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Sport aktuell

Ex-UEFA-Boss Platini wegen WM-Vergabe an Katar festgenommen

KURIER-Logo KURIER 18.06.2019 Redaktion kurier.at

Anfang Juni ätzte der Franzose noch gegen FIFA-Präsident Infantino und brachte sich wieder ins Gespräch, nun steht er ungewollt im Mittelpunkt.

Michel Platini droht Ungemach.  © AP / Lionel Cironneau Michel Platini droht Ungemach. 

Der frühere UEFA-Präsident Michel Platini ist laut einem Agenturbericht von der französischen Polizei in Gewahrsam genommen worden. Hintergrund sei eine Ermittlung zu der umstrittenen WM-Vergabe nach Katar, berichtete die französische Nachrichtenagentur AFP am Dienstag unter Berufung auf namentlich nicht genannte Justiz-Quellen. Die zuständige Staatsanwaltschaft war drei Tage vor Platinis 64. Geburtstag zunächst nicht für eine Bestätigung zu erreichen.

Eine ehemalige (Sport-)Beraterin des früheren französischen Präsidenten Nicolas Sarkozy, Sophie Dion, sowie der frühere Generalsekretär im Elysée-Palast, Claude Guéant, seien im Rahmen dieser Ermittlungen,  ebenfalls in Gewahrsam genommen, und zwar "wegen mutmaßlicher Korruptionshandlungen aktiver und passiver nicht praktizierender Personen des öffentlichen Dienstes". Dies berichtet die Tageszeitung Le Monde

Im Zentrum der Ermittlungen steht ein Mittagessen, das am 23. November 2010 im Elysée-Palast stattfand. Anwesend sollen bei diesem neben Sarkozy, Platini, DionGuéant, Katars Emir (Staatsoberhaupt) Tamim bin Hamad Al Thani sowie Scheich Hamad bin Jassem, der damalige Premier- und Außenminister des Emirats, gewesen sein. Ein Protokoll dieses Treffens soll Le Monde vorliegen.

Zuerst gesperrt, dann zurückgetreten

Der frühere Weltklasse-Fußballer Platini war von 2007 bis 2015 Präsident des europäischen Fußball-Kontinentalverbandes. Ende 2015 wurden Platini und FIFA-Präsident Joseph Blatter von der Ethikkommission des Fußball-Weltverbandes für acht Jahre gesperrt. Damit ahndete das Gremium die Zahlung von zwei Millionen Schweizer Franken von Blatter an Platini aus dem Jahr 2011. 

Unmittelbar nachdem der Internationale Sportgerichtshof  CAS die Sperre um zwei Jahre reduziert, aber bestätigt hatte, erklärte Platini seinen Rücktritt von der UEFA-Spitze. "Ich nehme die Entscheidung des CAS zur Kenntnis, halte ihn aber für eine gravierende Ungerechtigkeit", hieß es in einer Stellungnahme.

Kontrovers

Im Dezember 2010 war Katar als Austragungsort für die WM 2022 festgelegt worden. Diese Wahl galt bereits damals als sehr kontrovers. Bald wurden Vorwürfe der Korruption innerhalb der FIFA laut. Platini, der zugab, in der Abstimmung am 2. Dezember 2010 für Katar gestimmt zu haben, war bereits im Dezember 2017 als Zeuge angehört worden.

Erstmals in der Geschichte wird eine Fußball-Weltmeisterschaft im Winter ausgespielt, was viele Fragen nach sich zieht. 

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