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G7 kritisiert russischen Angriff auf Einkaufszentrum

derStandard-Logo derStandard 28.06.2022 Michael Vosatka
© Foto: REUTERS/Anna Voitenko

Nachdem Russland am Montag ein Einkaufszentrum in der ostukrainischen Stadt Krementschuk mit Raketen beschossen hat, ist am Dienstag die Zahl der Todesopfer auf 18 gestiegen. Dutzende Menschen werden noch vermisst, rund sechzig wurden verletzt. Nach ukrainischen Angaben hat die russische Luftwaffe das Gebäude mit Luft-Boden-Raketen von Langstreckenbombern aus dem Gebiet Kursk beschossen. Russland hingegen will Waffenlager beschossen haben, in denen Material aus den USA und Europa gelagert worden sei. Das Einkaufszentrum sei nicht in Betrieb gewesen. Der im bayerischen Elmau tagende G7-Gipfel stufte den Angriff als Kriegsverbrechen ein und drohte Russlands Präsident Wladimir Putin in einer Erklärung mit Konsequenzen. Auch der UN-Sicherheitsrat befasst sich mit dem Vorfall.

Festung Lyssytschansk

Im Kampf um die Stadt Lyssytschank in der Oblast Luhansk setzen die ukrainischen Verteidiger auf Zeit und bauen ihre Stellungen aus. Die russische Armee beschieße bestimmte Positionen tagelang, erklärte der Gouverneur Serhij Haidai. Es sei keine Frage der Soldaten, sondern eher eine des Betons, wie lange die auf einer Anhöhe liegende Stadt gehalten werden könne.

Einmal mehr rief der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj die Nato dazu auf, sein Land mit Raketenabwehrsystemen zu unterstützen. Das Militärbündnis berät ab Mittwoch bei einem Gipfeltreffen in Madrid über den russischen Angriffskrieg. Jens Stoltenberg kündigte weitere Hilfen für Kiew an. Ein neues strategisches Konzept werde zur "Blaupause der Nato in einer zunehmend gefährlichen und unberechenbaren Welt", sagte der Nato-Generalsekretär. Vor dem Gipfel besuchte US-First-Lady Jill Biden gemeinsam mit Spaniens Königin Letizia ein Zentrum für ukrainische Flüchtlinge.

Russische Sanktionen

Gegen Biden und ihre Tochter Ashley hat Moskau am Dienstag Sanktionen verhängt. Sie wurden auf eine hunderte Personen umfassende Liste gesetzt, denen die Einreise nach Russland verwehrt wird. Russlands Präsident Wladimir Putin machte sich unterdessen nach Zentralasien zu seiner ersten Auslandsreise seit Kriegsbeginn auf. Putin besucht Tadschikistan und Turkmenistan, wo er am Mittwoch auch den iranischen Präsidenten Ebrahim Raisi treffen will.

Zum G20-Gipfel auf der indonesischen Insel Bali Anfang Juli hingegen wird Putin wohl nicht anreisen. Das habe Indonesiens Präsident Joko Widodo kategorisch ausgeschlossen, sagte Italiens Premier Mario Draghi in Elmau. (Michael Vosatka, 28.6.2022)

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