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So hart ist der Alltag auf einer Wiener Corona-Station

Heute-Logo Heute 21.11.2020
© Bereitgestellt von Heute

Im ORF-Interview gibt eine leitende Krankenschwester erschütternde Einblicke in ihren Berufs- und Privatalltag.

"Ich habe 49 Covid-Patienten, das heißt, das Risiko ist natürlich höher, als wenn man sich woanders aufhält", erzählt Andrea Schmalzbauer, Leiterin zweier Corona-Stationen in der Klinik Ottakring. Nicht nur ihr beruflicher Alltag hätten sich in den vergangenen Monaten gravierend verändert, auch ihr Privatleben: "Ich habe meine Kinder seit März nicht mehr umarmt oder geküsst."

Neben der persönlichen Belastung sei der enorme Hygiene-Aufwand der gravierendste Unterschied: "Es ist heiß [...] jetzt trägt man seine normale Kleidung, darüber dann all diese Schichten an Schutzkleidung. Das permanente Arbeiten mit dieser dicht schließenden Maske macht müde. Man bekommt Kopfweh im Laufe des Tages, weil der Gummi auch einen gewissen Druck ausübt, das Visier blendet. Es ist auch die Kommunikation mit dem Patienten sehr getrübt, weil wir keinen direkten Kontakt mehr über die Mimik haben können", schildert die erfahrene Krankenschwester im Gespräch mit "Wien heute"-Moderator Patrick Budgen.

Das Durchschnittsalter der Patienten auf ihren Stationen liegt bei etwa 50 Jahren. Für viele jüngere Patienten sei die schwere Erkrankung ein "einschneidendes Erlebnis". Umso unverständlicher blickt sie auf die Bilder von überfüllten Kaufhäusern und ausgelassenen Privatparties. Es sei nicht nur unvernünftig, sondern auch eine Herabwürdigung der Leistung aller Corona-Helfer:

"Wir sind befremdet, vor den Kopf gestoßen, ein bisschen empört und ziemlich desillusioniert, weil wir wissen ganz genau, dass von diesen Menschen, die schnell noch irgendwas erstehen mussten, viele bei uns landen", so Schmalzbauer, die jetzt an die Vernunft und den Hausverstand der Menschen appelliert, denn: "Ich kann mein Leben nicht davon abhängig machen, was ein Politiker mir im Fernsehen sagt."

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