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Türkei verweigert festgenommenem Deutschen konsularische Hilfe

Die Presse-Logo Die Presse 13.09.2017

Deutsche Diplomaten haben immer noch keinen Zugang zu einem am Wochenende am Istanbuler Flughafen festgenommenen deutschen Staatsbürger. Der Betroffene befinde sich weiter in türkischem Polizeigewahrsam, sagte der Sprecher des Auswärtigen Amtes, Martin Schäfer, am Mittwoch in Berlin. Eine konsularische Betreuung "ist uns verweigert worden".

Die Bundesregierung sei noch immer nicht von der Türkei offiziell über die Festnahme und deren Gründe informiert worden. Am Montag hatte das Auswärtige Amt mitgeteilt, dass am Sonntag erneut ein deutsches Ehepaar türkischer Abstammung bei der Einreise in die Türkei festgenommen worden sei. Eine der Personen sei wieder frei, aber mit einer Ausreisesperre belegt worden. Schäfer sagte am Mittwoch, es sei weiter unklar, was dem Paar vorgeworfen werde.

© Die Türkei und Deutschland: eine Problembeziehung. / Bild: APA/AFP/ADEM ALTAN

Bereits Ende August hatte die Türkei ein anderes deutsches Ehepaar mit türkischen Wurzeln bei der Einreise am Flughafen Antalya festgenommen. Beide sind inzwischen wieder frei. Während die Frau aber nach Deutschland zurückkehren durfte, wurde der Mann ebenfalls mit einer Ausreisesperre belegt.

Reisehinweise verschärft

Die Regierung des türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdogan geht seit dem fehlgeschlagenen Putsch im Sommer 2016 mit harter Hand gegen politische Gegner vor. Besonders im Fokus stehen dabei Anhänger der Gülen-Bewegung, die Erdogan für den Putschversuch verantwortlich macht. Das Auswärtige Amt hat wegen der Lage in der Türkei mehrfach seine Reise- und Sicherheitshinweise für das Land verschärft.

Derzeit sind dem Ministerium zufolge mindestens elf Deutsche, viele davon mit türkischen Wurzeln, in der Türkei aus politischen Gründen im Gefängnis, drei von ihnen bereits seit 2016. Die bekanntesten Fälle sind der seit Februar inhaftierte "Welt"-Korrespondent Deniz Yücel, die Ende April festgenommene Journalistin und Übersetzerin Mesale Tolu und der im Juli festgesetzte deutsche Menschenrechtsaktivist Peter Steudtner.

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