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Babis unter Beschuss wegen Ablehnung syrischer Waisenkinder

KLEINE ZEITUNG-Logo KLEINE ZEITUNG 17.09.2018 Kleine Zeitung

Der tschechische Premier Andrej Babis geriet unter starken Beschuss wegen seinen jüngsten Aussagen zur Flüchtlingspolitik: Er hatte auch die Aufnahme von Waisenkindern aus Syrien strikt abgelehnt. Sowohl die Opposition als auch die mitregierenden Sozialdemokraten kritisieren den Regierungschef scharf. Nur vom Staatspräsidenten Milos Zeman bekam Babis Unterstützung.

Der Klubobmann der liberalkonservativen TOP 09 im Abgeordnetenhaus, Miroslav Kalousek, warf Babis "Unmenschlichkeit" vor. "Wir bewegen uns in Richtung freiwillige Isolierung und Verachtung. Wir werden für diese dumme Politik bezahlen. Leider ganz zurecht", erklärte Kalousek.

Laut dem Klubobmann der Volkspartei (KDU-CSL) im Abgeordnetenhaus, Jan Bartosek, "tritt Egoismus und Rücksichtslosigkeit anstelle von Mitgefühl und Hilfe". Der Chef der Piratenpartei Ivan Bartos bezeichnete die Aussagen von Babis als "traurig" und warf dem Regierungschef vor, immer mehr auf die Wähler der "extremistischen Partei Freiheit und direkte Demokratie (SPD)" von Tomio Okamura zu zielen.

Der Vizepremier, Außenminister und Innenminister Jan Hamacek reagierte mit der Aussage, Tschechien sei weiterhin gegen Flüchtlingsquoten. Als 10-Millionen-Land würde man es aber bestimmt schaffen, 50 Kindern ein neues Zuhause zu bieten, die im syrischen Krieg ihre Eltern verloren hatten.

Bild: APA (AFP) © Bild: APA (AFP) Bild: APA (AFP)

Der Sprecher des Staatspräsidenten Milos Zeman, Jiri Ovcacek, nannte die Kritiker von Babis "Hyänen", die "nichts ahnende, unschuldige 50 syrische Waisenkinder zum Rammbock gemacht haben". "Helfen wir auch 5.000 Kindern, aber bei ihnen, in Syrien", so Ovcacek.

Auch Babis wies die Kritik als "Hysterie" zurück. "All jene, die so hysterisch auf mich reagiert haben, haben offenbar an zwei- oder dreijährige Kinder gedacht. Nicht an Kinder, die 17 Jahre alt sind", so Babis.

Der Regierungschef hatte in einem Interview mit der tschechischen Tageszeitung "Pravo" (Samstag-Ausgabe) die Initiative der christdemokratischen EP-Abgeordneten Michaela Sojdrova abgelehnt, syrische Waisenkinder aufzunehmen. "Warum sollten wir sie aufnehmen? Wir haben auch bei uns Waisenkinder, die wir auf ihr Leben vorbereiten müssen", hatte Babis gesagt.

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