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Musste Assange wegen Foto-Veröffentlichung Botschaft verlassen?

KURIER-Logo KURIER vor 4 Tagen Redaktion kurier.at

Ecuadors Präsident sagt, Assange habe versucht in der Botschaft ein "Zentrum für Spionage" einzurichten.

© REUTERS / Peter Nicholls

Sieben Jahre hielt sich Wikileaks Gründer Julian Assange in der ecuadorianischen Botschaft in London auf. 2012 war er, um einer Auslieferung an Schweden wegen Vergewaltigungsvorwürfen und einem von ihm befürchteten Prozess in den USA zu entgehen, in die Botschaft in London geflüchtet. Der damalige Präsident Rafael Correa hatte ihm das Botschaftsasyl aus humanitären Gründen gewährt. 

Am Donnerstag wurde Assange von britischen Behörden festgenommen. Die Regierung in Quito hatte zuvor das politische Asyl für den 47-jährigen Australier aufgehoben.

Über die Gründe dafür gibt es zahlreiche Spekulationen. Wie die New York Post berichtet, soll ein Foto von Ecuadors Präsident Lenín Moreno der Grund für den Rausschmiss gewesen sein. Darauf zu sehen ist Moreno, wie er er im Bett liegt - vor ihm ein prall gefüllter Tisch mit den feinsten Speisen. Das Bild war unter jenen 200 Mail und Dokumenten, die im März auf der anonymen Website INApapers.org gepostet worden sind. Moreno soll laut New York Post Wikileaks für die Veröffentlichung verantwortlich machen.

Zentrum für Spionage

Zuvor hatte Moreno ganz andere Gründe für den Entzug des Asyls für den WikiLeaks-Gründer genannt. Moreno sagte der Zeitung The Guardian am Sonntag, Assange habe versucht, in der ecuadorianischen Botschaft in London ein "Zentrum für Spionage" einzurichten.

Die Vorgängerregierung in Quito habe zugelassen, dass von der Botschaft aus in die "Prozesses anderer Staaten" eingegriffen werde. Assange habe zudem Botschaftsmitarbeiter schlecht behandelt und rechtliche Schritte angedroht, sagte Moreno. Der Entzug des Asyl sei nicht willkürlich erfolgt, sondern fuße auf internationalem Recht.

Assange war am Donnerstag nach sieben Jahren in der ecuadorianischen Botschaft in London festgenommen worden. Die Regierung in Quito hatte zuvor das politische Asyl für den 47-jährigen Australier aufgehoben, der wegen der Veröffentlichung geheimer US-Dokumente vielen in den USA als Staatsfeind gilt. Assanges Anwälte wollen nun eine Auslieferung des WikiLeaks-Gründers an die USA verhindern.

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