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Kubanische Grüße an Trump - aus Wien

KURIER-Logo KURIER 19.06.2017 Konrad Kramar

Auftritt in Wien. Kubas Außenminister kehrt nach Trumps Wende zum alten Feindbild USA zurück.

Es gibt sie noch, die gute alte Schule sozialistischer Parolen – und Kubas Außenminister beherrscht sie tadellos. Am Rande einer Stippvisite in Wien – unter anderem mit einem Besuch bei Parlamentspräsidentin Doris Bures – trat Bruno Rodríguez Parrilla vor die internationale Presse.

"Wie im Kalten Krieg"

Das Interesse war groß, schließlich hatte US-Präsident Donald Trump am Ende der Vorwoche das Ende der Entspannungspolitik seines Vorgängers Obama gegen Kuba verkündet. Die beinahe freie Einreise von US-Bürgern nach Kuba, der erleichterte Import und Export, US-Investitionen in kubanische Tourismusunternehmen: Mit all diesen Maßnahmen, vor wenigen Monaten erst eingeleitet, ist es unter Trump schon wieder vorbei.

Und das Castro-Regime in Havanna nützt Trumps neue Härte, um sein zuletzt etwas ramponiertes Feindbild USA wieder instandzusetzen – samt all den bewährten Parolen. "Eine Verletzung der Menschenrechte, und von Kubas Freiheit und Unabhängigkeit", sei die Blockade gegen die Insel, "aber sie verstärkt nur unseren Patriotismus, unsere Würde, unsere Verteidigungsbereitschaft".

Auftritt in Wien: Kubas Außenminister Bruno Rodriguez © REUTERS/LEONHARD FOEGER Auftritt in Wien: Kubas Außenminister Bruno Rodriguez

"Trump schlecht beraten"

Die US-Blockade hatte dem wirtschaftlich chronisch ineffizienten Sozialismus in Kuba immer schon als perfekte Ausrede für eigene Fehler gedient. Trumps neu ausgerufene politische Härte, die die Hoffnung auf weitere Aussöhnung, wirtschaftliche Zusammenarbeit und vor allem US-Touristen zunichte macht, kommt daher vor allem dem Castro-Regime gelegen. Also bemüht sich auch der Außenminister in Wien, den US-Präsidenten und dessen Anti-Kuba-Rede in der Vorwoche in Florida möglichst diabolisch darzustellen. Trumps Rede, so Rodriguez Parrilla, sei ein "groteskes Spektakel aus dem Kalten Krieg". Der Präsident habe sich dabei "mit Terroristen und Verbrechern" umgeben, mit den "Geldgebern für den Terror gegen Kuba".

Doch zwischen all der Verteufelung des neuen Feindbildes Trump machte sich zwischendurch auch beim Außenminister Ratlosigkeit über den Herrn im Weißen Haus bemerkbar: "Das ist schon sehr infantil – er ist wohl schlecht beraten."

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