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Kreta für Nichtschwimmer

KLEINE ZEITUNG-Logo KLEINE ZEITUNG 03.05.2018 Kleine Zeitung

Viel mehr als Meer hat die Insel zu bieten, von der Nikos Kazantzakis, der geistige Vater von Alexis Sorbas, stammt. Und auf deren Grund jahrtausendealte Kultur liegt.

Kreta! Wer das Wort liest, hört das Meer rauschen. Alexis Sorbas! Wer an den Film denkt, der mit Anthony Quinn in der Titelrolle Geschichte schrieb, der hat Musik im Ohr. Zwar wurde der Sirtaki angeblich eigens für den Film erfunden – um dem tänzerisch nicht so begabten Schauspieler komplexere Schrittfolgen echter griechischer Tänze zu ersparen. Aber der Rhythmus passt auf jeden Fall zu der Insel, auf der Nikos Kazantzakis, der den Roman über den alten Griechen schrieb, aufgewachsen ist.

Wir begeben uns auf seine Fährte und landen in Myrtia. Dort erinnert ein Museum in dem Haus, in dem einst sein Vater wohnte, an den Autor. Überhaupt hat man sich in dem malerischen Dorf der Literatur verschrieben. Im vorigen Sommer fand dort beispielsweise ein Shakespeare-Festival statt.

Myrtia ist nur rund 15 Kilometer von Iraklio (Heraklion) entfernt. Dort geht die Spurensuche sehr wesentlich weiter. Weiter in die Vergangenheit, weiter in die Tiefe: Die Minoer haben an vielen Orten auf der Insel ihre Spuren hinterlassen. Archäologen gibt das Volk, das rund 2000 Jahre vor Christi Geburt zur Hochkultur gereift war, immer noch Rätsel auf.

Wir besuchen Knossos, das Sir Arthur Evans im 20. Jahrhundert ausgegraben hat. Katerina führt uns durch die Räume und erzählt uns so schillernd vom Leben der Minoer, dass wir sogar vergessen, dass das Meer auch nicht weit entfernt ist ...

Von Knossos ist es auch nur ein paar Schritte bis zum Archälogischen Museum von Heraklion. Was dort an altertümlichen Schätzen liegt, ist kaum zu beschreiben.

Beim Zeus

Knossos gibt Einblicke in das Leben der Minoer / Bild: fotolia © Knossos gibt Einblicke in das Leben der Minoer / Bild: fotolia Knossos gibt Einblicke in das Leben der Minoer / Bild: fotolia

Wasserratten zieht es trotz aller Kulturbeflissenheit in Richtung Meer. Doch, beim Zeus, daraus wird auch am nächsten Tag nichts. Denn auch – oder vor allem – dem obersten der griechischen Götter gilt es auf Kreta nachzuspüren. Viele Legenden, die sich um Zeus ranken, bekommt man auf der Insel zu hören. Besonders stolz sind die Kreter auf die Dikteon-Höhle. Über die Lasithi-Hochebene gelangen wir nach Psychro, wo die Tropfsteinhöhle liegt, in der Zeus angeblich geboren und von seiner Mutter Amaltheia versteckt wurde. Sein eigener Vater Kronos soll ihm ja nach dem Leben getrachtet haben.

Ein ziemlich steiler Weg führt bergauf zur Höhle, wer die Strecke nicht zu Fuß bewältigen will, für den stehen Esel (samt Führern) am Wegesrand bereit. Den Gang durch die Höhle, der sich übrigens nur lohnt, wenn man viel Fantasie im Gepäck hat, machen sie nicht mit.

Fast kitschig

Zur Belohnung geht es später an den Strand. – Hatten wir gedacht. Doch statt Salzwassers wird edler Rebensaft kredenzt. Auf unvergessliche Art, von einem alten Weinbauern, der die Trauben zwischen seinen ohnehin schon gegerbten Händen zerquetscht. Der jeden seiner Gäste eine Flasche füllen lässt, das Etikett mit Feder beschriften und dann noch mit rotem Lack versiegeln. Echt kitschig, aber so originell inszeniert, dass es fast berauschend ist.

Apropos: Am nächsten Tag geht es zuerst nach Sitia. Wunderschön liegt die Stadt am ... erraten! Am Meer! Aber mit Baden wird es jetzt wieder wenig, denn wir reiten noch einmal ins Gebirge. Konkret: Zum Kloster Toplou, das auch edlen Wein erzeugt und inmitten einer von ihm bewirtschafteten grünen Oase liegt.

Zum Abschluss kommen die Meeressüchtigen doch noch auf ihre Rechnung. Es geht an einen der schönsten Strände Griechenlands: zum Palmenstrand nach Vai. Endlich schwimmen!!

Noch ein blaues Wunder erleben wir gegen Abend: Ganz im Süden der Insel tauchen wir nicht ins Kretische, sondern ins dunkelblaue, Libysche Meer.

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