Sie verwenden eine veraltete Browserversion. Bitte verwenden Sie eine unterstütze Versiondamit Sie MSN optimal nutzen können.

Fracking-Firma Chesapeake ist pleite

Die Presse-Logo Die Presse 29.06.2020
© Bereitgestellt von Die Presse

New York/London. Der US-Fracking-Pionier Chesapeake Energy hat wegen der stark gefallenen Energiepreise am Sonntag Gläubigerschutz angemeldet. Man wolle unter dem Schutz gemäß Kapitel 11 des amerikanischen Insolvenzrechts die Kapitalstruktur des hochverschuldeten Unternehmens neu ordnen, teilte Konzernchef Doug Lawler am Sonntag in Oklahoma mit. Chesapeake sitzt auf einem milliardenschweren Schuldenberg.

Der Verfall bei Erdgas und den Ölpreisen sowie ein Angebotsüberschuss infolge des Frackingbooms belasten das Geschäft des Unternehmens. Die Corona-Krise hat die Nachfrage einbrechen lassen. Überraschend kam die Pleite von Chesapeake Energy nicht; die stark eingebrochene Aktie war in den vergangenen Wochen Spielball von Zockern – was ihr einmal ein kurzes Zwischenhoch bescherte, das ebenso schnell wieder verpufft ist.

In den vergangenen Jahren war Chesapeake in das Schieferöl-Geschäft eingestiegen. Doch hier belastete zuletzt der Doppelschock aus Corona-Krise und dem Preiskrieg zwischen Russland und dem Öl-Kartell Opec den Markt. Der Preis der amerikanischen Ölsorte WTI war wegen knapper Lagerkapazitäten im April zeitweise sogar ins Negative gerutscht. Nicht nur Chesapeake, sondern die gesamte Fracking-Branche wurde von der Corona-Krise schwer getroffen: In diesem Jahr haben in den USA schon mindestens 20 Öl- und Gasproduzenten Insolvenz angemeldet.

Die Ölpreise sind indes am Montag weitergesunken und haben damit an die Verluste vom vergangenen Freitag angeknüpft. Verglichen mit ihrem Apriltief haben sich die Ölpreise erholt, sie liegen aber noch immer deutlich unter dem Stand von Jahresbeginn. Seit einigen Tagen geben sie auch wieder nach. Am Montag kostete ein Barrel (159 Liter) der Nordseesorte Brent 41 Dollar und eines der US-Sorte West Texas Intermediate (WTI) knapp 39 Dollar.

Ölpreise geben nach

Am Freitag waren die Ölpreise wegen der sich verschärfenden Coronakrise in den USA gefallen. Marktbeobachter wiesen darauf hin, dass die Pandemie in vielen Regionen der Welt weiterhin nicht unter Kontrolle sei. Am Wochenende hatte die Zahl der weltweit bestätigten Infektionen erstmals die Marke von zehn Millionen überschritten. Ein Viertel der Infektionen wurde aus den USA gemeldet, wo sich die Pandemie weiter rasch ausbreitet.

Nach Einschätzung von Howie Lee, Analyst bei der Oversea-Chinese Banking Corp in Singapur, dürften die Ölpreise vorerst ihren Höhepunkt erreicht haben. In den kommenden Wochen sei eher mit einer Konsolidierung und damit mit sinkenden Ölpreisen zu rechnen. Der Experte geht davon aus, dass die Notierungen in den vergangenen Wochen sich soweit erholt haben, dass Förderunternehmen in den USA nicht mehr so stark unter Druck stehen.

In den USA hat sich der Rückgang der aktiven Bohrlöcher zuletzt verlangsamt. Wie aus Daten der Firma Baker Hughes, einer der weltweit führenden Erdöl-Service-Gesellschaften, vom vergangenen Freitag hervorgeht, sank die Zahl der Förderanlagen für Rohöl in der vergangenen Woche nur noch um eine Anlage auf 188. (ag./red)

| Anzeige
| Anzeige

Mehr von Die Presse

| Anzeige
image beaconimage beaconimage beacon