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Nach Facebook-Post: Armin Wolf kündigt Klage gegen Strache an

Die Presse-Logo Die Presse vor 6 Tagen
© Das Facebook-Posting auf Heinz-Christian Straches privatem Profil. / Bild: Screenshot

Der ORF und die FPÖ werden nicht so bald Frieden schließen. Nach der Aufregung um einen nicht korrekt geschnittenen Beitrag über den freiheitlichen Tiroler Spitzenkandidaten Markus Abwerzger und einigen anderen Unstimmigkeiten der vergangenen Wochen macht die Partei weiter Stimmung gegen den ORF. Parteichef und Vizekanzler Heinz-Christian Strache war in den frühen Morgenstunden des Faschingsdienstags offenbar zu Scherzen aufgelegt.

Kurz nach Mitternacht postete er auf seinem privaten Facebook-Profil, aber sichtbar für die Öffentlichkeit, ein Schmähsujet gegen den ORF. Auf dem Bild ist Armin Wolf mit einem Pinocchio-Bild in der Hand zu sehen, daneben steht in Anlehnung an die aktuelle ORF-Imagekampagne "Wie Wir": "Es gibt einen Ort, an dem Lügen zu Nachrichten werden. Das ist der ORF". Im rechten Eck steht: "ORF - Wie Wirr". Strache hat das Bild mit dem Vermerk "Satire!" und einem Smiley gepostet.

Armin Wolf reagierte Dienstagmittag darauf und betonte, dass er "selbstverständlich" rechtlich gegen dieses Sujet vorgehen werde. Der ORF wies die "pauschalen Anschuldigungen und Unterstellungen gegenüber seinen Redaktionen sowie gegen Armin Wolf persönlich auf das schärfste zurück". Man werde "unverzüglich bei Facebook die Löschung dieses Postings veranlassen" und weitere rechtliche Schritte prüfen.

Wolf "ehrlich fassungslos"

Wolf selbst sagte kurz darauf, er sei "ehrlich fassungslos" angesichts dieses Facebook-Postings. "In 32 Jahren als Journalist hat mir noch nie jemand vorgeworfen, ich würde in meiner Arbeit lügen", so der "Zeit im Bild 2"-Moderator und stellvertretende TV-Chefredakteur. "Ich bin persönlich nicht wehleidig und stelle mich gerne jeder sachlichen Kritik, aber dass der Vizekanzler der Republik ein derartiges Sujet postet, macht mich ehrlich fassungslos."

Die "Attacken der FPÖ - einer Regierungspartei - auf unabhängige Medien und ihre persönlichen Angriffe auf Journalistinnen und Journalisten erreichen mittlerweile ein demokratiepolitisch wirklich bedenkliches Ausmaß", sagte Wolf weiter. Nachsatz: "Und dabei geht es nicht um diese Rechtsfrage, denn dass Herr Strache für dieses Posting verurteilt werden wird, ist ja überhaupt keine Frage.

Rückendeckung bekommt Armin Wolf auch von ORF-externer Seite. Sogar die sonst eher ORF-kritische "Kronen Zeitung" sieht Strache hier zu weit gehen. Innenpolitik-Kommentator Claus Pándi etwa twitterte am Dienstag: "Bei aller berechtigten Kritik am ORF: für den Vizekanzler der Republik Österreich ist das kein Stilmittel."

Gerold Riedmann, der Chefredakteur der "Vorarlberger Nachrichten", schrieb dort:

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