Sie verwenden eine veraltete Browserversion. Bitte verwenden Sie eine unterstütze Versiondamit Sie MSN optimal nutzen können.

"Zug der Schande": Auf Bahnhof in Rom lagern seit Monaten 700 Tonnen Müll

Die Presse-Logo Die Presse 10.08.2018
© Bereitgestellt von Styria Digital One GmbH

Seit zwei Monaten steht dieser Zug in der sengenden Sonne am Rande von Rom. An Bord: 700 Tonnen Müll, die eigentlich schon längst außer Landes gebracht werden hätten sollen. Weit weg, in eine Müllverbrennungsanlage im deutschen Köln. Doch offenbar fand das mit der Entsorgung beauftragte Unternehmen Enki keinen Platz mehr für den Müll, Anfragen wurden bisher nicht beantwortet. Medien berichten von einem Streit mit dem Auftraggeber AMA, Roms überforderte Müllentsorgungsgesellschaft. Diese versprach, das Problem binnen weniger Tage zu lösen und den Müll abzutransportieren.

Anrainer gehen mittlerweile auf die Barrikaden: "Die Lage ist dramatisch", sagt der Präsident eines Bürgerkomitees. Er spricht von "totaler Verantwortungslosigkeit", von undefinierbaren Müll, der die wenigen hundert Meter entfernte Wohngegend "verpeste". Auch die Umweltschutzorganisation Legambiente zeigt sich in einer Aussendung empört über den "Zug der Schande".

Rom karrte Müll auch nach Österreich

Es ist nicht das erste Mal, dass aufgrund Entsorgungsproblemen italienischer Müll in ein Nachbarland gebracht wird, auch in Österreich wurde Abfall aus der italienischen Hauptstadt verbrannt - ein gutes Geschäft. Bis Ende des Vorjahrs hat die Stadt ihren Abfall in der Müllverbrennungsanlage in Dürnrohr bei Zwentendorf entsorgt. Doch der Deal scheiterte letztendlich an den hohen Ausgaben.

Die Situation ist seit Jahren angespannt: Pläne für die Errichtung von Müllverbrennungsanlagen scheiterten in Rom selbst immer wieder aufgrund von Anrainerprotesten. Dazu kamen Missmanagement und Korruption beim Entsorgungsunternehmen AMA, bei dem ein Finanzloch in der Größe von 650 Millionen Euro klafft.

 
Bundeskanzler Sebastian Kurz (ÖVP) Nächste Geschichte

Europas Juden ehren Kurz

| Anzeige
| Anzeige

Mehr von Die Presse

| Anzeige
image beaconimage beaconimage beacon