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Jung, schwul - und bald US-Präsident? Dieser Mann will Trump besiegen

KURIER-Logo KURIER 15.04.2019 Redaktion kurier.at

Der 37-jähriger Demokrat Pete Buttigieg gab seine Kandidatur für die US-Präsidentschaft bekannt.

Pete Buttigieg mit seinem Ehegatten Chasten Buttigieg bei der Kick-off-Veranstaltung zur Präsidentschaftskampagne.  © APA/AFP/GETTY IMAGES/SCOTT OLSON Pete Buttigieg mit seinem Ehegatten Chasten Buttigieg bei der Kick-off-Veranstaltung zur Präsidentschaftskampagne. 

"Mayor Pete" - so lässt sich Peter Buttigieg bezeichnen, wenn sein ungewöhnlicher Nachname beim Gesprächspartner zu Ausspracheproblemen führt. Doch der Name ist nicht das einzige, was den 37-Jährigen zu einem einzigartigen Kandidaten im Rennen um das Amt des US-Präsidenten macht.

"Ich bin hier, um eine andere Geschichte als 'Macht Amerika wieder großartig' zu erzählen", hatte Buttigieg am Wochenende beim Start seiner Wahlkampagne in einer zum Bersten gefüllten ehemaligen Fabrikshalle gesagt. Damit nahm er auf den Slogan des aktuellen US-Präsidenten, Donald Trump, Bezug, dem er bei der Wahl 2020 die Stirn bieten möchte.

Erster homosexueller Präsident?

Seit sieben Jahren ist Buttigieg - den Namen hat er übrigens von seinem maltesischen Vater geerbt - Bürgermeister der 100.000-Einwohner-Stadt South Bend in Indiana. 2015 outete er sich als homosexuell. An seiner Populariät änderte das nichts - nur wenige Monate später wurde er wiedergewählt. 2018 heiratete Mayor Pete seinen langjährigen Partner Chasten Glezman. Schafft er die parteiinterne Nominierung, wäre Buttigieg der erste offen homosexuelle Präsidentschaftskandidat einer der großen Parteien der USA.

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Seine aktuelle Wirkungsstätte South Bend liegt im sogenannten Rust Belt der USA, der einst stolzen Industrieregion in den USA, die massiv unter der zunehmenden Deindustrialisierung leidet. Während seiner Amtszeit als Bürgermeister erreichte Buttigieg einen wirtschaftlichen Aufschwung, nicht zuletzt durch das Schaffen neuer Arbeitsplätze, auch abseits des traditionellen Industriebereichs. Daneben setzt er sich besonders für die Stadtsanierung und - im Kontrast zu Trump - für eine ökologische Wende der Industriegesellschaft ein.

© APA/AFP/GETTY IMAGES/SCOTT OLSON

Afghanistan-Veteran

2013 nahm sich der Demokrat sieben Monate lang eine Auszeit von seinem Amt. In dieser Zeit diente er als Nachrichtenoffizier der Marine in Afghanistan. Bei den US-Wählern dürfte das gut ankommen. Nachdem Buttigieg mit einer Außenseiterrolle ins Rennen um die Präsidentschaft gestartet war, wurde er in den vergangenen Monaten immer mehr zum Shooting-Star unter den demokratischen Kandidaten - unter denen sich aktuell eine ganze Reihe klingender Namen wiederfinden.

In Umfragen ist er unter seinen demokratischen Mitbewerbern mittlerweile im Spitzenfeld. Im ersten Quartal 2019 soll er ganze sieben Millionen Wahlkampfspenden lukriert haben. Noch besser schneidet derzeit etwa Bernie Sanders ab. Über ihn schrieb Buttigieg bereits in der High School einen Aufsatz, der später im Rahmen eines Essay-Wettbewerbes ausgezeichnet wurde. 2000 schloss er als Jahrgangsbester ab und studierte danach in Harvard Geschichte und Literatur. Später führte in ein Stipendium ins britische Oxford. Danach arbeitete er etwa für die bekannte Unternehmensberatung McKinsey.

© APA/AFP/JOSHUA LOTT

Viele Bewerber

In den vergangenen Wochen hat bereits eine ganze Reihe von Demokraten ihre Bewerbung erklärt. Dazu gehören die Senatorinnen Elizabeth Warren, Kamala Harris und Kirsten Gillibrand und der frühere Wohnungsbauminister Julian Castro. Die Zahl der Bewerber um die Kandidatur gegen Trump dürfte in den kommenden Monaten weiter deutlich anwachsen.

Buttigieg hatte bereits 2010 für das Amt des Indiana State Treasurer (einer Art Finanzminister für den Bundesstaat) kandidiert, verlor aber gegen den Amtsinhaber Richard Mourdock. Seine Kandidatur für das Amt des Vorsitzenden des Democratic National Committee zog er 2017 zurück. Sollte er es schaffen, seine Popularität weiter zu steigern und gar ins Weiße Haus einziehen, wäre Buttigieg mit dann 39 Jahren der jüngste US-Präsident aller Zeiten.

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