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Kolba tritt zurück: "Gab keine Meinungsverschiedenheiten"

KURIER-Logo KURIER 16.04.2018 evelyn.peternel

Peter Kolba zieht sich als Liste-Pilz-Klubchef zurück - aus gesundheitlichen Gründen, wie er sagt. Wer nachfolgt, ist offen.

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Die Liste Pilz sucht einen neuen Klubchef: Peter Kolba, der die Funktion ja seit dem Rückzug von Parteigründer Peter Pilz interimistisch ausgeübt hat, will sich zurückziehen - das hat er am Montag in einer Pressekonferenz angekündigt.

Woran sein Rücktritt von der Funktion und der Austritt aus der Partei liegt (Kolba hat auch die Mitgliedschaft in der Liste Pilz zurückgelegt), darüber wurde im Vorfeld viel spekuliert - schließlich wurde der geplante Wechsel im Klub schon am Sonntagabend bekannt. Interne Probleme, wie gemutmaßt wurde, seien es jedenfalls nicht, sagt Kolba: „Es gibt keine Meinungsverschiedenheiten zwischen mir und dem Klub – und auch nicht zwischen mir und Peter Pilz." Vielmehr habe er immer gesagt, dass er die Funktion nur eine Zeit lang ausüben möchte, da er gesundheitlich angeschlagen sei - Kolba leidet an einer neurologischen Schmerzerkrankung. „Ich bin froh, wenn ich mich zurückziehen kann.“

Aus der Partei sei er ausgetreten, weil er sich nicht um den Aufbau der Organisation kümmern könne; das sei "die Aufgabe von Peter Pilz." Im Parlament werde er deshalb auch bleiben: Er wolle sich vermehrt um "seine Themen", also Konsumentenschutz und Gesundheit, kümmern, so Kolba.

Ob Pilz nachfolgt, ist unklar

Wer ihm als Klubchef nachfolgt, darauf konnte Kolba allerdings noch keine Antwort geben. "Ich kenne den Namen noch nicht", sagte er dazu - schließlich habe man den Wechsel erst in 14 Tagen bekannt geben wollen, die Medien seien ihm da zuvor gekommen. Bis dahin lasse man sich darum auch Zeit, um eine neue Person an der Spitze zu suchen.

Dass es Peter Pilz selbst sein könnte, der die Funktion übernimmt, schließt Kolba allerdings nicht aus: Eigentlich würde er gerne mit Ende April das Amt abgeben, aber wenn es etwas länger dauere, sei das auch in Ordnung. "Das Datum ist nicht in Stein gemeißelt."

Pilz hatte ja angekündigt, schon bald - nach Abschluss der Erhebungen wegen sexueller Belästigung gegen ihn - in den Nationalrat zurückkehren zu wollen.  Damit er aber überhaupt zurück kann, müsste allerdings ein Abgeordneter Platz machen. Ob Kolba das selbst ist? "Nein", sagt er dazu bestimmt. Wer gehen wird, wenn Pilz zurückkommt, müsse man erst diskutieren. Und wenn keiner gehen wolle? Naja, dann müsse Pilz auf sein Mandat verzichten, so Kolba.

Häme für die Liste

Wie es weitergeht mit dem Pilz-Klub, ist damit ziemlich offen. Fest steht nur, dass die acht Abgeordneten mit Häme der politischen Konkurrenz leben müssen: "Im Vergleich zur Liste Pilz war das Team Stronach hoch professionell", ätzt etwa Gerald Loacker von den NEOS. Rein an Zahlen gemessen sieht das so aus: Beim Team Stronach dauerte es immerhin mehr als 400 Tage, bis der erste Abgeordnete den Klub verlassen hat; die Liste Pilz brauchte für einen Parteiaustritt nur halb so lang.

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