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Schoko-Nikolos von Marken-Herstellern fielen im Test durch

Heute-Logo Heute vor 3 Tagen
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Die OrganisationenSüdwind und Global 2000 haben die Schokofiguren nachsozialen und ökologischen Kriterien bewertet. Das Ergebnis ist ernüchternd.

Am letzten Tag des Lockdowns, dem 6. Dezember, ist Nikolo. Durch die Pandemie wird dieser wichtige christliche Feiertag heuer allerdings anders ablaufen als gewohnt. Vielen Kindern wird der Nikolaus wohl nur in seiner süßen Variante einen Besuch abstatten, denn auch der Heilige Nikolaus befindet sich im Lockdown.

Damit das Nikolo-Fest auch sozial und ökologisch fair wird, haben die entwicklungspolitische Organisation Südwind und die Umweltschutzorganisation Global 2000 insgesamt 18 Schoko-Nikoläuse im österreichischen Handel einem Nachhaltigkeitscheck unterzogen – und nach den Ampelfarben mit grün, gelb oder rot bewertet. Es ging  vor allem um faire Bezahlung der Produzenten, Umweltschutz und den Ausschluss von Kinderarbeit.

Testsieger sind demnach der "EZA Schoko-Nikolo", der in den Weltläden erhältlich ist, der "Spar Natur pur Bio-Nikolaus" von Spar, der "Monarc Bio-Fairtrade Nikolo" von Hofer sowie der "Schönenberger Weihnachtsmann im Sternenkleid" von denn‘s. Sie tragen das Bio- und das Fairtrade-Gütesiegel und seien somit "sowohl aus sozialer als auch aus ökologischer Sicht am verträglichsten".

Positiv aufgefallen sei auch die Entwicklungen im Mittelfeld der bewerteten Nikoläuse. Zumindest ein Drittel der gesamten bewerteten Schoko-Figuren weise entweder soziale oder um ökologische Standards in der Schokoladenproduktion auf. Durchgefallen sind laut den Testern allerdings viele bekannte Markenprodukte!

Das Schlusslicht in der Nachhaltigkeitsbewertung bildeten die Nikoläuse der bekannten großen Hersteller Milka ("Milka-Nikolo") , Lindt ("Lindt Weihnachtsmann"), Hauswirth ("Hauswirth Nikolo") und Kinder ("Kinder Schokoweihnachtsmann"). Der Nestlé-Konzern fällt gleich mit zwei Produkten negativ auf. Der "KitKat Weihnachtsmann" und der "Smarties Weihnachtsmann" wurden ebenfalls aus sozialer als auch aus ökologischer Sicht rot bewertet. Das aufgrund fehlender unabhängiger Zertifizierungen wie Angelika Derfler von Südwind erklärt.

Der Kakaoanbau hat ihr zufolge viele Facetten. In kleinbäuerlichen Strukturen mit fairen Arbeitsbedingungen, angemessener Bezahlung und ökologischen Richtlinien kann Schokolade auch nachhaltig produziert werden. Im konventionellen Kakaoanbau – der im Check mit rot bewertet wurde – komme es jedoch häufig zu extremer Ausbeutung von Mensch und Natur. Derfler weiter: "Wir gehen davon aus, dass Corona die bereits prekären Arbeitsbedingungen und die ohnehin schon magere Bezahlung in konventionellen Betrieben weiter verschlechtern wird. Auch eine Zunahme von Kinderarbeit ist zu befürchten." 

"Bei Schoko-Produkten ohne Zertifizierung, die konventionell hergestellt werden, kommt es oft zu Umweltverschmutzung und Umweltzerstörung. Im Kakaoanbau kommen zum Beispiel oft umwelt- und gesundheitsschädliche Pestizide zum Einsatz. Viele davon sind so gefährlich, dass ihr Gebrauch in Europa bereits längst verboten ist", ergänzt Martin Wildenberg, Nachhaltigkeitsexperte von Global 2000.

Abschließend halten Derfler und Wildenberg fest: " Wer ein sozial und ökologisch faires Nikolo-Fest haben möchte, ist mit unseren Grün bewerteten Produkten gut beraten. Man kann sich sicher sein, dass hier ProduzentInnen fair bezahlt, keine Kinder ausgebeutet und die Umwelt nicht vergiftet wurde."

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