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Sport aktuell

Bundesliga Österreich: Marko Kvasina vom SV Mattersburg im Interview: "Daran bin nur ich alleine schuld"

SPOX Österreich-Logo SPOX Österreich 14.09.2018
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Marko Kvasina hat sich nach einem enttäuschenden Jahr bei Twente Enschede für einen Wechsel zurück in die österreichische Bundesliga entschieden. Der 21 Jahre alte Angreifer vom SV Mattersburg spricht im Interview mit SPOX über seine Erfahrungen in den Niederlanden, Uno-Nachmittage in der U21-Nationalmannschaft und warum er mit Cristian Cuevas von der Austria regelmäßig in Wien unterwegs ist.

Seite 1: Marko Kvasina über den Rauswurf von Gerald Baumgartner und den Konkurrenzkampf im Sturm des SV Mattersburg

Außerdem erzählt der Stürmer von einer geknickten Mannschaft nach dem Rauswurf von Trainer Gerald Baumgartner, und erklärt, warum er froh ist, nicht über die besten Niederländisch-Kenntnise zu verfügen.

SPOX: Herr Kvasina, Sie haben einen erfolgreichen Lehrgang im U21-Nationalteam hinter sich. Wie ist das Teamgefüge in einer Mannschaft mit A-Team-erprobten Spielern wie Maximilian Wöber, Kevin Danso und Co.?

Marko Kvasina: Wir hatten diesmal eine sehr starke Defensive mit vier Innenverteidigern in der Startformation. Hinten lassen wir kaum etwas zu, da steht die Null. Es waren zwar nicht die stärksten Gegner, trotzdem erkennt man im Spielaufbau eine Qualität, die man im Verein vielleicht nicht so oft sieht. Wenn wir die nächsten zwei Spiele so weitermachen, dann haben wir gute Chancen, ins Playoff zu kommen.

SPOX: Gibt es im Team jemanden, mit dem Sie sich besonders gut verstehen?

Kvasina: Es ist ganz normal, dass es ganz kleine Grüppchen gibt, etwa wenn es mehrere Spieler vom selben Verein oder aus derselben Stadt gibt. Wir haben immer wieder eine Partie, die gerne Karten spielt, manch andere ziehen sich in den freien Stunden in ihr Zimmer zurück. Ich bin lieber bei der Uno-Spielgruppe mit Maxi Wöber, Stefan "Poschi", Maxi Ullmann und Dominik Baumgartner dabei, da sind wir eigentlich ein ganz guter Misch-Masch (lacht).

Marko Kvasina: Mattersburg-Coach Klaus Schmidt? "Ein korrekter Typ"

SPOX: In der Länderspielpause absolvierten Sie zwei Spiele über 90 Minuten, verzeichneten ein Tor und ein Assist. Wie geht es Ihnen bislang in Mattersburg?

Kvasina: Die zwei Spiele waren sehr wichtig für uns. Ich komme jetzt mit einer etwas breiteren Brust zurück, derweil bin ich ganz zufrieden dort. Ich wohne jetzt wieder in Wien bei meiner Familie und pendle jeden Tag ins Burgenland.

SPOX: Zuletzt verpassten Sie in der Liga ein Spiel krankheitsbedingt, gegen ihren Jugendverein Austria Wien wurden sie eingewechselt. Was war der Grund dafür, dass Sie nicht mehr in der Startelf standen?

Kvasina: Es war eine Entscheidung des Trainers, mehr auf Konter zu spielen, mit zwei schnelleren Stürmern. Das muss man so hinnehmen. Wenn wir daheim gegen Teams wie Hartberg oder die Admira antreten, mit denen wir es spielerisch aufnehmen können, dann wird die Formation wieder anders aussehen, da bin ich mir sicher.

SPOX: Wie verstehen Sie sich mit Ihrem neuen Trainer Klaus Schmidt?

Kvasina: Er ist ein sehr korrekter, ehrlicher Typ. Seine Ideen fürs Training gefallen mir ganz gut bis jetzt.

Marko Kvasinas Karrierestationen: Austria, Twente, Mattersburg

JahreVerein
Bis 2011First Vienna FC Jugend
2011-2017FK Austria Wien (Jugend, Amateure, Kampfmannschaft)
2017-2018Twente Enschede
2018-SV Mattersburg

SPOX: Schmidt selbst hat erzählt, dass er seinen Spielern nicht auferlegt, ob man ihn siezt oder "Du" sagen darf. Wie sprechen Sie ihn an?

Kvasina: Ich bleibe beim "Sie". Auch mit Andi Ogris, den ich schon lange kenne und der mir schon tausende Male das Du-Wort angeboten hat, bin ich per Sie. Das geht bei mir nicht. Ich will gegenüber meinen Trainern Respekt zeigen.

SPOX: Wie würden Sie Schmidts Führungsstil beschreiben?

Kvasina: Man weiß schon, wer der Boss ist, das zeigt er auch. Aber er mischt das sehr gut durch mit etwas Kumpelhaftem. Wenn jemand einen Fehler macht, spricht er das direkt an. In Gesprächen nach den Trainings kommt er aber keineswegs als strenger Trainer rüber.

SPOX: Wie haben Sie die Turbulenzen rund um den Rauswurf von Trainer Gerald Baumgartner und Sportdirektor Franz Lederer miterlebt?

Kvasina: Das war nach dem WAC-Spiel (0:6-Heimniederlage, Anm.). Wir waren in der Kraftkammer, als der Trainer eine kurze Besprechung einberief. Da er in Privatkleidung da war, wussten wir gleich alle, was die Stunde geschlagen hat.

SPOX: Wie war die Stimmung in der Mannschaft kurz nach dem Trainer-Aus?

Kvasina: Mit Herrn Baumgartner und Gligorski (Renato, Co-Trainer, Anm.) habe ich vor meinem Wechsel oft telefoniert. Lederer lernte ich erst bei der Vertragsunterzeichnung in Mattersburg kennen. Ich persönlich muss sagen: "Schade drum". Er ist ein Trainer, der mich sehr geschätzt hat. Aber man kann nichts ändern, ich will ihm nicht nachtrauern. Die Mannschaft war geknickt, das ist ganz normal, wenn ein Trainer das Team verlässt. Jetzt heißt es wieder Gas geben.

Seite 2: Marko Kvasina über sein verkorkstes Jahr bei Twente Enschede, seinen Wechsel zum SV Mattersburg und seine Freundschaft mit Cristian Cuevas

SPOX: Nach dem Saisonauftakt freuten Sie sich, dass sie bei einem Verein seien, der einen Einserstürmer in ihnen sehe. Ist das nach wie vor so?

Kvasina: Das Blatt hat sich natürlich gewendet. Unter Herrn Baumgartner war es nach meiner guten Vorbereitung klar, dass ich von Beginn an spielen werde. Bei der ersten Besprechung in der Kabine mit dem neuen Trainer hieß es, die Karten seien neu gemischt, jetzt könne sich jeder beweisen.

SPOX: Damit sind auch Martin Pusic und der im Probetraining stehende Philipp Prosenik gemeint. Waren Sie enttäuscht, dass der Verein sich um weitere Stürmer bemühte?

Kvasina: Gar nicht. Eine Konkurrenz ist immer gut und wichtig für die Entwicklung eines Spielers. Wenn ich als einziger Stürmer neben Patrick Bürger in die Saison gegangen wäre, hätte ich nicht diesen Konkurrenzkampf gehabt wie jetzt. Das gibt mir nur noch mehr Gründe, Gas zu geben. Ich bin ja nicht da, um wieder so eine schlechte Saison wie bei Twente zu haben.

SPOX: Gutes Stichwort. In einem Interview mit SPOX vor etwas mehr als einem Jahr haben Sie erzählt, sie hätten bei der Austria in den letzten Jahren "nur Scheiße gefressen". Nach dem Bundesliga-Auftakt sagten Sie im Sky-Interview exakt denselben Satz. Lief es bei Twente um keinen Deut besser als bei der Austria?

Kvasina: Es war meine erste Auslandsstation, ich lebte alleine in Holland, das war eine schwere Zeit. Zu Beginn spielte ich noch sehr viel, unter einem Trainer, der mich damals unbedingt verpflichten wollte. Klar, in den ersten Spielen vergab ich die eine oder andere Möglichkeit, wo ich eigentlich treffen hätte müssen. Ich glaube, das war schon ausschlaggebend, denn hätte ich zu Beginn zwei, drei Tore gemacht, wäre die Saison anders verlaufen. Daran bin nur ich alleine Schuld. Dann gab es einen Trainerwechsel, und es wurde auf gut Deutsch "komplett org".

SPOX: Erzählen Sie uns davon.

Kvasina: Er hat aus verschiedenen Gründen nicht mehr auf mich gesetzt. Die Motivation im Training war schnell weg, da der Trainer andere Spieler bevorzugte. Das kann Michi Liendl bestimmt auch bestätigen, dem ging es ähnlich. Hinzu kam die Position im Tabellenkeller, von außen kam viel Kritik, und ich bin froh, dass mein Niederländisch nicht so gut war. Hätte ich die Zeitungen gelesen, wäre es bestimmt noch schwieriger gewesen, das wegzustecken. Übers Fernsehen habe ich aber ein wenig mitbekommen, den Abstieg haben sich die Fans eigentlich nicht verdient. Ich bin mir sicher, dass sie es heuer gleich wieder rauf schaffen.

Marko Kvasina: "Mattersburg hatte immer große, kräftige Stürmer"

SPOX: Wie kam dann der Wechsel zu Mattersburg zustande?

Kvasina: Das war mit dem Abstieg von Twente eigentlich beschlossene Sache. Wenn ich mich richtig erinnere, dann hat Mattersburg immer auf einen großen, kräftigen Stürmer gebaut, das kommt mir natürlich entgegen. Ich war sehr froh, dass Mattersburg eines Tages den Schritt auf mich zumachte und Herr Gligorski mich anrief, um über ein Engagement zu sprechen.

SPOX: Was hat für Mattersburg gesprochen? Gab es noch andere Optionen?

Kvasina: Da weiß mein Berater mehr. Ich habe aber eigentlich alles ausgeblendet und wollte unbedingt nach Mattersburg, dort hat alles gepasst: Der Betreuerstab kannte mich schon von Zeiten bei der Wiener Austria, ich wusste also, wie das Training abläuft. Zudem konnte ich wieder zu meiner Familie nach Wien zurückkehren, und Twente hat mir trotz meines langfristigen Vertrags keine Steine in den Weg gelegt.

Marko Kvasinas Leistungsdaten

SaisonSpieleToreAssistsEinsatzminuten
2018/1964-271
2017/18191-753
2016/172712623
2015/1627982.198
2014/15361232.493

SPOX: Bei Twente spielten Sie mit Michael Liendl und Cristian Cuevas, jetzt sind Sie Konkurrenten. Haben Sie privaten Kontakt zu beiden Spielern?

Kvasina: So viel ich weiß, wohnt der Michi jetzt in Graz, wir schreiben uns ab und zu. Mit Cuevas unternehme ich regelmäßig etwas in Wien. Ich weiß von meiner Zeit in Enschede, dass es nicht immer einfach ist in einer neuen Stadt. Deshalb genieße ich es, mit ihm rauszugehen und ihm die Stadt zu zeigen. Er ist ein sehr netter Typ.

SPOX: Ist ein Engagement im Ausland nach wie vor Ihr Ziel?

Kvasina: Wer in meinem Alter das Ausland, etwa die deutsche oder englische Liga, nicht im Blick hat, wäre fehl am Platz. Dazu gehört aber eben auch, in Österreich eine gute Saison zu spielen und seine Tore zu machen. Ich hoffe, dass es nach einer gewissen Zeit - das muss jetzt nicht im nächsten Sommer sein - wieder ein Thema wird.

SPOX: Würden Sie heute denselben Schritt machen wie vor einem Jahr oder hätten Sie sich im Nachhinein doch lieber einem anderen Klub in Österreich anschließen sollen?

Kvasina: Ich hätte es wahrscheinlich wieder gemacht. Das war sicher eine gute Erfahrung für mich. Vielleicht wäre es besser gewesen, in Österreich noch eine Saison zu spielen. Ich habe unter Thorsten Fink auch nicht viele Minuten bekommen, dann aber den großen Schritt in eine etwas bessere Liga zu machen, war bestimmt riskant. Wenn solch ein Traditionsverein dir ein Angebot macht, kannst du schwer das ablehnen.

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