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Wie kurios Kanada und Dänemark um eine Insel streiten

WELT-Logo WELT 09.03.2018

© Infografik Die Welt

Hans ist ein karges Eiland im Kennedy-Kanal, das sowohl Kanada als auch Dänemark beanspruchen. Der Streit der beiden Länder hat bizarre Züge. Das ist aber nicht das einzig Skurrile in der Region.

Der Inselstreit

Die Insel Hans, ein karges Eiland im Kennedy-Kanal, wird von Kanada (für Nunavut) und Dänemark (für Grönland) beansprucht. Der Streit wird auf skurrile Weise ausgetragen: Landet ein kanadischer oder dänischer Trupp auf Hans, wird die eigene Flagge gehisst und eine Flasche Schnaps hinterlegt – als friedlicher Gruß an die Gegenseite.

Die Region Nunavut

"Unser Land" bedeutet der Name von Kanadas nördlichstem Territorium in der Eskimosprache Inuktitut. Die Inuit genießen besondere Rechte in der arktischen Region, die ihnen 1999 zuerkannt wurden. Nunavut ist die einzige kanadische Region ohne Highway-Anbindung, also mühsam zu befahren.

Flaggensymbol ist das Inuksuk – das sind Stein-Konstrukte, die die Inuit als Wegweiser verwenden. Ihre Kultur, die grandiose arktische Natur und die Spuren großer Polarforscher ziehen besonders Natur-, Aktiv- und Kreuzfahrttouristen an.

Die Abkürzung

Mehr als 4000 Kilometer Wegstrecke sparen Schiffe, wenn sie auf dem Weg von Nordamerika nach Asien die Nordwestpassage durch die kanadische Arktis nutzen können, die Atlantik und Pazifik verbindet. Statt mindestens 18.000 Kilometer von New York durch den Panamakanal nach Tokio müssen sie dann nur 14.000 Kilometer fahren – vorausgesetzt die Route ist eisfrei, was im Zuge der Erderwärmung im Sommer fast immer der Fall ist.

Das Nummernschild

Als Nunavut 1999 durch Abtrennung von Kanadas Nordwest-Territorien entstand, übernahm es das Auto-Nummernschild mit dem Profil eines Eisbären. Passt gut, Polarbären sind im ganzen Norden Kanadas verbreitet. Seit 2012 gibt es zusätzlich ein eigenes Design mit Sternen, Nordlichtern, Inuktitut-Schriftzeichen – der Eisbär ist geblieben.

Die Todes-Expedition

Auf Beechey Island zeugen Gräber von der tragischen Polarexpedition des Briten Sir John Franklin. Auf der Suche nach der Nordwestpassage brach er im Mai 1845 mit zwei Schiffen auf. Er kehrte nie zurück, ebenso seine 129 Mann starke Besatzung.

Wie sie starben, blieb ein Rätsel. Ihr Schicksal hielt die Welt in Atem, zahlreiche Expeditionen mit dem Ziel, es herauszufinden, forderten am Ende mehr Todesopfer als Franklins Expedition.

Der Nord-Ort

Nur 817 Kilometer vom Nordpol entfernt liegt der nördlichste dauerhaft bewohnte Ort der Welt: Alert, ein Militär- und Forschungsstützpunkt. Benannt ist er nach einem britischen Expeditionsschiff, das 1875 ganz in der Nähe im Eis strandete.

Eine Volkszählung von 2016 ergab eine Einwohnerzahl von 62 Menschen. Unweit von Alert liegt auch Kanadas nördlichster Nationalpark: Quttinirpaaq mit Karibus, Eisbären, Polarfüchsen.

Der Arktis-Garten

Der kälteste Ort Kanadas liegt in Nunavut: Die Wetterstation Eureka auf Ellesmere Island hält den Rekord mit minus 19,7 Grad Celsius im Jahresdurchschnitt. Im Ranking der niedrigsten in Kanada gemessenen Einzeltemperaturen liegt sie aber "nur" auf Platz 12 (-55,3 Grad), Spitzenreiter ist Snag in der Yukon-Region (-63 Grad).

Kurios: Trotz Tiefsttemperaturen gilt Eureka als "Garten der Arktis". Denn nirgends sonst leben mehr Pflanzen und Tiere so nah am Nordpol wie hier.

Skurriles, Rekordverdächtiges, Typisches: Weitere Teile unserer Länderkunde-Serie finden Sie hier.

Wer auch noch in hohem Alter gesund und fit auf Reisen gehen will, sollte unbedingt zuvor die richtigen Vorkehrungen treffen. Nächste Geschichte

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