Sie verwenden eine veraltete Browserversion. Bitte verwenden Sie eine unterstütze Versiondamit Sie MSN optimal nutzen können.

So verhindern Sie Silberfische im Haus

Das Haus 12.09.2018 haus.de Redaktion

Badezimmer © dpa Badezimmer

Silberfische zu bekämpfen, ist nur in extremen Fällen notwendig. Denn obwohl diese zu den unbeliebten Gästen im Haus gehören, können sie doch recht nützlich sein. Was Silberfische über den Zustand des Gebäudes verraten und wie Sie die kleinen Tierchen wieder loswerden, lesen Sie hier. 

Silberfische (Lepisma saccharina) gehören zur Ordnung der Fischchen (Zygentoma) innerhalb der Klasse der Insekten und werden etwa einen Zentimeter groß. Umgangssprachlich nennt man die Tierchen auch „Zuckergäste“, eine Anspielung auf ihre Vorliebe für Kohlenhydrate und Zucker.

Wissenschaftler nehmen an, dass Silberfische bereits seit 300 Millionen Jahren auf der Erde existieren und sich nicht sonderlich in ihrem Aussehen verändert haben. Unverkennbar sind ihre silbernen Schuppen, welche auf der Außenhaut einen metallischen Glanz erzeugen und den Silberfischen ihr charakteristischstes Merkmal – und ihren Namen – verleihen. Übrigens: Die silbernen Schuppen treten erst nach der dritten Häutung auf.

Silberfische besitzen zwei kürzere Tastfühler im hinteren Bereich, sechs Beine, zwei längere, fadenförmige Tastfühler am Kopf und mehrere berührungsempfindliche Organe entlang des Körpers. Sie befinden sich am liebsten in der Dunkelheit und werden in der Regel zwischen zwei und acht Jahren alt. Bis ein Silberfisch geschlechtsreif ist, häutet er sich achtmal, danach erfolgen meist noch vier weitere wachstumsbedingte Häutungen. 

Wo kommen Silberfische vor?

Silberfische trifft man tagsüber eher selten an, denn sie bevorzugen die Dunkelheit und sind nachtaktiv. Überprüfen Sie also am besten regelmäßig dunkle Ritzen und Fugen in Ihrer Wohnung. Man findet die Tierchen gelegentlich auch hinter Sockel- und Scheuerleisten oder unter losen Tapeten. Aufgrund ihrer Vorliebe für warme und feuchte Räume müssen Bäder und Kühlschränke bei einem Verdacht ebenfalls überprüft werden. Am wohlsten fühlen sich Silberfische bei einer Raumtemperatur zwischen 20 und 30 Grad, sowie einer Luftfeuchte zwischen 80 und 90 Prozent.

Das könnte Sie auch interessieren

Luxusproblem: Hausabriss nur für größere Terrasse

Damit sich die Eier, welche meist in Ritzen oder Spalten platziert werden, entwickeln können, ist eine Temperatur zwischen 25 bis 30 Grad Voraussetzung. Herrschen kühlere Temperaturen, findet keine Vermehrung statt. Bleibt die Temperatur über ein Jahr lang konstant bei 20 Grad, sind die Tiere nach 12 Monaten voll entwickelt und durchlaufen jedes Jahr etwa vier Häutungen. 

Nahrung von Silberfischen

Wie ihr wissenschaftlicher Name „Lepisma saccharina“ bereits verrät, bevorzugen Silberfische stärkehaltige Stoffe, wie sie zum Beispiel in Klebstoff, Fotos, Bucheinbänden, aber auch in Zucker zu finden sind. Eine weitere Nahrungsquelle sind Haare, Hautschuppen und Hausstaubmilben, daneben Baumwolle, Leinen, Seide, Papier, Kunstfasern und sogar Schimmelpilze, die von den Silberfischen als besondere Leckerbissen angesehen werden. Da Silberfische lichtscheu sind, suchen sie sich ihre Nahrung im Dunkeln. Über Nahrungsmangel können die nicht gerade als wählerisch zu bezeichnenden Tierchen in einem normalen Haushalt also nicht klagen. Und selbst wenn: Silberfische können mehrere Monate ohne ausreichend Nahrung überstehen. Gut zu wissen: Die einzigen beiden Fressfeine der Silberfische sind Ohrwürmer und Spinnen.

Silberfische im Haus – was tun?

Handelt es sich nur um einen kleinen Befall mit Silberfischen, müssen Sie nicht unbedingt sofort handeln, denn die Tierchen sind für den Menschen harmlos und übertragen auch keine Krankheiten.

Befinden sich jedoch sehr viele Tiere in Ihrem Haus, deutet dies meist auf ein ganz anderes Problem hin: Silberfische gelten als Warnsignal und erster Indikator für ein Feuchtigkeitsproblem oder einen ernst zu nehmenden Schimmelbefall.  

Silberfische bekämpfen

Werden die Silberfische im Haus zur Plage, müssen sie bekämpft werden. Dabei gibt es verschiedene Methoden, wie Sie gegen die Tiere vorgehen können.

  • Hausmittel

Hausmittel eignen sich am besten bei einer kleinen Anzahl von Silberfischen. Sie sind kostengünstig, frei von Schadstoffen und damit auch ungefährlich für Menschen und Haustiere. Mit den meisten Hausmitteln tötet man die Silberfische jedoch nicht, sondern fängt diese lediglich ein oder vertreibt sie. Empfehlenswert ist zum Beispiel Lavendel, dessen Geruch von den Silberfischen als äußerst unangenehm empfunden wird, sodass diese schnell von ganz alleine das Weite suchen.

Eine weitere Methode zur Bekämpfung von Silberfischen ist ein selbstgebastelter Köder. Dazu benötigen Sie lediglich Küchenpapier, das Sie mit Zucker oder Mehl bestreuen und nachts offen in den betroffenen Räumen auslegen. Da die Silberfische sich gerne von Süßem ernähren, werden Sie diese am nächsten Morgen auf dem Papier finden können. Dieselbe Funktion haben Pappschachteln, die mit Honig oder Kartoffelschalen gefüllt wurden.

  • Biologische Mittel

Biologische Fallen findet man vorwiegend im Fachhandel. Dort werden zum Beispiel Köderdosen oder Silberfischfallen angeboten. Diese beinhalten eine Kombination aus Silberfischnahrung und Giftstoffen, die unweigerlich zum Tod der Tiere führt. Diese Bekämfpungsmethode ist sehr effektiv und kann einen größeren Befall schnell eindämmen.

  • Chemische Mittel

Die Annahme, dass chemische Mittel die beste Lösung zur Bekämpfung von Silberfischen darstellen, ist längst überholt. Der Einsatz von Chemie muss immer mit Vorsicht genossen werden, denn die verwendeten Mischungen stellen in der Regel auch eine gesundheitliche Gefahr für den Menschen dar. So ist zwar Salmiakwasser ein äußerst effizientes Mittel gegen Silberfische, doch die Auswirkungen des Dampfes sind keineswegs ungefährlich. Wer Salmiakwasser für 24 Stunden offen in einer Schale in den betroffenen Raum stellt, kann davon ausgehen, dass die Tiere dies nicht überleben. Doch nicht ohne Grund soll man den Raum in dieser Zeit auch auf keinen Fall betreten und am Folgetag erst einmal gründlich durchlüften. Der Dampf von Salmiakwasser hat nämlich stark ätzende und reizende Eigenschaften, die das Nervensystem der Silberfische angreifen und auch auf den Menschen einwirken. Greifen Sie also besser auf Alternativen zur Bekämpfung von Silberfischen in Ihrem Haus zurück. 

Einem Befall mit Silberfischen vorbeugen

Mit folgenden einfachen Maßnahmen lässt sich die Wahrscheinlichkeit für einen Befall mit Silberfischen sehr gut eingrenzen:

Lüften Sie zum Beispiel regelmäßig, um eine hohe Luftfeuchtigkeit im Haus zu vermeiden. Mehrmaliges Stoßlüften ist hierbei effektiver, als das gekippte Fenster über mehrere Stunden offen zu halten.

Versuchen Sie Ihre Wohnung möglichst sauber und frei von Staub zu halten.

Zur allgemeinen Hygiene gehört auch das gelegentliche Säubern der Ausgüsse, durch die die Silberfische in die Wohnung gelangen können. 

Wer häufig saugt und damit Haare, Hautschuppen und Hausstaubmilben entfernt, grenzt das Risiko eines Befalls zusätzlich ein.

Das Trocknen Ihrer Wäsche sollte ausschließlich draußen oder durch einen Trockner erfolgen. Hängen Sie die Wäsche nämlich in Wohnräumen oder Badezimmern auf, kann sich ungewünschte Feuchtigkeit in den Räumen sammeln, die die Silberfische anlockt. 

Da Risse und Spalten beliebte Rückzugsorte von Silberfisches sind, empfiehlt es sich, diese Verstecke abzudichten. Verschließen Sie Fugen mit Silikon und achten Sie darauf, dass Badewanne, Fenster und auch das Dach gut abgedichtet sind.

Mehr auf MSN


Nächste Geschichte

Kickl will Informationssperre für "kritische Medien"

| Anzeige
| Anzeige

Mehr von haus.de

| Anzeige
image beaconimage beaconimage beacon