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Raumfahrer nach Sojus-Fehlstart in Kasachstan notgelandet

APA-LogoAPA 11.10.2018 rst/grh
Zwei Raumfahrer an Bord der Sojus © APA (AFP) Zwei Raumfahrer an Bord der Sojus

Notlandung wegen einer Antriebspanne kurz nach dem Start zur Internationalen Raumstation (ISS): Die Zwei-Mann-Besatzung einer russischen Sojus-Rakete hat am Donnerstag dank funktionierender Sicherheitssysteme unverletzt überlebt. Der US-Astronaut Nick Hague und sein russischer Kollege Alexej Owtschinin landeten unverletzt in Kasachstan, wie die russische Raumfahrtbehörde Roskosmos mitteilte.

Die Rakete startete um 10.04 Uhr (MESZ) vom Raumfahrtbahnhof Baikonur in Kasachstan. Kurz darauf kam es offenbar zu Schwierigkeiten. "Problem mit Triebwerk, zwei Minuten 45 Sekunden", war die ruhige Stimme von Kommandant Owtschinin zu hören. Es war der zweite Start des 47-Jährigen, der 2016 bereits 172 Tage im All war.

Auf Fernsehbildern sind einige Zeit nach dem Start kleine Explosionen an der Rakete zu sehen. Wenig später ist außer dem Feuerschweif auch weißer Rauch aus den Triebwerken zu erkennen. Aufnahmen aus dem Inneren der Kapsel zeigen, wie Owtschinin und Hague durchgerüttelt werden. Die Kapsel mit den beiden Astronauten wird abgetrennt und die Notlandung eingeleitet. Ein Fallschirm bremst die Rückkehr der Kapsel zur Erde ab. Rettungsteams machen sich sofort auf den Weg zur Landestelle.

Roskosmos erklärte, "zum Zeitpunkt des Starts" sei eine "ungewöhnliche Situation" eingetreten, die Rettungssysteme seien aktiviert worden. "Das Notfall-Rettungssystem hat funktioniert, das Raumschiff konnte in Kasachstan landen...die Besatzung lebt", twitterte Roskosmos. Am Nachmittag veröffentlichte die Raumfahrtbehörde Bilder der beiden Raumfahrer. Alexej Owtschinin und Nick Hague sind auf einem Sofa zu sehen, bei ihnen werden Blutdruck und der Sauerstoffgehalt des Blutes gemessen.

Nach Angaben von Roskosmos-Chef Dmitri Rogosin wurde eine staatliche Untersuchungskommission einsetzt, um der Ursache auf den Grund zu gehen. Bis die Ergebnisse vorliegen, wurden laut Vizeregierungschef Juri Borissow alle weiteren Sojus-Starts ausgesetzt. Russische Ermittler haben eine strafrechtliche Untersuchung angekündigt, in der geklärt werden soll, ob beim Bau der Rakete Sicherheitsbestimmungen missachtet wurden.

In den vergangenen Jahren musste die russische Raumfahrt mehrere Rückschläge verkraften. Dazu zählen der Verlust von Satelliten und 2011 der Absturz eines unbemannten Raumtransporters vom Typ Progress M-12M auf dem Weg zur ISS. Schon damals wurden Starts von Sojus-Raketen vorübergehend ausgesetzt.

Derzeit hat der deutsche Astronaut Alexander Gerst als erster Deutscher und zweiter Europäer überhaupt das Kommando an Bord der ISS. Zur Crew von Gerst, der im Dezember zurückkehrt, gehören die US-Astronautin Serena Aunon-Chancellor und der russische Kosmonaut Sergej Prokopjew. Owtschinin und Hague sollten dazustoßen.

Die USA hatten ihr Space-Shuttle-Programm 2011 eingestellt. US-Astronauten konnten seither nur noch mit russischen Sojus-Raketen zur ISS gelangen. Der Vertrag mit Russland läuft im November 2019 aus. Dann sollen SpaceX und Boeing übernehmen.

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