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Volksbanken profitieren vom Umbau

Die Presse-Logo Die Presse 21.09.2019
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Wien. „Ich wurde geholt, um die Volksbanken-Gruppe wieder in ruhiges Fahrwasser zu bringen“, sagt Gerald Fleischmann. Nach dem ÖVAG-Debakel war in den vergangenen vier Jahren auch mehr als genug zu tun:  aus 58 Volksbanken wurden acht, das Auslandsgeschäft wurde ganz aufgegeben. Derzeit werden Abwicklung und Produktion beim Spitzeninstitut in Wien zentralisiert, bei der Produktionstochter VB Services.  „Wir können uns endlich wieder ganz um die Kunden kümmern“, sagte Fleischmann am Freitag im Klub der Wirtschaftspublizisten.

Die bestünden in erster Linie aus Privaten und Kleinfirmen, darunter seien viele Gewerbetreibende. Als „Hausbank der Zukunft“ hätten die Volksbanken auch große Bedeutung  für die Regionen, denn „wir vergeben die Kredite und fördern so die Wirtschaft“. Vertrauen sei daher das Um und Auf in den Geschäftsbeziehungen. „Das ist auch nicht digitalisierbar“, betonte Fleischmann.

 

Vertrauen nicht digitalisierbar

Natürlich wanderten ganz viele Bankgeschäfte ins Netz. 85 Prozent der Kunden nützten schon Online-angebote. Meist gehe es dabei aber um simple Transaktionen. Bei großen Entscheidungen im Geldleben, wie bei Krediten oder Wertpapieren stehe aber das persönliche Gespräch und Beratung im Vordergrund.

Für Fleischmann ist eine Zusammenlegung von Filialen mit Konkurrenten, wie das in Hessen Volksbanken und Sparkassen machen, zwar eine gute Idee. Aber er hält das mehr für Marketing. Die Filiale sei auch nicht der große Kostenfaktor. „Wirklich gut“ sei indes, dass man bei vielen Handelsketten Bargeld beheben kann.

Die Umstrukturierung schlägt sich bereits in den Kosten – und damit auch im Ergebnis positiv nieder. Die Kosten wurden von 615 auf heuer 550 Mio. Euro gesenkt. Bis 2022 will Fleischmann auf 500 Mio. Euro kommen. Negativ zu Buche schlagen die Strafzinsen für Einlagen der Banken bei der EZB. Fleischmann bezifferte die Zinsverluste mit zehn Mio. Euro brutto, wobei der für Retailbanken hilfreiche Staffelzins die Hälfte wieder herausnehme. Den Rest gelte es aber einzusparen.

Das Nettoergebnis, das 2015 und 2016 negativ war, lag im ersten Halbjahr schon bei 122 Mio. Euro, wobei der Verkauf der Volksbank Liechtenstein 44 Mio. Euro ausmachte. Die im zweiten Halbjahr anfallenden Kreditrisikokosten berücksichtigt, soll der Gewinn im Gesamtjahr bei rund 130 Mio. Euro liegen.  (eid)

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