mai war alles noch anders: Am Rande von Googles I/O-Konferenz ließ Rick Osterloh, Hardwarechef des Unternehmens, durchblicken, dass man auch an neuen Laptops arbeitet – also einer nächsten Generation des Chrome-OS-basierten Pixelbook. Ein paar Monate später ist dieser Plan nun Geschichte.

Aus und vorbei

Google hat nicht nur die Entwicklung des nächsten Pixelbook eingestellt, es wurde auch gleich die dafür zuständige Entwicklungsabteilung aufgelöst. Das berichtet "The Verge" in Berufung auf interne Quellen bei dem Unternehmen.

Grund dafür dürften Sparmaßnahmen sein. Angesichts der schwierigen Wirtschaftslage hatte Google-Chef Sundar Pichai verkündet, dass man die eigenen Aktivitäten quer durch alle Bereiche auf Einsparungspotenzial untersuchen will. Dies scheint der Laptop-Entwicklung nun zum Verhängnis geworden zu sein. Die betroffenen Entwickler sollen bereits auf neue Teams innerhalb von Google aufgeteilt worden sein.

Kein Verkaufsschlager

Das erste Pixelbook hatte gerade für seine Hardware zwar viel Lob erhalten, ein Verkaufserfolg war es aber nicht. Das könnte den Geräten nun zum Verhängnis geworden sein, zumal hier die Marktsituation auch eine andere als unter Android ist. Chromebooks werden allesamt mit einer unveränderten Software direkt von Google ausgeliefert, dabei gibt es mittlerweile auch alles von Einsteigergeräten bis zu recht teuren Laptops mit Chrome OS.

Dass dieser Schritt trotzdem überraschend ist, liegt an einem anderen Umstand: Sollte das nächste Pixelbook doch angeblich mit einem Tensor-SoC ausgestattet werden – also einem Chip aus Googles eigener Entwicklung. Damit wäre dieser auch in andere Produktkategorien vorgedrungen. So bleibt Tensor vorerst Smartphones vorbehalten, im kommenden Jahr soll aber zumindest das erste Google-Tablet mit einem solchen Chip erscheinen.

Smartphones im Fokus

Einen anderen Teil der eigenen Hardwaresparte nimmt Google hingegen wesentlich ernster: die Smartphone-Entwicklung. Wie "The Information" nun berichtet, schaut sich Google gerade nach neuen Produktionsstandorten um, um die eigene Abhängigkeit von China zu reduzieren.

Dabei ist nun auch Indien im Rennen, wo neue staatliche Förderungen einen zusätzlichen finanziellen Anreiz schaffen. Ein weiterer für Google interessanter Aspekt: Damit könnte man die eigene Position am indischen Markt ausbauen, da so die Einfuhrzölle für die Geräte entfallen würden, man Pixel-Smartphones dann dort auch billiger anbieten könnte.

Der einzige Standort für die Pixel-Produktion dürfte Indien damit aber kaum werden. Entsprechend berichtete "Nikkei Asia" auch erst unlängst, dass Google Vietnam zunehmend für die Hardwarefertigung forcieren will.

Alle wollen weg

Google ist damit nicht der einzige Hersteller, der nach Alternativen zu China sucht. Angesichts der schwierigen politischen Lage, aber auch der zunehmend unberechenbareren Lieferkette – nicht zuletzt durch Covid-Lockdowns in China – sehen sich immer mehr Smartphone-Anbieter nach Alternativen um. So lässt etwa Apple bereits einen Teil seiner Geräte in anderen Ländern fertigen, Samsung, Xiaomi und Co nutzen bereits seit einiger Zeit Indien als einen Fertigungsstandort. (apo, 13.9.2022)

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