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Mit einem billigeren Surface gegen das iPad

Tages-Anzeiger-Logo Tages-Anzeiger 10.07.2018 Rafael Zeier
Mit einem billigeren Surface gegen das iPad © (Tagesanzeiger.ch/Newsnet) Mit einem billigeren Surface gegen das iPad

Microsoft hat mit dem Surface Go eine handlichere Variante der eigenen Tablet-Reihe vorgestellt. Sieben Gründe dafür und sieben dagegen.

In der Nacht auf heute hat Microsoft ein neues Surface-Tablet vorgestellt. Ohne grosse Präsentation. Nur mit einem Video und einem Blogbeitrag.

Wurde per Video vorgestellt: Das neue Surface Go.

Das neue Surface Go ist eine kleinere und günstigere Variante des seit Jahren bekannten Surface Pro. Ein Tablet also, mit einem ausklappbaren Ständer, einem Stift und einer magnetischen Andock-Tastatur.

Tief statt hoch

Anders als andere Surface-Geräte zielt das Surface Go nicht auf das Hochpreissegment. Mit einem Einstiegspreis von 499 Franken nimmt es Billig-Laptops und vor allem natürlich Apples iPads ins Visier.

Insgesamt gibt es zwei Varianten. Die günstigere mit 4 GB Arbeitsspeicher und einer Festplatte mit 64 GB kostet 499 Franken. Für 100 Franken mehr gibt es doppelt so viel Arbeitsspeicher und Speicherplatz.

Der Vorverkauf startet heute. Ausgeliefert werden die Geräte dann ab dem 28. August.

Vorteile:

Handlich: Das neue Surface Go ist mit dem 10-Zoll-Bildschirm eine ganze Spur kleiner, leichter und dünner als die grösseren Pro-Tablets von Microsoft. Wer (wie der Autor) seit Jahren auf ein portableres Surface (und damit einen Nachfolger des Surface 3) hofft, dürfte sich über die Neuerung am meisten freuen.

Surface Connect: Microsofts proprietärer, aber ausgesprochen praktischer Anschluss ist immer noch mit dabei. So kann man das neue Surface Go auch mit älteren Surface-Kabeln laden.

USB-C: Nebst dem Microsoft-Anschluss hat das Surface Go auch einen USB-C-Anschluss. Damit wird das Tablet zukunftssicher. Bisher war Microsoft eher zurückhaltend, was diesen neuen Anschluss angeht. Doch nun geht es voran. Gut so!

Preis: In den USA kostet das neue Tablet ohne Steuern 399 Dollar, bei uns 499 Franken. Das ist eine ganze Spur tiefer als andere Surface-Geräte der neusten Generation. Interessanter ist jedoch der Vergleich zu Apples iPads. Da liegt das Microsoft-Tablet zwischen dem iPad (ab 379 Franken) und dem iPad Pro (ab 747 Franken). Wer mit einem Tablet mehr als nur Filme schauen möchte, der könnte künftig vermehrt auch einen Blick ins Surface-Lager werfen.

Ständer: Wer noch nie ein Surface hatte, kann sich kaum vorstellen, wie nützlich der ausklappbare und frei verstellbare Ständer ist. So kann man das Tablet in allen Lagen verwenden. Dass der Ständer nun auch im kleinen Surface Go Platz gefunden hat, ist löblich.

Rundere Kanten: Diese Neuerung fällt erst auf den zweiten Blick auf: Das Surface Go bringt auch ein leicht verändertes Design mit. Alles (vor allem die Ecken) wirkt etwas runder. So sieht das Tablet etwas eleganter und weniger wuchtig aus.

Lüfterlos: Wer ganz genau hinschaut, wird feststellen, dass das Surface Go keine Lüfterschlitze mehr hat. Beide Modelle kommen nämlich ohne einen Lüfter aus. Gut für Leute, die häufig an ruhigen Orten arbeiten oder ganz einfach die Ruhe schätzen.

Nachteile:

Prozessor: Um den Preis tief zu halten, kommen im Surface Go nicht die neusten und besten Intel-Prozessoren zum Einsatz. Wie gut sich die Spar-Chips im Alltag schlagen, muss ein ausführlicher Test zeigen. Aber hier darf man schon mal ein kleines Fragezeichen setzen.

Ausdauer: Im Vorfeld der Präsentation wurde immer wieder gemunkelt, Microsoft würde statt auf Intel-Chips auf aus Handys bekannte ARM-Chips setzen. Ein handliches Surface mit 20 Stunden Akku wäre so theoretisch möglich. Doch nun stecken doch Intel-Chips drin, und die Akkulaufzeit liege bei maximal 9 Stunden. Besonders ausdauernd oder ermutigend klingt das nicht. Gerade für ein Gerät, das für den mobilen Einsatz fernab von Steckdosen gedacht ist.

LTE erst später: Ein Laptop oder Tablet, das selbstständig ins LTE-Netz kann, ist unglaublich bequem und praktisch. Auch das Surface Go bietet diese Funktion. Allerdings nicht zum Start. Eine entsprechende Version soll später in diesem Jahr folgen. Warum es nicht gleich zum Start klappt und keinen verbindlichen Termin gibt, bleibt Microsofts Geheimnis.

Ränder: Schon bei den grossen Surface-Tablets wirkt der Rand um den Bildschirm für heutige Verhältnisse relativ wuchtig. Beim kleinen Surface Go fällt das noch mehr auf. Auf Pressefotos kaschiert Microsoft dies mit schwarzen Bildschirminhalten zwar elegant, aber im Alltag sieht das schon nicht mehr sehr zeitgemäss aus. Zumal Apple und Samsung wohl noch heuer Tablets mit randlosen Bildschirmen vorstellen werden.

Windows S Modus: Das abgespeckte Windows S ist inzwischen dem Windows S Modus gewichen. Doch die Idee dahinter ist dieselbe: Man kann nur Apps aus dem offiziellen Store installieren. Da das Angebot nach wie vor dünn ist und gerade Google nicht mitmacht, dürften doch viele auf das volle Windows 10 umstellen. Immerhin ist das weiterhin gratis.

Tastatur und Stift nicht im Preis inbegriffen: Apple macht es zwar auch so, doch das macht es nicht besser. Gerade bei einem Surface sollte mindestens der Stift im Preis inbegriffen sein. Ich selbst hätte mir zu meinem Surface Pro 3 den Stift nie extra gekauft und wäre wohl nie zum Stift-Fan geworden, der ich heute bin.

Farbige Tastaturen kosten extra: Eigentlich ist es nur konsequent. Farbige Tastaturen sind zwar schön anzusehen, aber die meisten Leute kaufen dann doch die grauen oder schwarzen. Aus marktwirtschaftlicher Perspektive ist es daher nur logisch, dass die farbigen Tastaturen mehr kosten. Nur dürften sich so noch mehr Leute für die langweiligen Optionen entscheiden.

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