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Siebenjährige getötet: Mitwisser sollen geschwiegen haben

KURIER-Logo KURIER 14.06.2018 michaela.reibenwein

Mehrere Tage wurde nach der kleinen Hadish gesucht. Die Leiche des Mädchens wurde in einer Mülltonne entdeckt.

© Birgit Seiser

Die Mordermittler dürften  Robert K. am Mittwoch noch einmal einen Besuch in der U-Haft abgestattet haben. Sie hatten noch offene Fragen an den 16-jährigen mit tschetschenischen Wurzeln, der vor rund einem Monat die siebenjährige Hadish getötet haben soll. Denn der Bursche dürfte sich nach der Tat sehr wohl anderen Personen anvertraut haben – nämlich zwei Mitschülern. Außerdem soll ein Nachbarsbub  die Leiche des Opfers gesehen haben. Zur Polizei dürfte allerdings keiner der mutmaßlichen Mitwisser gegangen sein – obwohl zu diesem Zeitpunkt die Verwandten des Mädchens verzweifelt nach ihm suchten.

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Wie berichtet, soll Robert K. am 11. Mai die kleine Hadish in einer Wohnung im Ditteshof in Wien-Döbling mit einem Messer getötet haben. Anschließend soll  er die Leiche des Mädchens in einem Mistkübel des Gemeindebaus entsorgt haben. Ein Müllmann entdeckte das Kind, das in schwarze Säcke gepackt war.

Dem war eine große Suchaktion vorangegangen. Dabei dürfte es zu diesem Zeitpunkt zumindest einen Außenstehenden gegeben haben, der über das Schicksal des Mädchens schon  bescheid wusste: Ein Nachbarsbub, der HadishsLeiche gesehen haben soll. Er dürfte kurz nach der Tat in der Wohnung der Familie K. gewesen sein. Der Bub dürfte sich aber niemandem anvertraut haben.  

Am Montag nach der Tat soll Robert K., wie berichtet, in die Schule gegangen sein. Er habe sich ganz normal verhalten, hieß es. Niemandem sei etwas aufgefallen. Doch das dürfte nicht stimmen. Denn er soll zwei Mitschülern von der Tat erzählt haben. Aber auch sie sollen ihr Wissen für sich behalten haben.

Eine offizielle Bestätigung dazu gibt es weder von Seiten der Polizei noch von der Staatsanwaltschaft. Es handle sich um einen Verschlussakt.

Rechtsanwalt Nikolaus Rast, der die Familie des Opfers vertritt, ist allerdings erschüttert: „Ich verstehe die jungen Leute nicht.“ Wenig Verständnis bringt er aber auch für den Vater des Verdächtigen auf. Hannes K. fühlte sich bedroht, fürchtet Blutrache – und brachte der Polizei als „Beweis“ Audio-Dateien in tschetschenischer Sprache. Darin, so gab er an, werde ihm aus dem Umfeld der Opferfamilie Blutrache angedroht. Das allerdings stimmt nicht. Dolmetscher bestätigten, dass derartige Drohungen in den Aufnahmen gar nicht fallen. Rast hat deshalb schon zwei Anzeigen gegen Hannes K. eingebracht. „Das ist klare Verleumdung“, sagt er.

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