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Winter in der Uckermark: Eine Radtour voller Magie

Berliner Zeitung-Logo Berliner Zeitung 28.11.2018 Daniela Pensold
Die großen Seen der Uckermark liegen im Winterschlaf. © Daniela Pensold Die großen Seen der Uckermark liegen im Winterschlaf.

Weil der Winter nämlich meistens gar nicht wirklich kommt. Statt Väterchen Frost hat Väterchen Frust uns im Griff und schickt dunkle Tage. Sonnenstrahlen suchen wir vergeblich. Schnee und Eis leider auch. Wir Berliner haben wieder einmal keine Tickets für die beliebte Revue „Wintermärchen“ abbekommen.

Dabei ist nicht nur meine Sehnsucht unendlich groß nach leise herabsinkendem Schnee und dieser einzigartigen Stille. Fast schon trotzig reagiere ich auf die schneelose Situation. Hat Frau Holle uns wieder vergessen? Erinnert sie sich nicht mehr daran, wie viel Freude uns Schneeballschlachten machen? Wie gerne wir den Schlitten jeden kleinen Hang hinaufziehen?

13_Wolletzsee Kopie © Daniela Pensold 13_Wolletzsee Kopie

Wie wir Schneemänner mit Stöckernasen in Berliner Hinterhöfen bauen? Die Gedanken an einen weißen Winter sind seit der Kindheit tief in unserem Gedächtnis eingefroren. Jedes Jahr aufs Neue verfolgen wir hoffnungs- voll den Wetterbericht, um den ersten Schnee auf keinen Fall zu verpassen. Meistens vergeblich.

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Uckermark – ein kleines Polargebiet

So_10_Wolletzsee © Daniela Pensold So_10_Wolletzsee

Doch an diesem grauen Februarsamstag, gewärmt unter der heimischen Federdecke liegend, denke ich an den eiskalten Winter vergangener Tage. Vor mich hin träumend nehme ich mein Telefon zur Hand und bestaune schneeweiße Morgenszenen in den sozialen Netzwerken. Ein kleines Polargebiet, vor dem sogar die Schneekönigin gebibbert hätte, hält sich hartnäckig über der Uckermark und an diesem Morgen hat es sogar frisch geschneit.

So_00_Gut_Kerkow_Winter © Daniela Pensold So_00_Gut_Kerkow_Winter

Die ohnehin schon atemberaubende Landschaft hat sich in einen weißen Wintertraum verwandelt. Schnell entscheiden meine bessere Hälfte Reinier und ich: Anstatt uns weiter unter der Bettdecke zu verkriechen, geht es jetzt rein in die Thermounterwäsche und dann rauf auf die Drahtesel. In Windeseile werden die Fahrradtaschen gepackt, ein paar Brote gemacht und Thermoskannen gefüllt. Gerade noch rechtzeitig erwischen wir den Zug nach Angermünde und müssen lachen, als wir unsere Räder in das komplett leere Fahrradabteil des Regionalzugs schieben. Wie kann man auch so verrückt sein, bei null Grad zu einer Radtour aufzubrechen … Die Blicke der anderen Fahrgäste sprechen Bände.

Atmosphäre lädt zum Fotos machen ein

Die Uckermark empfängt uns eine Stunde später mit dichten Wolken. Im Zickzackkurs fahren wir durch Angermünde Richtung Kerkow. Die Bedingungen zum Radfahren sind überraschend gut. Die dünne Schneedecke auf den Radwegen verhindert das Rutschen und die klare Luft ist herrlich. Die angenehme Windstille motiviert uns, die knapp 30 Kilometer lange Strecke durchzuziehen. Allerdings komme ich nur schleppend voran. Die neue Wetterlage ist zu faszinierend.

42_Grimnitzsee_Kopie © Daniela Pensold 42_Grimnitzsee_Kopie

Obwohl das Licht zum Fotografieren noch zu schlecht ist, hält es mich nicht davon ab, mir schnell eiskalte Finger zu holen. Auf Gut Kerkow begrüßen uns wunderschöne schwarze Aberdeen-Angusrinder und es duftet nach frischem Kaffee. Wundervoll! Da wir vor lauter Vorfreude ohne Frühstück losgeradelt sind, kommt uns die Kaffeepause samt hausgemachtem Heidelbeerkuchen gerade recht. Wir machen es uns gemüt-lich und blättern verträumt in ausliegenden Märchenbüchern.

Dickes Eis

Die Weiterfahrt führt zum Naturschutzgebiet Blumberger Teiche. Alles hier ist komplett von einer dicken Eisschicht überzogen. Vorsichtig inspizieren wir die Eisdecken und wagen erste Gehversuche. Das Eis ist so dick, dass es nicht einmal einen Ton von sich gibt. Hinter einem kleinen Waldabschnitt erreichen wir das Dorf Wolletz mit seinem bekannten ehemaligen Konsum. Er beherbergt heute ein Café mit ausgezeichneten Burgern und Wildbratwurst.

So_25_Grumsin © Daniela Pensold So_25_Grumsin

Während wir uns wärmenden Cappuccino bestellen, gehe ich in ausliegenden alten DDR-Kochbüchern dem Geschmack meiner Kindheit auf die Spur: Quarkkeulchen Soljanka, Eierkuchen. Es scheint zu stimmen, dass neben Schnee das Essen zu den größten Sinnes- eindrücken der Kindheit zählt. Ich mache zur Erinnerung ein paar Fotos der Rezepte. Direkt hinterm Konsum liegt der zugefrorene See.

Wie aus einem Science-Fiction-Film

So_01_Gut_Kerkow_Winter © Daniela Pensold So_01_Gut_Kerkow_Winter

Nachdem wir sicher sind, dass das Eis über 20 Zentimeter dick und tragfähig ist, traut sich Reinier mit dem Rad aufs Eis. Ich bleibe in Ufernähe und versuche, dieses unwirkliche Szenario zu fotografieren – und kann irgendwann einfach nicht widerstehen: Ich lege mich auf den Rücken und zaubere einen Schneeengel auf das Eis. Wo im Sommer Wellen plätschern, peitschen jetzt Schallwellen durch das Eis. Ein Soundtrack wie aus einem Science-Fiction-Film.

Gleich hinter Wolletz erreichen wir die Buchenwälder des Grumsin. Unberührte Natur pur. Wir fahren durch Altkünkendorf, einen Ort mit einer hübschen Brennerei und einem Informationszentrum, in dem man Karten für Wanderungen bekommt. Leider ist die Brennerei geschlossen und wir müssen ohne den wärmenden Schnaps im Tee weiter. Es ist schon Nachmittag, als endlich die Sonne das Wintergrau aufbricht.

Idyllischer kleiner Campingplatz

So_36_Grumsin © Daniela Pensold So_36_Grumsin

Als ich wieder für ein Fotomotiv anhalte, entdecke ich eine Rehfamilie im Gebüsch. Für einen kurzen Moment ist es mucksmäuschenstill. Wir erreichen den Großen Grumsinsee. Die weiße Pracht verführt uns mit Leichtigkeit. Jeder von uns genießt diesen Augenblick auf seine Art. Während Reinier mit seinem Rad einmal quer über die Eisfläche fährt, wandern weitere Bilder in die Kamera. Langsam machen wir uns auf die Heimreise. Hinter einer Abzweigung im Wald entdecken wir einen idyllischen kleinen Campingplatz mit einem richtigen Badestrand.

So_37_Grumsin © Daniela Pensold So_37_Grumsin

Der Sonnenuntergang taucht den großen Grimnitzsee in rosafarbenes Licht. Zwei Schlittschuhläufer ziehen ihre Runden, mit jedem Schwung scheint der See zu singen. Wir lassen uns beim Anblick dieses Panoramas zu einer ungewöhnlichen Heimfahrt hinreißen. Statt den See zu umfahren, entscheiden wir uns für den direkten Weg zum Bahnhof – einmal quer übers Eis. Ein völlig surreales Erlebnis. Wir sind überwältigt von der Magie der Natur.

So_24_Altknkendorf © Daniela Pensold So_24_Altknkendorf

Als ich mich im wärmenden Zugabteil an Reinier schmiege, fühle ich mich wie die kleine Goldmarie aus den Grimm’schen Märchen. Anstelle von Gold bin ich mit jeder Menge Schneeflocken und Glücksgefühlen überschüttet worden. Vielen Dank, Frau Holle! 

So_71AD8D33 © Daniela Pensold So_71AD8D33

Unsere Tipps: Gut Kerkow

Ideal für einen ersten kleinen Kaffeestopp im wunderschönen Hofladen. Unbedingt den hausgemachten Kuchen probieren.

Greiffenberger Straße 8

16278 Kerkow

täglich geöffnet: 10–18 Uhr

Café Konsum

Während man hier auf seinen regionalen Burger wartet, lohnt ein Blick in die Vitrine mit Waren des täglichen Bedarfs aus DDR-Zeiten.

Zur Welse 4, OT Wolletz

16278 Angermünde

Mi.–So. geöffnet: 11–17 Uhr

Alternative zur Radtour

Von Altkünkendorf lässt sich der Buchenwald Grumsin auf einem elf Kilometer langen Rundwanderweg erkunden. Ein orangefarbenes Buchenblatt dient als Markierung. Lohnenswerter Pausenstopp ist der Louisenhof Nr. 2. Der Atelierhof lädt am Wochenende in der Scheune zu Kunst und Kaffee ein.

Infopunkt Buchenwald Grumsin

Altkünkendorfer Straße 22, OT Altkünkendorf

16278 Angermünde

Gasthaus am Griminitzsee

Urig, abgelegen und charmant anders.

Leistenhaus 5

16247 Joachimsthal

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Kleiner Fun-Fact: Wussten Sie, dass der Roman als Fan-Fiction zu "Twilight" entstand? Was auch immer über die Filmhandlung gesagt wird, die Drehorte sind definitiv an Luxus und Eleganz nicht zu überbieten. Der steinreiche Christian Grey wohnt in einer der Penthouse-Wohnungen des Escala in Seattle. Diese können Sie zwar nicht als Gast besichtigen, als neuer Bewohner aber kaufen. Leider wurde das Grey-Penthouse bereits für knapp 6 Millionen Dollar verkauft, aber es sind noch sechs weitere Luxus-Wohnungen verfügbar. Die Kleinste gibt es sogar schon ab 1,8 Millionen Dollar - ein Schnäppchen, oder? Einige Szene wurden allerdings auch in Vancouver gedreht, wo Filmfans exklusive "Fifty Shades of Grey"-Pakete, bestehend aus einer Flasche Bollinger Rosé, einer Fahrt im Audi R8 Spyder und einem Helikopterflug buchen können. Das Fairmont Hotel Vancouver in der West Georgia Street ist im Film als Heathman Hotel zu sehen, wo die Fotoshooting- und Fahrstuhlszene gedreht wurden. Die Lieutnant Governor Suite im 14. Stock ist im Film Christians Schlafzimmer, weshalb sich das Hotel ein besonderes Angebot für die Filmfans überlegt hat: Im Mr. Grey Package ist eine Übernachtung in der Lieutnant Governor Suite, Luxusfrühstück mit Champagner, sowie die Möglichkeit des Late-Check-outs bis 15 Uhr enthalten! Nächste Geschichte

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