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Wurde Identitären-Chef Sellner vor Hausdurchsuchung gewarnt?

KURIER-Logo KURIER vor 5 Tagen christoph.schattleitner

Rechtsextremer löschte Mail-Verkehr mit Chistchurch-Attentäter - unmittelbar bevor Polizei sein Haus durchsuchte.

Sellner hat E-Mails des mutmaßlichen Attentäters gelöscht - sehr kurz vor der Hausdurchsuchung. © APA - Austria Presse Agentur Sellner hat E-Mails des mutmaßlichen Attentäters gelöscht - sehr kurz vor der Hausdurchsuchung.

Der mutmaßliche Christchurch-Terrorist und der österreichische Rechtsextreme Martin Sellner hatten intensiveren Kontakt als bisher angenommen, wie Screenshots der Mails, die der ZiB2 zugespielt wurden, belegen. Pikant ist auch, dass Sellner jenen Mailverlauf ­- laut ZiB2 - unmittelbar vor der Hausdurchsuchung gelöscht haben soll.

Die SPÖ und die Liste Jetzt (früher Pilz) vermuten, dass Sellner gewarnt wurde. "Es fällt mir angesichts der engen Verbindungen zwischen der FPÖ und den Identitären schwer, hier an einen Zufall zu glauben", sagte SPÖ-Bundesgeschäftsführer Thomas Drozda in einer Aussendung am Mittwoch.

Auch Jetzt-Mandatar Peter Pilz sieht den "Verdacht" erhärtet, "dass die Hausdurchsuchung bei Sellner im März 2019 verraten worden sein dürfte". Dies würden "Akten, Zeugenaussagen und eigene Recherchen von Pilz im Innenministerium" bestätigen, erklärte der Abgeordnete in einer Aussendung und kündigte eine parlamentarische Anfrage an Innenminister Herbert Kickl (FPÖ) an.

Kein Kommentar zu möglichem Polizei-Leck

Auf KURIER-Nachfrage, ob das Innenministerium von einem Leck in den eigenen Reihen ausgeht, kommentiert Pressesprecher Christoph Pölzl dies nicht, "da es sich um laufende Ermittlungen handelt". Er verweist auf die zuständige Staatsanwaltschaft.

Christian Kroschl, Sprecher der ermittelnden Staatsanwaltschaft Graz, zeigt sich ob des Verweises verwundert: "Von Untersuchungen dahingend wurde mir noch nichts berichtet. Ich kann dazu derzeit nichts sagen."

Deutsche Spender

Sellner soll in jedem Fall nicht nur vom Neuseeland-Attentäter eine beachtliche Spende erhalten haben. Auch aus Deutschland bekam der Wiener viele Spenden. Mehr als 20.000 Euro von rund 250 Personen aus ganz Europa sollen es allein im Jahr 2018 gewesen sein, wie eine Recherche-Kooperation von Süddeutscher Zeitung, NDR, WDR und Standard ergab.

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