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Deutscher Minister Spahn gibt keine Aussicht auf schnelle Lockerung

KURIER-Logo KURIER 13.01.2021 Redaktion kurier.at

Aber: Gegen Sommer soll die Durchimpfungsrate 50 bis 60 Prozent betragen, sagt ein Infektologe der Berliner Charité.

Jens Spahn © APA/AFP/JOHN MACDOUGALL Jens Spahn

Die Maßnahmen seien hart, stellen vieler Leben auf den Kopf, da müssen wir gemeinsam durch: Gesundheitsminister Jens Spahn schwor die Menschen in seiner Regierungserklärung darauf ein, dass die Einschränkungen noch weitere Wochen dauern. „Wir werden auf unserem Weg raus aus der Pandemie noch einige Zeit aufeinander Acht geben müssen. Abstand, Hygiene, Alltagsmasken, FFP2-Masken, reduzierte Kontakte bleiben eine Notwendigkeit.“

Noch immer ist die Zahl der Neuinfektionen hoch. Sie liegt bei 148 pro 100.000 Einwohner binnen sieben Tagen – fast drei Mal so hoch wie der angestrebte Wert 50, der eine Kontaktverfolgung ermöglicht. Um zu lockern, müsste er bei 10 liegen, sagt Charité-Infektiologe Andrej Trampuz. Er rechnet damit voraussichtlich in drei bis vier Monaten – "und wir eine Durchimpfungsrate von 50 bis 60 Prozent haben".

Bis zum Sommer will Minister Spahn jedem in Deutschland ein Impfangebot machen können, kündigte er am Dienstag an. "Natürlich ruckelt es bei der größten Impfkampagne der Geschichte", so der CDU-Politiker. Aber es sei eine Struktur aufgebaut, "die hochfahren kann und wird". Zur Kritik der vergangenen Tage, wonach das Impfen in Deutschland teils chaotisch verlief und die Vakzine knapp seien, versprach er, dass man sich mit Nachdruck für die Einrichtung eines weiteren Produktionsstandortes von Biontech in Marburg einsetze.

Hotspots im Osten

In Thüringen und Sachsen spitzt sich die Lage indessen zu. Patienten mussten in andere Bundesländer verlegt werden. Die Sieben-Tage-Inzidenz liegt teils bei mehr als 500. Dafür gibt es keine eindeutige Erklärung: Sachsens Grenznähe zu Tschechien, wo viele pendeln und die Fallzahlen explodieren, gilt als möglicher Grund. Andere sehen einen Zusammenhang zwischen AfD-Hochburgen und Corona-Lage. Für Epidemiologen Markus Scholz von der Uniklinik Leipzig spielt die Altersstruktur mit: "Sachsen gehört zu den Bundesländern mit relativ alter Bevölkerung", sagte er dem MDR. Allerdings sind in anderen Ländern mit ähnlicher Demografie die Zahlen niedriger. In Thüringen ist der durchschnittliche Patient 50,4 Jahre alt.

Infektiologe Trampuz nimmt die Landespolitik in die Pflicht. Sachsen wie Thüringen waren Bremser, haben im Oktober einen Lockdown blockiert. Mittlerweile räumten die Ministerpräsidenten Fehler ein. Sachsen hat bereits beschlossen, den Lockdown bis 7. Februar zu verlängern.

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